18.01.02

18.1.2002: Der Boom hält an: Über 2000 neue Windräder im letzten Jahr in Deutschland

Windkraft hat sich im vergangenen Jahr bundesweit so rasant wie nie zuvor entwickelt: 2.079 Windräder mit einer Gesamtleistung von 2.659 Megawatt (MW) seien neu errichtet worden, teilte derBundesverbandes-Windenergie, Osnabrück, mit. Das lasse sich in etwa mit der Windkraft-Leistung vergleichen, die im Pionierland Dänemark in den vergangenen 20 Jahren aufgebaut worden sei. Gegenüber dem Zubau im Jahr 2000 (1.668 MW) bedeuteten die 2.659 MW des Jahres 2001 einen Zuwachs um etwa 60 Prozent.

Damit etabliere sich die Windkraft immer mehr zu einem festen Bestandteil des deutschen Energieversorgungssystems, meinen die Verbandsvertreter aus Osnabrück. Ende Dezember 2001 seien mit bundesweit knapp 11.500 Windrädern und einer Gesamtleistung von rund 8.750 MW rund 44 Prozent mehr installiert gewesen als Ende des vergangenen Jahres. "Mit dieser installierten Leistung lassen sich in einem normalen Windjahr knapp 3,5 Prozent des deutschen Stromverbrauchs decken", sagte Dr. Peter Ahmels, Präsident des Bundesverbandes WindEnergie (BWE).

Nach vorsichtigen Schätzungen dürften die 2.659 MW in Deutschland in etwa 50 Prozent des weltweiten Windkraft-Zubaus von über 5.000 MW im Jahr 2001 ausgemacht haben, so der BWE. Der Windkraft-Verband erwartet auch für die kommenden Jahre einen ungebrochenen Boom der Windenergie. "Berücksichtigt man die Angaben mehrerer Windkraft-Planungsbüros, so scheint ein weiterer Zubau an Land um 5.000 Megawatt bis Ende 2004 realistisch", so Ahmels. In den nächsten Jahren, so die Einschätzung des BWE, würden neben dem weiteren Ausbau im Binnenland vor allem Offshore-Vorhaben und Exportmärkte der deutschen Windkraft-Branche gute Aussichten bieten. In diesem Jahr habe die Exportquote bei der Anlagenzahl bei rund 22,5 Prozent, bei der Leistung bei lediglich 13,5 Prozent gelegen.

Auch Hubert Weinzierl, Präsident des Deutschen NaturschutzRing (DNR) hat die Bedeutung der Windenergie der Meldung zufolge unterstrichen. Er wird mit den Worten zitiert: "Diese Zahlen belegen, wie wichtig die Windkraft in einem sauberen Energiemix der Zukunft ist. Für Windkraft-Anlagen darf es allerdings keinen Freifahrschein geben. Wir brauchen natur- und umweltschutzverträgliche Standorte und wegen des bevorstehenden Booms im Offshore-Bereich eine Raumplanung für die gesamte deutsche Nord- und Ostsee unter Abstimmung mit den Nachbarstaaten. Auf ökologisch wertvollen Flächen dürfen keine Windkraft-Anlagen errichtet werden".

Die Osnabrücker führen für die Windenergie nicht nur Umwelt- und Klimaschutzargument ins Feld: Die saubere Energie "Wind" bringe auch neue Impulse für den Arbeitsmarkt, so der BWE. Derzeit seien in der Branche rund 35.000 Menschen beschäftigt, rund ein Fünftel davon sei erst im vergangenen Jahr eingestellt worden. Der Umsatz der Branche habe im vergangenen Jahr bei schätzungsweise rund 3,5 Mrd. Euro gelegen.

Bei der regionalen Verteilung der Windkraft-Leistung in Deutschland bleibt Niedersachsen den Angaben zufolge mit knapp 670 MW neu installierter Leistung im Jahr 2001 weiterhin vor Schleswig-Holstein und Nordrhein-Westfalen das Windland Nummer eins. Zwischen Harz und Nordsee hätten sich Ende Dezember 3.051 Anlagen (2.427 MW) gedreht. Die Windkraft könne mittlerweile fast zehn Prozent des niedersächsischen Strombedarfs decken. Den größten Windstrom-Anteil gebe es bundesweit allerdings in Schleswig-Holstein: Dort könnten die insgesamt 2.351 Anlagen (1.555 MW) mittlerweile rund 28 Prozent des Strombedarfs decken. Es folgten Mecklenburg-Vorpommern mit rund 21 Prozent, Sachsen-Anhalt mit über elf Prozent und Brandenburg mit über neun Prozent.

Marktführer bei den Anlagenbauern sei das Auricher Unternehmen Enercon mit einem Anteil von 28,5 Prozent an der neu installierten Leistung gewesen. Es folgen die Unternehmen Vestas Deutschland GmbH aus Husum (Marktanteil: 19,5 Prozent), die NEG Micon Deutschland GmbH aus Ostenfeld (11,4 Prozent), Enron Wind aus Salzbergen (10,9 Prozent) und die Nordex AG aus Hamburg (10,4 Prozent).
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