17.06.04 Nachhaltige Aktien , Meldungen

17.6.2004: Stunksitzung - Vattenfall-Aktionäre kündigen Proteste auf Hauptversammlung an

Kritische Aktionäre und Umweltschutzverbände wollen auf der heutigen Hauptversammlung der Vattenfall Europe AG gegen deren klimaschädliche Braunkohleverstromung und eine damit verbundene Vernichtung wertvoller Biotope protestieren. Nach ihren Angaben gehört der Energiekonzern zu den größten Kohlendioxid-Emittenten in Europa. Allein im vergangenen Jahr seien von Vattenfall 57 Millionen Tonnen Braunkohle im Tagebau abgebaggert und in nahen Kraftwerken verstromt worden. Braunkohle liefere in Deutschland nur etwa zehn Prozent der Primärenergie, bewirke jedoch 20 Prozent des Kohlendioxidausstoßes.

Laut dem Dachverband der Kritischen Aktionäre wird dem Vattenfall-Vorstand vorgeworfen, gegenüber den Aktionären falsche Angaben über Unkosten beim Vattenfall-Tagebau Cottbus-Nord gemacht zu haben. In der Frage, was naturschutzrechtlicher Ausgleich und Ersatz für die Lacomaer Teichlandschaft das Unternehmen kosten würden, habe der Vorstand in der letzten Hauptversammlung seinen Aktionären zugesichert, die Kosten würden eine einstellige Millionenhöhe nicht überschreiten. Durch Akteneinsicht beim Umweltministerium hätten die Naturschutzverbände aber festgestellt, dass Bergbau-Chef Häge bereits im Juli 2003 von Kosten bis zu 20 Millionen ausging. Das Lacomaer Teichgebiet solle ab 2005 für dem Braunkohletagebau zum Opfer fallen. Es handle sich um eine der wertvollsten Landschaften der Cottbuser Region, die europäischen Schutz genieße. Das Genehmigungsverfahren sei noch nicht abgeschlossen.
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