17.12.06 Nachhaltige Aktien , Meldungen

17.12.2006: ABN Amro Asset Management sieht "enormes" Potenzial für nachhaltige Kapitalanlagen - deutsche Anleger laut Studie noch zurückhaltend

Bei deutschen Anlegern sind Nachhaltigkeitsfonds offenbar weiterhin vergleichsweise unbekannt. Dies geht aus einer von der niederländischen ABN Amro Asset Management in Auftrag gegebenen Studie hervor, über die die Kapitalanlagefirma jetzt berichtete. Demnach wissen nur 26 Prozent der deutschen Privatanleger überhaupt, dass es solche Fonds gibt. In den Niederlanden seien es 75 Prozent. Befragt wurden den Angaben zufolge 900 Privatanleger in Deutschland, Frankreich, Großbritannien und den Niederlanden.

Entsprechend dem geringen Bekanntheitsgrad hätten nur ein Prozent der deutschen Anleger in Nachhaltigkeitsfonds investiert, geht aus der Studie weiter hervor. ABN Amro verweist dazu auch auf das European Social Investment Forum (Eurosif). Nach dessen Angaben liegt das Volumen für SRI-Fonds (Socially Responsible Investments) in Europa inzwischen bei einer Billion Euro. Deutschland hat daran nur einen Anteil von 5,3 Milliarden Euro.

ABN Amro sieht "enormes" Potenzial für Nachhaltigkeitsfonds. 88 Prozent der Anleger, die bereits entsprechend angelegt hätten, würden dies der Umfrage zufolge wieder tun. Aber auch 58 Prozent der nicht in Nachhaltigkeitsfonds engagierten Anleger würden sich demnach für ein nachhaltiges Investment entscheiden, wenn sie hierfür Geld übrig hätten. Insgesamt hätten 62 Prozent der Befragten ihre Bereitschaft dazu signalisiert. Niederländer und Deutsche lagen etwas unter diesem Schnitt, Franzosen und Briten darüber.

Die Studie bestätigt auch die Einschätzung, dass an Nachhaltigkeit orientierte Anleger eher defensiv oder neutral agieren. 68 Prozent schätzten sich ABN Amro gegenüber so ein, in der Vergleichsgruppe nur 56 Prozent. Offenbar ist für Nachhaltigkeitsanleger die Rendite ihrer Investments weniger wichtig als für andere Investoren. Letztere erwarten von Nachhaltigkeitsfonds eine Rendite, die mindestens so hoch ist wie die der etablierten Fonds. ABN Amro vermutet hier, dass Anleger der falschen Annahme unterlägen, mit nachhaltigen Investments ließen sich keine attraktiven Erträge erwirtschaften.

ABN Amro Asset Management rechnet mit einem Wachstum nachhaltig gemanagten Vermögens auf 17,2 Milliarden Euro bis Ende 2008. Davon würden dann 9,5 Milliarden Euro auf institutionelle Anleger entfallen und 7,7 Milliarden auf den so genannten Retailbereich. Das Unternehmen bietet nach eigenen Angaben derzeit in Europa und Brasilien mehr als zwanzig Nachhaltigkeitsfonds an, deren Zahl noch erweitert werden soll. Die Niederländer hatten im Mai die "Principles for Responsible Investment" unterzeichnet. Das Richtlinienabkommen wurde auf Initiative des scheidenden UN-Generalsekretärs Kofi Annan unter Leitung des Umweltprogramms der Vereinten Nationen (UNEP) entwickelt.

Lesen Sie zu den Aktivitäten der ABN Amro im Bereich des Nachhaltigen Investments auch unser Interview mit Funda Tarhan von der Frankfurter Niederlassung der Bank ABN Amro.

Bild: Funda Tarhan / Quelle: Unternehmen
Nach oben scrollen
ECOreporter Journalistenpreise
Anmelden
x