18.10.05 Erneuerbare Energie

18.10.2005: Umweltbundesamt stellt Klimaschutz-Konzeption vor - Massiver Ausbau erneuerbarer Energien gefordert

Den in der Klimaschutzvereinbarung von Kyoto vereinbarten Emissionsminderungen der Industriestaaten um etwa 1 Milliarde Tonnen CO2-?quivalente von 1990 bis 2012 steht bislang heute ein globaler Emissionsanstieg um ca. 3 Milliarden Tonnen gegen?ber. Dies hat das Umweltbundesamt (UBA) zum Anlass genommen, zu einer Forcierung des Klimaschutzes aufzurufen. Eine Agenda daf?r stellte Andreas Troge, Pr?sident des UBA, in Berlin mit der Klimaschutz-Konzeption "Die Zukunft in unseren H?nden - 21 Thesen für eine Klimaschutzpolitik des 21. Jahrhunderts" vor. Troge wies bei der Pr?sentation darauf hin, dass eine weitere Erw?rmung des Weltklimas ab 2050 weltweit zu volkswirtschaftlichen Sch?den in H?he von mehreren Billionen Euro pro Jahr f?hren k?nne, davon etwa 100 Milliarden Euro allein in Deutschland. Die zu erwartenden Emissionsminderungskosten dagegen seien wesentlich geringer. Zudem bewirke aktiver Klimaschutz Investitionen und technische Innovationen.

Um die Erw?rmung des Weltklimas wirksam zu begrenzen, sind laut der Einsch?tzung des UBA die weltweiten Emissionen der Treibhausgase bis zum Jahr 2050 in etwa zu halbieren. Schon bis zum Jahr 2020 m?sse etwa die Industriestaaten ihre Emissionen um bis zu 30 Prozent senken. Das im M?rz dieses Jahres vom Europ?ischen Rat vorgeschlagene Ziel von mindestens 15 Prozent greife zu kurz. Insgesamt m?ssten die Industriestaaten bis 2050 ihren Treibhausgasaussto? um mindestens 80 Prozent reduzieren. Bis dahin sollen laut der Beh?rde die erneuerbare Energien 50 % der Energieversorgung leisten. Unter den erneuerbaren Energiequellen sollten Windkraft (an Land durch gr??ere Anlagen an bestehenden Standorten, auf See mit neuen Standorten), Biomasse und Solarthermie bis 2020 die Schwerpunkte des Ausbaus bilden. Die Markteinf?hrung von solarer Stromerzeugung und Geothermie sei schon heute erforderlich, um sie nach 2020 kosteng?nstig zu ihrem vollen Potenzial ausbauen zu k?nnen.

Der Emissionshandel kann dabei laut dem UBA das zentrale Instrument für den Klimaschutz werden. Die Europ?ische Union solle ihn weiterentwickeln, indem sie "anspruchsvolle Ziele für die folgenden Handelsperioden festlegt, die nationalen Regelungen zur Realisierung des Emissionshandels harmonisiert, alle gro?en Emittenten in den Emissionshandel einbezieht, die Anlagen mit geringf?gigen Emissionen aus dem Emissionshandel heraus nimmt sowie den administrativen und verfahrenstechnischen Aufwand weiter reduziert." Dar?ber hinaus komme die Einf?hrung eines Emissionshandels auch für vom Kyoto-Regime bisher nicht erfasste Sektoren in Betracht, etwa dem internationalen Flug- und Schiffsverkehr. Die anstehende Erneuerung des Kraftwerksparks bis 2020 solle für Effizienzinvestitionen und die Verringerung der Kohleverstromung genutzt werden. Troge wies darauf hin, dass durch energiesparende Technik und besseres Management in Industrie, Haushalten und in ?ffentlichen Verwaltungen zur?ckgehende Energienachfrage zu Einsparungen bei Investitions- und Treibstoffkosten f?hrten.

Bei den dar?ber hinaus notwendigen Kapazit?ten sei neben den Erneuerbaren Energien modernen Erdgaskraftwerken mit Kraft-W?rme-Kopplung der Vorrang gegen?ber Kohlekraftwerken zu geben. Kohle verursache pro Energieeinheit etwa doppelt so hohe CO2-Emissionen wie Erdgas. Nach Einsch?tzung des UBA d?rften "wirtschaftlich vertretbare Techniken zum Abscheiden und Speichern des Kohlendioxids (CO2-Sequestrierung) zumindest in den n?chsten 20 Jahren nicht im gew?nschten Umfang zur Verf?gung stehen".

Bildhinweise:
Anbringen von Spiegeln für ein Solarthermiekraftwerk / Quelle: Solar Millenium AG;
laut dem UBA keine Zukunftstechnologie: Braunkohlekraftwerk der RWE AG / Quelle: Unternehmen
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