17.05.06 Nachhaltige Aktien , Meldungen

17.5.2006: Solar Millennium AG: Fortschritte an allen Fronten - Baubeginn für "Andasol 1" im Juni - Rahmenabkommen in China

Die Erlanger Solar Millennium AG erwartet für Juni den Baubeginn ihres Parabolrinnen-Kraftwerks "Andasol 1". Wie das Unternehmen zur heutigen ordentlichen Hauptversammlung mitteilte, soll die Finanzierungszusage der beteiligten Banken am 30. Mai unterzeichnet werden. Die Bauzeit des laut der Meldung "ersten europäischen" Großkraftwerks dieses Typs mit einer Leistung von 50 Megawatt werde knapp zwei Jahre betragen. Solar Millennium nennt ein Gesamtinvestitionsvolumen von 300 Millionen Euro. Für die ersten beiden Andasol-Großkraftwerkprojekte hat das Unternehmen die spanische ACS/Cobra-Gruppe als Hauptanteilseigner gewonnen.

Wie Solar Millennium weiter mitteilte, ermögliche die Finanzierungszusage die Abrechnung von erbrachten Projektentwicklungsleistungen. Diese Umsatzerlöse seien ein wichtiger Bestandteil zur Erreichung der prognostizierten Umsatzerlöse für das Geschäftsjahr 2005/2006 in Höhe von etwa 17 Millionen Euro und einem Ergebnis von etwa zehn Millionen Euro nach Steuern.

Darüber hinaus will Solar Millennium mit der Parabolrinnen-Technologie künftig auch den chinesischen Markt erschließen. Dazu werde in der nächsten Woche ein Rahmenabkommen zur Realisierung von solarthermischen Kraftwerken mit insgesamt 1.000 Megawatt Leistung unterzeichnet. Die Anlagen sollten bis 2020 zusammen mit regionalen Unternehmen errichtet werden, heißt es. Das erste Großkraftwerk mit einer Leistung von 50 Megawatt wolle man in der Inneren Mongolei bauen. Innerhalb der nächsten vier Jahre plant Solar Millennium den Angaben zufolge in deutsch-chinesischer Zusammenarbeit solarthermische Kraftwerke 200 Megawatt Leistung. Wie Christian Beltle, Vorstandsvorsitzender von Solar Millennium, berichtete, hat China solarthermische Kraftwerke mit in den neuen Fünf-Jahres-Plan aufgenommen.

Bei der technologischen Weiterentwicklung von solarthermischen Kraftwerken will Solar Millennium künftig mit dem größten spanischen Energieversorger Endesa kooperieren. Ziel eines vereinbarten Forschungsvorhabens sei die Erprobung der Direktverdampfung für Parabolrinnen-Kraftwerke, teilt das Unternehmen mit. Durch die Direktverdampfung von Wasser in den Absorberrohren der Kraftwerke könne potenziell die Betriebsweise vereinfacht und die Investitionskosten gesenkt werden. Die Kooperation ermögliche den beiden Unternehmen und ihren in die Forschungsvorhaben einbezogenen Tochtergesellschaften die Bündelung von Erfahrungswissen. Weitere Forschungsinstitutionen sollten in die Forschungsvorhaben eingebunden werden.

Solarthermische Kraftwerke erzeugen aus der Wärmeenergie der aufgefangenen Sonnenstrahlung Strom. Bei einem Parabolrinnen-Kraftwerk bündeln rinnenförmige Spiegel die einfallende Sonnenstrahlung auf ein Rohr in der Brennlinie des Kollektors. Im Rohr wird dadurch eine Wärmeträgerflüssigkeit erhitzt, die im Kraftwerksblock mittels Wärmetauscher Dampf erzeugt. Wie bei konventionellen Kraftwerken wird der Dampf in einer Turbine zur Stromgewinnung genutzt. Bei Integration eines thermischen Speichers kann der Strom planbar bereitgestellt werden. Die Solarkraftwerke können dann auch nach Sonnenuntergang Strom erzeugen.

Die Aktie des Erlanger Solarunternehmens profitierte bereits von den Nachrichten. Sie legte am Morgen um 6,75 Prozent zu auf zuletzt 19,76 Euro (11:29 Uhr).

Solar Millenium AG: ISIN: DE0007218406 / WKN: 721840

Bildhinweis: Parabolrinnen-Kraftwerk / Quelle: Solar Millenium AG
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