17.12.02

17.12.2002: Börsennotierten Windkraftprojektierern werden schwere Zeiten vorausgesagt - baldige Übernahmen möglich?

Die börsennotierten Windprojektierer wie Umweltkontor, Energiekontor, P&T haben ihre Progonsen verfehlt. Das meldet die Nachrichtenagentur Pressetext Austria. Sie sieht einen "Vertrauensverlust". Dieser komme in einer Phase, in der neue Schwierigkeiten schon in Sicht seien: In Deutschland wurde fast jeder geeignete Standort bereits zugebaut, Wachstum sei deshalb nur durch Expansion ins Ausland und mit dem Bau von Offshore-Anlagen auf dem Meer zu schaffen. Dazu fehle es aber an Kapital. Nach Ansicht nicht näher genannter "Wirtschaftsfachleute", so die Agentur weiter, sollen teure Offshore-Windparks, wie sie zum Beispiel Energiekontor plane, mehr als vier Milliarden Euro kosten. Für Investitionen dieser Größenordnung brauchten die Unternehmen Partner, so Pressetext Austria. Analysten gingen davon aus, dass unter dem Druck des Konsolidierungsbedarfes nur wenige börsennotierte Projektierer überleben werden.

Pressetext Austria zitiert den Projektvorstand der WEB-Windenergie AG, Andreas Dangl, damit , dass eine Marktbereinigung in der Branche unmittelbar bevorstehe. Häufig werde in der Branche der Fehler begangen, drei große
Bereiche in einen Topf zu werfen. "Die Windenergie-Branche besteht aus Anlagenhersteller, Projektierern und Betreibern", so der Experte zu Pressetext Austria. "Die Anlagenhersteller sind zu 80 Prozent gut unterwegs, leiden jedoch auch unter der allgemeinen Börsenflaute", erklärt Dangl. Zukunft sieht Dangl aber in der Entwicklung leistungsstarker vier bis fünf Megawatt Windräder für den Offshore Bereich. "Der Bereich, der tatsächlich krisengeschüttelt ist, sind die alleinigen Projektierer. Diese Branche hat größere Renditen versprochen, die sie aber nicht halten kann", sagt Dangl. Hier werde es zu einer Marktbereinigung kommen, denn die dritte Branche, die Betreiber der Anlagen, die alle Fonds oder Kommanditgesellschaften sind, erzielen ihre Umsätze und Gewinne aus dem tatsächlichen Betrieb. Und dieses Geschäft floriere in Deutschland, aber vor allem auch in Österreich, denn fast alle Betreiber arbeiteten hier profitabel - behauptet zumindest Dangl.

Ein Phänomen in Deutschland ist nach seiner Aussage, dass die Windparks der Projektierer-Gesellschaften nicht nach den Baukosten, sondern nach der Qualität der Standorte beurteilt würden. Die erstellten "Windgutachten" setzten dadurch oft knappe Spielräume. "Die Renditen, die tatsächlich für die Betreibergesellschaften abfielen, betrugen dann oft nur zwischen zwei und vier Prozent", so Dangl. "Ein Zusammenschluss der überwiegend am Neuen Markt notierten Unternehmen wäre wenig sinnvoll", urteilt Nils Machemehl, Analyst bei M. M. Warburg. Viel größer sei die Wahrscheinlichkeit, dass große Energieversorger sich das eine oder andere Unternehmen einverleiben, meint der Analyst. Dass die Erwartungen der am Neuen Markt notierten Unternehmen nicht erfüllt werden können, liege jedenfalls "auf der Hand", so Pressetext Austria, denn das reine Projektieren bringe nicht mehr den gewünschten Erfolg. Vorstand Dangl ist laut der Agentur ärgerlich, dass bei der Berichterstattung "die Optik der sauberen Energiegewinnung verändert werde, da die Probleme der am Neuen Markt notierten Projektierungsgesellschaften auf die erfolgreich außerbörslich operierenden Betreiber zurückfielen." Pressetext Austria beliefert zahlreiche Publikationen kostenlos mit Pressemeldungen. Unternehmen können allerdings auch ihre eigenen Meldungen über Pressetext Austria verteilen.
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