17.06.05 Nachhaltige Aktien , Meldungen

17.6.2005: Sonnenschein ?ber der Solar-Fabrik AG - Boom der erneuerbaren Energien beschert den badischen "Sonnenk?nigen" ein Rekordergebnis

Von Heinz Siebold. Eitel Sonnenschein auf der Jahreshauptversammlung der Solar-Fabrik AG in Freiburg: Zwar noch keine Dividende, aber die Gewissheit, dass ihr Unternehmen nach langen Durstjahren mit einem Gewinn von einer Million Euro (EBIT) nun aus den roten Zahlen heraus und auf dem Weg nach oben ist, konnten die Aktion?re von der gestrigen Hauptversammlung mit nach Hause nehmen. Der Umsatz des b?rsennotierten Herstellers von Solarmodulen schnellte im Gesch?ftsjahr 2004 um 75 Prozent auf 52 Millionen Euro und h?tte man Rohmaterial und Produktionskapazit?ten gehabt, h?tte man weitaus mehr Module verkaufen k?nnen. "Wir hatten Anfragen ?ber 100 Megawatt", erkl?rte Vorstandsvorsitzender Georg Salvamoser. Verkauft wurden nur 17 Megawatt, die Produktion dieses Jahres ist bereits vergeben, die Auftragsb?cher dar?ber hinaus randvoll.

Das Rohstoffproblem will die Solar-Fabrik mit dem Kauf eines Wafer-H?ndlers in Malaysia l?sen. Ein "Letter of Intend" ist bereits unterzeichnet, der Name wird noch nicht preisgegeben, ebenso wenig wie der Kaufpreis. Wafer sind die Siliziumscheiben, aus denen die Zellen gefertigt werden, das malaysische Unternehmen habe langfristige und ausreichende Vertr?ge mit Siliziumlieferanten. Auch in die Zellenherstellung will die Solar-Fabrik k?nftig einsteigen, entweder durch einen weiteren Ankauf oder eine eigene Fabrik. "Beide Optionen werden mit Hochdruck gepr?ft", betonte Salvamoser, eine Entscheidung werde in wenigen Wochen fallen. Es m?sse schnell gehen, denn "nicht liefern k?nnen, wenn es Nachfrage gibt, ist das Schlimmste, was einem Verk?ufer passieren kann."

Ernsthafte Zweifel, dass ein m?glicher Regierungswechsel nach den vorgezogenen Neuwahlen den Boom der Photovoltaik und anderer erneuerbarer Energien zum Erliegen bringen k?nnte, haben die badischen "Sonnenk?nige" nicht. Zwar w?rden einzelne Unions- und FDP-Abgeordnete die Rolle r?ckw?rts zur konventionellen und Atomenergie propagieren, doch Solarpionier Georg Salvamoser glaubt nicht, dass eine andere Regierung das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) kippen wird. "Die werden Wichtigeres zu tun haben und das EEG ist die weltweit effektivste F?rderung alternativer Energien". Mit dem Einspeisegesetz sei Deutschland an die Weltspitze bei den erneuerbaren Energien gelangt, an dem Umlagemodell, das pro Jahr und Normalhaushalt nur 15 Euro Mehrkosten verursache (die Kohlef?rderung dagegen 200 Euro), orientieren sich mittlerweile andere L?nder wie Spanien und die EU-Kommission. Seit die Verg?tungen für Solarstrom 2004 erh?ht wurden, ist die Nachfrage f?rmlich explodiert.

Die Sorgen der Solar-Fabrik sind jetzt ihre Wachstumspl?ne. "?ber die gesamte Wertsch?pfungskette" will Salvamoser die 1996 gegr?ndete Fabrik aufstellen, dieses Jahr rund 50 Besch?ftigte einstellen, solide Wachstumsraten erzielen und "die eigentliche Ernte" im Jahre 2006 einfahren. Denn noch liegt die Umsatzrendite bei nur einem, die Rentabilit?t des Eigenkapitals bei knappen acht Prozent. Mit einer Eigenkapitalquote von 48 Prozent liegt das Unternehmen weit ?ber dem Durchschnitt deutscher Mittelst?ndler. Neben Salvamoser ist die Familie des Schokoladenherstellers Alfred T. Ritter Gro?aktion?r, nach einer Kapitalerh?hung im Februar dieses Jahres mit 30 Millionen Euro Erl?s sind 62 Prozent der Aktien im "free float".

Die Aktie der Solar-Fabrik reagiere mit einem Kurssprung auf die positiven Nachrichten. Sie stieg von unter neun auf fast 11 Euro.

Solar-Fabrik AG: ISIN DE0006614712 / WKN 661471
Solar-Fabrik AG - Neue Aktien: ISIN DE000A0DRX11

Bilder: Sitz der Solar-Fabrik AG in Freiburg; Modulproduktion bei der Solar-Fabrik AG / Quelle: Unternehmen
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