17.01.07 Erneuerbare Energie

17.1.2007: Bundesumweltministerium skeptisch beim Einsatz von Palmöl zur Stromerzeugung

Die Bundesregierung will Zertifizierungssysteme für Palmöl aufbauen. Das meldet das Bundesumweltministerium (BMU). Die Behörde beurteilt das steigende Interesse an Palmöl-Blockheizkraftwerken in Deutschland eigenen Angaben zufolge kritisch. Palmöl werde in manchen Gegenden der Welt in nicht nachhaltiger Weise durch Umwandlung von Primärwald in Ölpalm-Plantagen erzeugt. Für den Anbau von Ölpalmen würden in machen tropischen Regionen rücksichtslos Regenwälder abgeholzt. Der Einsatz so produzierten Palmöls zur Stromerzeugung entspreche nicht den Zielen des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG).

Palmöl werde weltweit gehandelt, seine Herkunft lasse sich nicht immer lückenlos zurückverfolgen. Mit Hilfe von Zertifizierungssystemen will die Bundesregierung nun dokumentieren, dass das eingesetzte Palmöl aus nachhaltiger Produktion stammt. Es werde derzeit eine Nachhaltigkeitsverordnung zum Kraftstoffquotengesetz vorbereitet, heißt es weiter. Deren Regelungen könnten voraussichtlich analog für den Bereich der erneuerbaren Strom- und Wärmeerzeugung übernommen werden.

Solange es noch keine etablierten Zertifizierungssysteme gebe, könnten Betreiber von Palmöl-Blockheizkraftwerken nicht sicher sein, dass ihre Anlagen wirtschaftlich sein werden, argumentiert das BMU. Sie könnten die für den Anspruch auf Vergütung als Strom aus Biomasse nach dem EEG erforderlichen Nachweise gegenüber dem Netzbetreiber häufig nicht vollständig erbringen. Von der Stromvergütung hänge aber der ökonomische Erfolg der Anlage ab. Der Einsatz von Palmöl zur Stromerzeugung könne deshalb nicht nur für die Umwelt ein Risiko darstellen, sondern auch für die Betreiber.
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