17.03.02

17.3.2002: Kapitalerhöhung der wind7 AG nur zu 17 Prozent gezeichnet - Vorstand Jesaitis: "Keine nennenswerten Probleme"

"Unsere Kapitalerhöhung war nur ein mäßiger Erfolg: Konkret sind etwa 17 Prozent der angebotenen Aktien gezeichnet worden, so dass dem Unternehmen rund 2,3 Mio. Euro neues Kapital zufließen." Das erklärte wind7-Vorstand Dirk Jesaitis. Was sich am 11. September in New York ereignete - mit den entsprechenden Konsequenzen für die Börse - sei im August 2001, als die Hauptversammlung die Kapitalerhöhung über 10 Millionen Euro beschlossen hatte, nicht vorhersehbar gewesen, sagte er. Es sei aus formellen Gründen nicht mehr möglich gewesen, die Beschlüsse zur Kapitalerhöhung zu verändern und die Zeichnungsfrist zu verlängern. Hierfür wäre eine neue Hauptversammlung durchzuführen gewesen, sagte Jesaitis.

"Ich muss gestehen, dass wir aufgrund der sehr positiven Resonanz und enorm großen Nachfrage auch im Januar und Anfang Februar noch relativ optimistisch waren", so Jesaitis. Immerhin hatten die Altaktionäre bis zum 31. Januar bereits rund 1,6 Mio. Euro gezeichnet. Anschließend wären fast 10.000 neue Anfragen bekommen und entsprechend viele Prospekte verschickt worden, zahlreiche weitere Interessenten hätten außerdem die Unterlagen aus dem Internet herunter geladen. Dass dennoch am Ende so wenige neue Zeichnungen hinzugekommen seien, hing nach Jesaitis Ansicht mit dem weiteren Absturz der Aktienmärkte und insbesondere mit den sehr negativen Meldungen aus der Windbranche zusammenhängen: Die Nichteinhaltung von Planzahlen der börsennotierten Projektierer am Neuen Markt, das schlechte Abschneiden von drei Windpark-Fonds bei Energiekontor, sowie der skandalöse und weltweit publizierte Zusammenbruch von Enron seien für die wind7-Kapitalerhöhung "nicht besonders hilfreich" gewesen.

"Faktisch führt der Teilerfolg unserer Kapitalerhöhung im Hause der wind 7 nicht zu nennenswerten Problemen: Wie wir schon einmal verkündet hatten, war die wind 7 Aktiengesellschaft auch vor dieser Kapitalerhöhung mehr als überlebensfähig", erklärte Jesaitis. Gelinge es kurzfristig, die neuen Mittel in gute Projekte zu investieren, könnte wind7 durchaus noch 7 bis 8 Mio. Euro Umsatz erreichen, sagte er.

Auch eine Verringerung der Umsätze bedeute für die wind 7 nicht zwangsläufig eine Verschlechterung der Gewinn/Verlust-Situation. "Aufgrund unseres Geschäftsmodells können wir neue Umsätze nur dadurch generieren, dass wir neue Windparks erwerben. Diese sind zwangsläufig mit steuerlichen Abschreibungen verbunden, so dass zunächst immer ein steuerlich negatives Ergebnis resultiert. Die Neuinvestitionen für 2002 werden aufgrund der geringeren Kapitaleinwerbung niedriger ausfallen, was ebenso zu geringeren Abschreibungen führt", so Jesaitis. Die Wahrscheinlichkeit eines Börsengangs der wind7 in diesem Jahr sei geringer geworden, sagt er.
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