17.12.07 Nachhaltige Aktien , Meldungen

17.12.2007: Wochenrückblick: Conergy AG: drastische Gewinnwarnung, Trennung von „nicht-strategischen Aktivitäten“ – Solar-Fabrik AG für 2008 fast ausverkauft – Biogas Nord AG rutscht in die roten Zahlen – müder Börsenstart für Iberdro

In der vergangenen Woche verlor der DAX 0,15 Prozent auf 7.928,31 Punkte. Der US-amerikanische Leitindex Dow-Jones büßte 0,75 Prozent ein auf 13.517,96 Punkte. Deutlich abgerutscht ist der japanische Nikkei-Index, er stand zum Wochenschluss bei 15.536,52 Punkten, 2,13 Prozent niedriger als Ende der Vorwoche. Der Ölpreis kletterte weiter, zuletzt wurde ein Preis von 92,38 US-Dollar pro Barrel notiert (plus 2,38 Prozent; Sorte "Brent Crude Oil"). Kupfer hat sich mit 6.419,50 Dollar je Tonne (Copper Grade A) um 392 Dollar je Tonne verbilligt, ein Minus von 5,76 Prozent. Der Euro gab 2,18 Cent auf den Dollar ab, er kostete zuletzt 1,4435 Dollar.

Hauptgesprächsthema der vergangenen Woche war die drastische Gewinnwarnung des Hamburger TecDAX-Unternehmens Conergy AG: Laut der korrigierten Prognose für 2007 soll nunmehr ein Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) in einer Bandbreite von minus 150 bis minus 200 Millionen Euro erwirtschaftet werden. Conergy hatte zuvor ein positives EBIT erwartet. Der ursprünglich geplante Umsatz von 1 Milliarde Euro werde voraussichtlich nicht erreicht, hieß es.
Wie Conergy weiter meldete, soll der Schwerpunkt des Geschäfts künftig eindeutig im Bereich Photovoltaik liegen. „Nicht-strategische Aktivitäten“ in den Bereichen Biomasse und Solarthermie (einschließlich Wärmepumpen) sollen verkauft werden. Weltweit will Conergy sich zudem von rund 500 Mitarbeitern trennen, das ist etwa ein Fünftel der Belegschaft.

Dirk Gottschalk, Vorstand der Energiekontor AG aus Bremen, erklärte gegenüber ECOreporter.de, er gehe davon aus, dass die Vergütung von Offshore-Projekten ab 2009 auf 14 Cents steigen wird. Zwar seien die Pläne der Bundesregierung für das EEG noch längst nicht rechtskräftig, doch herrsche in der Branche an deren Umsetzung kein Zweifel. Das sei dann ein „Riesenschritt in Richtung Realisierung“ für die seegestützten Windparks der Energiekontor.

Der Norderstedter Windturbinenhersteller Nordex AG hat einen Windpark mit 21 Megawatt Leistung auf Sardinien fertig gestellt. Wie das Unternehmen berichtete, wurde das Projekt „Cadau I“ mit vierzehn Turbinen vom Typ S77/1500 kW schlüsselfertig an den Kunden Energia Verde Srl, eine Tochtergesellschaft der dänischen börsennotierten Greentech Energy Systems A/S, übergeben. Auch für die zweite Ausbaustufe des Windparks – Energia Alternativa – habe Greentech Energy sich für Nordex entschieden.

Siliziumwafer für Solarzellen mit einer Gesamtleistung von mehr als 6 Gigawattpeak (GWp) hat sich die Thalheimer Q-Cells AG durch einen Vertrag mit der chinesischen LDK Solar Co., Ltd gesichert. Wie Q-Cells mitteilte, handelt es sich um einen „Take or pay“-Vertrag (feste Abnahmeverpflichtung) für die Jahre 2009 bis 2018. Die mögliche Zusatzleistung sei in den bestehenden Ausbauplänen noch nicht enthalten, der Vertrag ermögliche Q-Cells ab 2009 ein deutlich stärkeres Wachstum als bislang geplant. Falls LDK seine Produktionskapazitäten ausbaut, hat Q-Cells den Angaben zufolge zudem die Option, 30 Prozent der zusätzlichen Produktionsmengen zu beziehen.

Die Münchener Centrosolar Group AG will ihren Umsatz im Bereich der Dünnschichtmodultechnik in 2007 auf über 12 Millionen Euro steigern. Dies entspreche einem Plus gegenüber dem Vorjahr von fast 100 Prozent, teilte das Unternehmen mit. Die Centrosolar-Tochter Biohaus bestückt die Solarmodule demnach mit amorphen Dünnschichtzellen des amerikanischen Herstellers UniSolar.

Gegen 327.000 Aktien aus einer Sachkapitalerhöhung hat die Berliner Solon AG für Solartechnik weitere 28 Prozent der Aktien der österreichischen Blue Chip Energy GmbH übernommen. Wie der Solarmodulbauer meldete, sollen die Anteile in die SOL Holding AG eingebracht werden, ein Joint Venture mit der Econcern-Tochter Ecoventures B.V.

Die US-amerikanische Energy Conversion Devices Inc. hat einen Auftrag für Solar-Laminate für 5 Megawatt (MW) Leistung plus einer Option auf weitere 12 MW von der SunEdison LLC aus Baltimore erhalten. SunEdison sei ein führender Anbieter von Aufdach-Solaranlagen in den Vereinigten Staaten. Über finanzielle Details wurden keine Angaben gemacht.

Ein ungenannter Kunde aus Taiwan hat der Amtech Systems Inc. aus Tempe im US-Bundesstaat Arizona einen Auftrag über 3,9 Millionen Dollar erteilt. Das Unternehmen liefert Produktions- und Automatisierungsequipment für Chip- und Solarzellenhersteller. Amtech berichtete ferner ein Nettoergebnis im Geschäftsjahr 2006/07 von 2,4 Millionen Dollar, nach 1,3 Millionen im Vorjahr. Hintergrund seien die hohe Nachfrage aus der Solarbranche und geringere Kosten. Bei 49 Millionen Dollar Umsatz im Gesamtjahr kletterte der Umsatz der Solarsparte demnach um 300 Prozent auf 12,5 Millionen Dollar.

Die norwegische Renewable Energy Corporation soll bis 2015 Solarwafer im Wert von 500 Millionen Euro an den niederländischen Solarzellenhersteller Solland Solar liefern. Bei dem Auftrag handelt es sich nach Unternehmensangaben um den Ausbau einer bereits bestehenden Liefervereinbarung. Solland Solar wolle seine Jahresproduktion von 60 auf 170 MW steigern.

Die Solar Millennium AG aus Erlangen hat im abgelaufenen Geschäftsjahr 2006/07 nach International Financial Reporting Standards (IFRS) Erlöse von rund 31,1 Millionen Euro erzielt. Laut der Spezialistin für Parabolrinnen-Kraftwerke stieg der Nettogewinn von um 17 Prozent auf rund 11,8 Millionen Euro. Im Geschäftsjahr 2007/08 will das Unternehmen die Erlöse auf etwa 80 Millionen Euro steigern. Der Nettogewinn solle auf rund 18 Millionen Euro klettern. Beim EBIT erwartet Solar Millennium rund 24 Millionen Euro.

Der Freiburger Solarkonzern Solar-Fabrik AG hat seine Produktion an Solarstrommodulen für 2008 nahezu ausverkauft. Der Auftragsbestand beträgt demnach mehr als 60 MW, die geplante Jahres-Modulproduktion liege bei 70 MW. Die Produktions- und Absatzmenge werde sich gegenüber 2007 mehr als verdoppeln, hieß es weiter. In 2008 sei ferner die Inbetriebnahme eines dritten Werks geplant, die Produktionskapazität werde sich auf 130 MW erhöhen.

WorldWater & Solar Technologies Corp. soll einen Solarpark mit einer Kapazität von 3 MW in der spanischen Provinz Aragon errichten. Mit der spanischen Ingenium Energética S.L. of Barcelona (Ingenium) habe man eine entsprechende Absichtserklärung (Letter of Intent; LOI) unterzeichnet. Das Projekt werde bis Mitte 2008 abgeschlossen.

Aufgrund der ungünstigen Marktbedingungen hat der US-amerikanische Ethanolhersteller Pacific Ethanol den Bau einer Produktionsstätte nahe dem kalifornischen Calipatria verschoben. Das Unternehmen plant jedoch weiterhin, bis Mitte 2008 mehr als 220 Millionen Gallonen (eine Gallone entspricht 3,79 Litern) pro Jahr herzustellen.

Der Bielefelder Biogasanlagenbauer Biogas Nord AG hat für 2007 ein negatives Ergebnis im unteren einstelligen Millionenbereich sowie eine Gesamtleistung knapp unter Vorjahreshöhe prognostiziert. „Der erwartete Umsatz von fast 40 Millionen Euro wird nicht erreicht, weil mehrere Aufträge aus dem In- und Ausland durch zeitliche Verschiebungen nicht mehr in 2007 umsatzwirksam werden“, so das Unternehmen. In 2008 solle Auslandsanteil am Umsatz auf mindestens 30 Prozent steigen, hieß es weiter. Man erhoffe sich davon „deutlich positive Auswirkungen auf die Ergebnislage“. Das EBIT solle 2008 auf mindestens 2,5 Prozent des Umsatzes wachsen.

Für 5,30 Euro je Aktie hat der spanische Energiekonzern Iberdrola 20 Prozent der Anteile oder 844 Millionen Aktien seiner Neue-Energie-Tochter Iberdrola Renovables SAU an die Börse gebracht. Die Marktkapitalisierung des Unternehmens beläuft sich zu diesem Preis den Angaben zufolge auf rund 22 Milliarden Euro ungefähr das 88-fache des 2006 erzielten Gewinns. Obwohl der Ausgabepreis am unteren Ende der Preisspanne zwischen 5,30 und 7,00 Euro lag, fiel das Debüt schwach aus, die Aktie fiel unter den Ausgabepreis. Iberdrola Renovables will seine Gesamtleistung im Bereich der Erneuerbaren Energien bis 2010 um fast 100 Prozent auf 13.600 MW steigern.

Die CWT-Tochter Aqua Engineering GmbH hat aus Rumänien Aufträge im Wert von 8,2 Millionen Euro erhalten. Die Tochter soll demnach die Trinkwasseraufbereitung der westrumänischen Städte Orlea und Deva sanieren und eine neuen Wasseraufbereitungsanlage für die Stadt Hunedoara bauen.

Die Dortmunder Spezialistin für die Entsorgung PCB-haltiger Transformatoren, Envio AG, hat den Umsatz in den ersten neun Monaten 2007 auf 6,90 Millionen Euro gesteigert (plus 26,6 Prozent). Das EBIT verbesserte sich um 29,0 Prozent auf 1,79 Millionen Euro. Die EBIT-Marge betrage 25,9 Prozent. Den Nettogewinn gab Envio mit 1,0 Millionen Euro an. Ab 2008 will Envio eine eigene Produktion in Korea starten. Der asiatische Markt biete besondere Wachstumschancen, hieß es.

Die Hamburger KTG Agrar AG hofft, ihre Flächeneffizienz auf mindestens 25 Prozent der rund 2.000 Hektar, auf denen Pflanzen für die eigene Biogasherstellung produziert werden, durch den Anbau so genannter „Zweitfrüchte“ zu verbessern. Bei Feldversuchen am Standort Putlitz habe sich Hirse als besonders geeignet erwiesen, hieß es.

Der Hersteller von Wasserkraftwerken, Wasserkraft Volk AG (WKV), will 18 Millionen Euro in die Erweiterung seiner Produktion investieren. Laut dem nicht börsennotierten Unternehmen aus Gutach bei Freiburg sollen 3.000 Quadratmeter neue Produktionsfläche geschaffen werden. Mehr als 35 neue Arbeitsplätze sollen entstehen.

Lawrence Blanford, CEO des Biokaffeerösters Green Mountain Coffee Roasters aus Waterbury im US-Bundesstaat Vermont, hat für rund 100.000 Dollar Aktien seines Unternehmens gekauft. Green Mountain hatte den Umsatz im abgelaufenen Geschäftsjahr auf 341,7 Millionen Dollar gesteigert, der Gewinn wuchs um 52 Prozent auf 12,8 Millionen Dollar.

Der Bambushersteller Asian Bamboo AG hat einen Pachtvertrag über rund 2.000 Hektar (ha) neue, kultivierte Bambus-Anbauflächen in der Fujian-Provinz in China geschlossen. Die Pacht belaufe sich auf einmalig 9,5 Millionen Euro. Der Vertrag habe eine Laufzeit von 20 Jahren ab 1. Januar 2008. Die verfügbare Fläche kultivierter Bambusplantagen der Asian Bamboo steige damit um rund 27 Prozent auf 18.700 ha. Es sei geplant, die Anbaufläche bis Ende 2010 auf mehr als 30.000 ha zu vergrößern.

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Bilder: Messsystem "Suncheck" der Conergy AG; Sitz der Solar-Fabrik AG in Freiburg; Wasseraufbereitungssystem "Septron" der CWT AG / Quelle: Unternehmen

Dieser Umweltaktien-Wochenrückblick erscheint mit freundlicher Unterstützung der UmweltBank.
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