18.11.03

18.11.2003: Meldung: Mayr-Melnhof Karton AG: Ergebnisse zum 3. Quartal 2003

18. November 2003

Ergebnisse zum 3. Quartal 2003:


HOHE ERTRAGSKRAFT AUCH IN STARKEM 3. QUARTAL GEHALTEN


• Betriebliches Ergebnis wieder auf Höchstwert des Vorjahres

• Auslastung der MM-Kartonmaschinen im 3. Quartal höher als im 2. Quartal

• Positive Geschäftsentwicklung im Faltschachtelbereich

• Saisonal schwächere Auslastung im 4. Quartal erwartet


Unter schwachen gesamtwirtschaftlichen Rahmenbedingungen verzeichnete der Mayr-Melnhof Konzern in den ersten drei Quartalen 2003 eine durchgehend robuste Ertragsentwicklung. Kostensenkungen hatten absolute Priorität. Strategiekonform wurde darüber hinaus, um die Verkaufspreise für Karton in Europa weitgehend zu halten, die Kartonproduktion durch vermehrte Maschinenstillstände im zweiten und dritten Quartal der Auftragsentwicklung angepasst.
Da sich das Faltschachtelgeschäft überwiegend auf konsumnahe Verbrauchsgüter konzentriert, verlief es in hohem Maße stabil und profitierte insbesondere von der Spezialisierung der einzelnen Standorte sowie der erfolgreichen Entwicklung der Graphia Akquisition im Vorjahr.



Der Konzernumsatz erhöhte sich um 7,2 % (67,5 Mio. EUR) auf 1.007,9 Mio. EUR (Q1-3 2002: 940,4 Mio. EUR), wobei dieser Anstieg im Wesentlichen aus den in 2002 getätigten Akquisitionen resultiert.

Beim betrieblichen Ergebnis gelang es, mit 105,3 Mio. EUR wieder den Höchstwert des Vorjahres zu erreichen (Q1-3 2002: 105,2 Mio. EUR).

Die Nettozinsaufwendungen verringerten sich gegenüber dem Vergleichswert des Vorjahres um 0,6 Mio. EUR auf -0,6 Mio. EUR.
Sonstige Aufwendungen - netto in Höhe von -3,0 Mio. EUR beinhalten im Wesentlichen die Ergebnisse aus der Bewertung der an Reno de Medici S.A. gehaltenen Aktien.
Das Ergebnis vor Ertragsteuern und Minderheitsanteilen belief sich auf 101,7 Mio. EUR (Q1-3 2002: 104,3 Mio. EUR).

Die Steuern vom Einkommen und Ertrag betrugen 36,1 Mio. EUR und lagen somit um 1,6 Mio. EUR unter dem Vergleichswert des Vorjahres. Optimierungen im dritten Quartal führten zu einem effektiven Konzernsteuersatz von 35,5 % (Q1-3 2002: 36,1 %).

Der Periodenüberschuss belief sich auf 64,7 Mio. EUR (Q1-3 2002: 66,2 Mio. EUR).


Verlauf des dritten Quartals

Wie erwartet, war es auch im dritten Quartal notwendig, die Kartonproduktion durch selektive Maschinenstillstände der Marktsituation anzupassen. Die Kapazitätsauslastung von MM-Karton belief sich auf 91 % nach 83 % im zweiten Quartal. Diese Verbesserung gegenüber dem Vorquartal resultierte insbesondere aus dem gestiegenen Absatz auf den außereuropäischen Exportmärkten. Trotz zunehmenden Gegenwindes in Europa konnte das Preisniveau weitgehend gehalten. Der Durchschnittserlös je Tonne von MM-Karton ist aber aufgrund rückläufiger Preise auf den außereuropäischen Märkten gegenüber dem zweiten Quartal gesunken.

Im dritten Quartal hat MM-Karton die Verwertung des Restvermögens der vor mehr als zwei Jahren stillgelegten Schweizer Kartonfabrik Emil Christ AG abgeschlossen. Daraus resultierte ein Verlust vor Steuern von 1,7 Mio. EUR. Dieser wurde unter der Position "Sonstige betriebliche (Erträge) Aufwendungen - netto" erfasst.

Im Faltschachtelbereich gelang es sowohl MM-Packaging als auch MM-Graphia die bisher positive Entwicklung auch im dritten Quartal fortzusetzen. MM-Graphia profitierte insbesondere vom höheren Absatz bei Zigarettenverpackungen, der den Rückgang bei Schokoladewaren im Sommer mehr als kompensieren konnte.

Mit 34,8 Mio. EUR lag das betriebliche Ergebnis des Konzerns um 3,7 Mio. EUR über dem Wert des Vorquartals (31,1 Mio. EUR). Diese Verbesserung ist insbesondere auf den gestiegenen Ergebnisbeitrag von MM-Graphia zurückzuführen. Infolge von Steueroptimierungseffekten reduzierte sich die Steuerquote auf 27,8 % (2. Quartal 2003: 40,1 %). Der Periodenüberschuss belief sich somit auf 25,8 Mio. EUR nach 16,7 Mio. EUR im Vorquartal bzw. 22,7 Mio. EUR im dritten Quartal 2002.


MM-KARTON

Die Situation auf den europäischen Kartonmärkten ist bereits seit mehreren Quartalen durch anhaltend kurzfristige aber stetige Nachfrage geprägt. Im dritten Quartal konnte auf den Märkten des Mittlern Ostens und Asiens nach einem spürbaren Orderrückgang in der ersten Jahreshälfte gegen erhebliche Preiskonzessionen mehr Karton abgesetzt werden. Dies kann als Vorbote für den Wettbewerb mit den neuen chinesischen Kartonmaschinen gesehen werden.

Der durchschnittliche Auftragsstand belief sich während der ersten drei Quartale 2003 auf rund 50.000 Tonnen nach 88.000 Tonnen im Vorjahr und reflektiert damit das nachhaltig kurzfristige Dispositionsverhalten der Kunden. Entsprechend der Strategie, das Preisgefüge durch Mengendisziplin beizubehalten, wurde die Kartonproduktion durch selektive Maschinenstillstände den Marktverhältnissen angepasst. Somit wurden die Kapazitäten von MM-Karton im Zeitraum von Januar bis September 2003 zu 89 % ausgelastet (Q1-3 2002: 97 %).

Entsprechend der Nachfrageentwicklung waren die Preise für Altpapier bis auf einen kurzfristigen Anstieg im zweiten Quartal und eine im Wesentlichen saisonal bedingte Erhöhung am Ende des dritten Quartals durch einen weitgehend stabilen Verlauf gekennzeichnet.

Die Produktionsmenge der ersten neun Monate 2003 belief sich auf rund 1.088.000 Tonnen. Dies entspricht einer Reduktion um 2,1 % gegenüber dem Vorjahr (1.111.000 Tonnen). Mit 1.082.000 Tonnen lag die Versandmenge um 2,6 % unter der Vorjahresperiode, wobei rund 79 % des Absatzes auf Europa entfielen (Q1-3 2002: 78 %).

Die Umsatzerlöse verzeichneten demgegenüber nur einen Rückgang um 2,1 %, da der durchschnittliche Verkaufspreis für Karton über dem Niveau der Vergleichsperiode gehalten werden konnte. Das betriebliche Ergebnis reduzierte sich im Wesentlichen aufgrund der vermehrten Maschinenstillstände von 72,0 Mio. EUR auf 62,2 Mio. EUR. Die Operating Margin belief sich damit auf 10,7 % (Q1-3 2002: 12,2 %).


MM-PACKAGING

MM-Packaging konnte sich während der ersten drei Quartale 2003 im äußerst wettbewerbsintensiven europäischen Faltschachtelmarkt bei schwacher Konjunktur in den Hauptmärkten sehr gut behaupten. Insbesondere durch die Spezialisierung einzelner Standorte auf spezifische Marktsegmente, wie Lebensmittel, Waschmittel, Spezialverpackungen und durch kontinuierliche Investitionen in modernste Ausrüstung gelang es, die Absatzleistung auf hohem Niveau zu halten und die Effizienz in der Produktion weiter zu verbessern. Entsprechend der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung in Europa hat sich auch im Faltschachtelbereich der Preiswettbewerb seit Jahresmitte verschärft.
Im Zeitraum von Jänner bis September 2003 wurden rund 235.000 Tonnen Karton verarbeitet. Bei Umsatzerlösen von 301,3 Mio. EUR konnte ein betriebliches Ergebnis von 19,0 Mio. EUR erzielt werden. Die Operating Margin belief sich daher auf 6,3 %.


MM-GRAPHIA

Der Markt für Zigarettenverpackung war in den ersten drei Quartalen 2003 durch weitgehende Stabilität in Westeuropa und einer Fortsetzung des Wachstums in Osteuropa mit regional deutlich unterschiedlicher Intensität gekennzeichnet. Während Russland zurzeit an Dynamik verliert, nimmt der Verbrauch in der Ukraine markant zu. Darüber hinaus hat sich der Wettbewerb unter den Marken spürbar intensiviert.
Im Marktsegment hochwertige Süßwarenverpackung entwickelte sich die Nachfrage bis auf einen Rückgang bei Schokoladewaren während des Sommers relativ stabil.

Die verarbeitete Tonnage von Karton und Papier belief sich auf rund 70.000 Tonnen. Die Umsatzerlöse der ersten drei Quartale 2003 erreichten 200,1 Mio. EUR, wobei ein betriebliches Ergebnis von 24,1 Mio. EUR erreicht wurde. Damit lag die Operating Margin bei 12,0 %.


AUSBLICK

Die anhaltende Stagnation in Westeuropa, dem Hauptmarkt der Mayr-Melnhof Gruppe, wird auch in den kommenden Monaten die Nachfrage nach Karton und Faltschachteln beeinflussen. Daher ist bis auf weiteres nicht mit einer Änderung im Dispositionsverhalten der Kunden zu rechnen, womit der Prognosehorizont unverändert äußerst kurzfristig bleiben wird.

Der Auftragsstand von MM-Karton lag Mitte November auf unverändertem Niveau. Wie bisher bleibt es Ziel, einer Preiserosion entgegenzusteuern. Entsprechend wird die Kartonproduktion der Marktsituation angepasst werden. Für das vierte Quartal ist jedenfalls saisonbedingt mit einer Auslastung unter dem dritten Quartal zu rechnen. Auf den Kartonexportmärken im Mittleren und Fernen Osten ist von einer unveränderten Preissituation auszugehen.

Analog zur Papier -und Kartonmarktentwicklung schätzen wir das Aufwärtspotential insbesondere bei Altpapierpreisen nach wie vor als gering ein.

Hinsichtlich des Absatzverlaufs von MM-Packaging erwarten wir auch bei zunehmendem Preisdruck eine zufriedenstellende Auslastung.
Bei MM-Graphia gehen wir nach der sehr erfreulichen Entwicklung im 3. Quartal aufgrund hoher Lagerstände, die aus der Umsetzung der EU-Verordnung betreffend Warntexte resultieren, von einer vorübergehenden Konsolidierung im vierten Quartal aus.

Kostensenkungsprogramme werden in allen Sparten mit hoher Intensität umgesetzt.

Ingesamt bleiben wir zuversichtlich, das Geschäftsjahr 2003 mit einem Ergebnis auf hohem Niveau abschließen zu können.
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- Der Bericht zum 3. Quartal 2003 ist auf unserer Homepage unter
http://www.mayr-melnhof.com abrufbar.

- Das vorläufige Konzernergebnis 2003 wird am 10. März 2004 veröffentlicht.


Für weitere Informationen wenden Sie sich bitte an:
Mag. Stephan Sweerts-Sporck, Investor Relations, Mayr-Melnhof Karton AG, Brahmsplatz 6, A-1041 Wien
Tel.: (+43/1) 50136, Fax: (+43/1) 50136 - 1195
E-Mail: investor.relations@mm-karton.com, Website: http://www.mayr-melnhof.com



Mayr-Melnhof Q1-3 2003 2/4




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