17.05.04

17.5.2004: Meldung: BWT AG: Quartalsbericht

Nach dem im Geschäftsjahr 2003 verzeichneten Rückgang bei Umsatz und Gewinn konnte die BWT - Best Water Technology-Unternehmensgruppe - bereits im 1. Quartal des neuen Geschäftsjahres wieder ein sehr erfreuliches Wachstum erzielen. Auch dem zuletzt durch die schwache Auftragslage in der Halbleiterindustrie geprägten Aqua Systems Technology-Segment gelang es, sich durch eine wesentliche Verbesserung im Auftragseingang dem Break-Even-Punkt zu nähern. Darauf aufbauend rechnet der Vorstand für das Gesamtjahr 2004 mit einer deutlichen Umsatz- und Ergebnisverbesserung. Im 1. Quartal 2004 steigerte der BWT-Konzern den konsolidierten Gruppenumsatz um 15,7% von 97,9 Mio. € auf 113,3 Mio. €. Überdurchschnittlich zu diesem Wachstum beigetragen hat das Service- und Ersatzteilgeschäft, das im 1. Quartal 2004 für 17,3% des Gesamtumsatzes der Gruppe stand (VJ: 14,7%).

Der Umsatz im Geschäftsbereich Aqua Ecolife Technologies stieg um 17,7% auf 74,7 Mio. € und im Geschäftsbereich Aqua Systems Technologies um 10% auf 37,8 Mio. €. Im Bereich Fuel Cell Membrane Technologies wurden 0,8 Mio. € umgesetzt.

Umsatz in Mio. € 1. Quartal 2004 1. Quartal 2003 +/- %
Aqua Ecolife Technologies (AET) 74,7 63,4 +17,7%
Aqua Systems Technologies (AST) 37,8 34,4 +10,0%
Fuel Cell Membrane Technologies (FCMT) 0,8 0,1 X
Gesamt 113,3 97,9 +15,7%

Die Umsatzsteigerung im AET-Segment resultierte im Wesentlichen aus der erstmaligen Einbeziehung der Mitte des Vorjahres akquirierten HOH, welche 8,2 Mio. € umsetzte, von der weiterhin positiven Entwicklung in Frankreich sowie einem starken 1. Quartal in Deutschland. Das AET-Segment erreichte neben der HOH-Akquisition ein fast 5%iges organisches Wachstum. In Deutschland basierte die Umsatzsteigerung vor allem auf den klassischen Haustechnikprodukten und einem neu entwickelten Verfahren für die Mineralwasserbehandlung, welches neue Impulse setzt.

Erstmals seit drei Jahren ist das Aqua Systems Technologies-Geschäft (AST) mit industriellen und kommunalen Trink-, Prozess- und Abwasseraufbereitungsanlagen wieder gewachsen. Das 10%ige Umsatzplus stammte zum Großteil von der Christ, wo insbesondere der zuletzt schwache Halbleiterbereich von bedeutenden Auftragseingängen profitierte. Auch die im industriellen Prozess- und Abwassergeschäft engagierte Goema AG verzeichnete eine Verdoppelung der Betriebsleistung, während die Aqua Engineering und die Christ Kennicott im 1. Quartal 2004 hinter den Vorjahreswerten zurückblieben. Die in der Entwicklung, der Erzeugung und dem Vertrieb von Membranen tätige Fumatech hat im Rahmen des Geschäftsbereiches Fuel Cell Membrane Technologies (FCMT) in den ersten 3 Monaten 0,8 Mio. € umgesetzt (VJ: 0,1 Mio. €).

Der Auftragsbestand der BWT Gruppe zum 31. 3. 2004 lag bei 128,0 Mio. €, was gegenüber dem Vergleichszeitpunkt des Vorjahres einer Steigerung um 2,3% entspricht. Sehr erfreulich entwickelte sich der Auftragseingang im 1. Quartal, der mit insgesamt 136,5 Mio. € um 30,8% über dem Vorjahr (104,4 Mio. €) lag. Im AET-Bereich nahm der Auftragseingang um 22% auf 83,3 Mio. € zu, im AST-Segment sogar um 44,9% auf 52,3 Mio. €. Diese Entwicklung war geprägt von maßgeblichen Aufträgen aus der Halbleiterindustrie und der Pharmaindustrie, wo Zuwächse von 150% resp. 90% erzielt wurden. Hingegen lag der Auftragseingang in der Kraftwerksindustrie sowie bei Recyclinglösungen noch hinter dem Vorjahreswert zurück.

Umsatz: 113,3 Mio. €, +15,7% zum Vorjahr
Auftragsbestand: 128,0 Mio. €, +2,3% zum Vorjahr
Auftragseingang: 136,5 Mio. €, +30,8% zum Vorjahr
BWT wieder auf Wachstumskurs - Deutliche Umsatz- und Ertragssteigerung im 1. Quartal

Umsatz 1. Quartal 2004 nach Geschäftsbereichen (in Mio. €)
AquaSystems Technologies (AST) 37,8 (33,4%)
Fuel Cell Membrane Technologies (FCMT) 0,8 (0,7%)
Aqua Ecolife Technologies (AET) 74,7 (65,9%)

Die deutliche Verbesserung des Betriebsergebnisses im AST-Segment führte dazu, daß sich das EBIT (Ergebnis aus der betrieblichen Tätigkeit) der BWT-Gruppe von 4,7 Mio. € um 38,0% auf 6,7 Mio. € verbesserte. Der AET-Bereich stieg aufgrund eines noch leicht negativen EBIT der HOH geringfügig um 1,5% auf 7,3 Mio. €, die Reduktion des negativen Betriebsergebnisses im AST-Segment stammt vom Turnaround der Christ, die im 1. Quartal bereits ein Break-Even erreichte. Der Verlust im FCMT-Segment konnte durch gesteigerte Umsätze weiter reduziert werden.

Das EBIT nach Sparten entwickelte sich wie folgt:
EBIT in Mio. € 1. Quartal 2004 1. Quartal 2003 +/- %
Aqua Ecolife Technologies (AET) 7,348 7,236 +1,5%
Aqua Systems Technologies (AST) -0,460 -1,967 +76,6%
Fuel Cell Membrane Technologies (FCMT) -0,192 -0,404 +52,5%
Aqua Finance (AFI) 0,023 0,005 +360,0%
Gesamt 6,719 4,870 +38,0%

Der Materialaufwand erhöhte sich von 43,4% auf 45,2% vom Umsatz, dagegen reduzierten
sich der Personalaufwand von 31,3% auf 30,9% und die sonstigen betrieblichen Aufwände
und Erträge von 16,8% auf 14,9% vom Umsatz. Das Konzern-EBIT betrug 5,9%
vom Umsatz gegenüber 5,0% im Vorjahr.

Im Finanzergebnis wurde eine Verbesserung um 13,6% auf -0,6 Mio. € erzielt, somit lag das Ergebnis vor Steuern bei 6,1 Mio. €, um 46,7% über dem Vorjahr. Die Konzernsteuerrate erhöhte sich im 1. Quartal 2004 von 28% im Vorjahr auf 37%, der Gewinn nach Steuern betrug 3,8 Mio. € und lag damit um 28,6% über dem Vorjahreswertes von 2,9 Mio. €. Das Konzernergebnis nach Minderheiten stieg um 31,3% auf 3,8 Mio. €, das Ergebnis je Aktie betrug 0,21 € (VJ: 0,16 €).

Dank des gestiegenen Konzerngewinnes erhöhte sich der Cash flow aus dem Ergebnis bei fast gleichgebliebenen Abschreibungen von 6,4 Mio. € um 12% auf 7,2 Mio. €. Das durch die höhere Betriebsleistung gestiegene Working Capital führte dazu, dass der Cash flow aus der Geschäftstätigkeit von 3,8 Mio. € auf 1,1 Mio. € zurückging. Die Nettoverschuldung reduzierte sich gegenüber dem Vergleichszeitpunkt des Vorjahres von 88,4 Mio. € um 10% auf 79,6 Mio. €, was allerdings gegenüber dem Ende des Geschäftsjahres 2003 einen leichten Anstieg bedeutet. Trotzdem konnte das Gearing auf 62,1% und damit auf den niedrigsten Wert seit Ende des Jahres 2000 verbessert werden. Das Konzerneigenkapital stieg kontinuierlich und erreichte zum Ende des 1. Quartals 35,4%. (31. 3. 2003: 34,7%)

In den ersten drei Monaten 2004 hat die BWT-Gruppe insgesamt 1,7 Mio. € in das Anlagevermögen investiert, das entspricht gegenüber dem Vorjahr einer Zunahme um etwa 21%. Die wichtigsten Projekte betrafen dabei die Einrichtung eines modernen Kundenservice- Centers bei der BWT in Deutschland sowie die weitere Modernisierung der ITAusstattung. Der Personalstand im BWT-Konzern stieg zum Ende des 1. Quartals auf insgesamt 2.717 Personen an, vor einem Jahr waren 2.454 und am 31. 12. 2003 2.688 MitarbeiterInnen in der BWT-Gruppe beschäftigt. 1.955 Personen (VJ: 1.706) waren im AET-Segment, 747 (VJ: 731) im AST-Segment und 14 (VJ: 17) im FCMT-Bereich tätig. Die Zunahme gegenüber dem Vorjahr betrifft die HOH.

EBIT 6,7 Mio. €,
+38,0% zum Vorjahr
Konzernergebnis 3,8 Mio. €,
+31,3% zum Vorjahr
Cash-Flow aus dem Ergebnis 7,2 Mio. €
(VJ: 6,4 Mio. €)
Cash flow aus der Geschäftstätigkeit
1,1 Mio. € (VJ: 3,8 €)
Konzerneigenkapital 128,1 Mio. €,
35,4% der Bilanzsumme
Gearing auf 62,1% verbessert
Investitionen in Anlagevermögen
1,7 Mio. € (VJ: 1,4 Mio. €)
Mitarbeiterstand per 31. 3. 2004:
2.717 Personen


Im 1. Quartal des laufenden Geschäftsjahres wurden die Erwartungen des Vorstandes im Wesentlichen bestätigt. Im AET-Bereich wurde ein organisches Wachstum von ca. 5% mit beständigen EBIT-Margen und zusätzliches Umsatzwachstum durch die HOH erzielt, welche kurzfristig zwar noch nicht die im AET-Bereich gewohnten EBIT-Margen erreicht, jedoch im Vergleich zum deutlichen Minus des Vorjahres auf Konsolidierungskurs ist. Das Aufkeimen von Konjunkturhoffnungen in Deutschland und eine weiterhin gute Entwicklung auf dem französischen Markt geben zusätzlichen Antrieb. Produktentwicklungen wie ein umfassendes Programm zum Legionellenschutz in Trink- und Brauchwassersystemen sowie neuartige Methoden für die Mineralwasserbehandlung werden die führende Rolle der BWT als Innovator auf dem Zukunftsmarkt Wasseraufbereitung weiter stärken. Der Turnaround im AST-Bereich stellt ein wichtiges Ziel des BWT-Managements im Jahr 2004 dar. Im Halbleitergeschäft, wo bereits mit den Auftragseingängen des 1. Quartals die Kapazitätsauslastung für den Großteil des Jahres 2004 gesichert ist, kann damit mit großer Wahrscheinlichkeit eine ähnlich negative Ergebnisauswirkung wie im Vorjahr vermieden werden. Zusätzlich ist im AST-Segment die starke Fokussierung auf die Pharmaindustrie bereits positiv erkennbar. Mit der kurz nach Quartalsende realisierten Akquisition von 74% der irischen Waterman Purification Ltd - nunmehr Christ Waterman - konnte sich die BWT eine hervorragende Position auf dem wichtigen Pharmamarkt in Irland und UK sichern. Mit weiteren erfolgversprechenden Minderheitsbeteiligungen in USA und China, die eine für diese Märkte notwendige lokale Wertschöpfung ermöglichen, wird die weitere Internationalisierung der BWT/Christ im Industriegeschäft vorangetrieben. In allen Geschäftssegmenten wird der Ausbau des Service-Geschäftes weiter forciert. Insgesamt rechnet die BWT für das laufende Geschäftsjahr im Vergleich zum Vorjahr mit einer deutlichen Umsatzsteigerung, welche zu einem überproportionalen Ergebnisanstieg führen wird. Die weitere Reduktion des Gearings auf unter 55% stellt ein wichtiges Ziel für das Management dar.

Mondsee, im Mai 2004
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