17.09.04 Anleihen / AIF

17.9.2004: Presseschau: Rundumschlag gegen die Windenergie mit immer gleichen "Argumenten"

Die aktuellen Debatte um die Erhöhung der Strompreise durch die großen Stromanbieter hat Christian von Weizsäcker, ehemaliger Direktor des Instituts für Energiewirtschaft an der Universität Köln, erneut zum Rundumschlag gegen die Windkraft genutzt. In einem Interview des Deutschlandfunks äußerte er Verständnis für die Konzerne, wies hin auf die Belastung "durch die Förderung der erneuerbaren Energien, etwa diese ganzen Windmühlen, die in der ganzen deutschen Landschaft herumstehen, die ja alle sehr teuer sind, gar nicht konkurrenzfähig sind und nur dadurch finanziert werden können, dass der Betreiber solcher Windmühlen einen garantierten Absatz ins Netz für seinen Strom für einen weit überhöhten Preis bekommt, und je mehr solche Windmühlen gebaut werden, desto teurer wird unser Strom."

Dass es bei Windenergie um Klimaschutz geht und um das Verursacherprinzip im Umweltschutz, immerhin doch in unserer Verfassung verankert - das ficht von Weizsäcker nicht an. Noch einmal zur Klarstellung: Aus dem Grundgesetz ist ableitbar, dass Umweltschäden, etwa durch Kohle und Öl, von denen bezahlt werden sollten, die sie verursachen. Würde man die Schäden durch die fossilen Energien auf den Strompreis umrechnen, wären sie fast unbezahlbar, die Erneuerbaren Energien aber jeder Konkurrenz überlegen, da sie nicht zu Folgekosten führen.

Der Wirtschafts- und Energiewissenschaftler Christian von Weizsäcker ist Windkraftbefürwortern spätestens seit dem Frühjahr bekannt. Im März hatte er in seiner Funktion für den Wissenschaftlichen Beirat beim Bundeswirtschaftsministerium ein Gutachten präsentiert, das sich für die Abschaffung des Gesetzes zur Förderung Erneuerbarer Energien (EEG) aussprach.

Bildhinweis: Nicht wirklich billig: Energie aus Kohle / Quelle: RWE
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