18.12.02

18.12.2002: Offshore-Windpark "Butendiek" westlich von Sylt genehmigt

Das Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH) hat grünes Licht für einen Windpark in der Nordsee nahe Sylt gegeben. Man habe der Bürger-Windpark-Butendiek GmbH aus Husum die Errichtung von 80 Windenergieanlagen (WEA) genehmigt, die 34 Kilometer westlich von Sylt in einer Wassertiefe von rund 20 Metern geplant seien, teilt das BSH in einer Presseerklärung mit.

"Butendiek" ist das zweite genehmigte Offshore-Projekt außerhalb der 12-Seemeilen-Grenze in der Ausschließlichen Wirtschaftszone der Bundesrepublik Deutschland. Insgesamt lägen dem BSH derzeit Genehmigungsverfahren für 30 Projekte, 24 in der Nordsee, 6 in der Ostsee, vor, so die Behörde.

Entscheidend für die Genehmigung sei die Feststellung gewesen, dass durch die Windturbinen weder der Schiffsverkehr noch die maritime Umwelt gefährdet würden, erläutert das Bundesamt. "Butendiek" befinde sich nicht in unmittelbarer Nähe von Hauptschifffahrtsrouten oder in einem für Schiffe sensiblen Bereich. Überdies werde durch eine trapezförmige Anordnung der einzelnen WEA eine "Riegelwirkung" der Bebauung weitestgehend vermieden.

Zur Gefahrenabwehr für Seefahrt und Luftfahrt sei neben der Kennzeichnung und Befeuerung der WEA auch eine Ausstattung des Windparks mit dem Automatischen Schiffsidentifikations-System (ASI) vorgesehen, erklärt das BSH. Verbleibende Risiken, wie die Kollisionsmöglichkeit eines manövrierunfähig treibenden Schiffes mit WEA, würden als nur gering eingeschätzt. Der Germanisch Lloyd habe in einer Risikoanalyse berechnet, zwischen zwei Kollisionsereignissen werde voraussichtlich eine Zeitspanne von 2576 Jahren liegen.

In dem Seegebiet westlich von Sylt gibt es überdurchschnittlich viele Schweinswale, die als besonders schallempfindlich gelten. Zwei schützenswerte Vogelarten, Pracht- und Sterntaucher, überwinterten zudem regelmäßig dort. Laut Umweltverträglichkeitsprüfung könne eine Gefährdung der Meeresumwelt mit hinreichender Sicherheit ausgeschlossen werden, so die Mitteilung.

"Butendiek" braucht nun noch eine Genehmigung des Landes Schleswig Holstein für die Kabeltrasse von Flensburg durch Sylt bis zur Anlage. Der Strom, den die Anlagen erzeugen, soll beim Energiekonzern E.ON. eingespeist werden. Geplant ist, 200.000 Haushalte vor allem in Nordfriesland, den Kreisen Flensburg und Schleswig zu versorgen.

Die Offshore-Bürger-Windpark Butendiek GmbH & Co. KG haben der Nachrichtenagentur dpa zufolge Ingenieure, Kaufleute und Landwirte aus Schleswig-Holstein gegründet. Ihr Ziel sei es, die erneuerbaren Energien voranzubringen. 8400 Bürger hätten Anteile an dem Projekt gezeichnet und mehr als fünf Millionen Euro Risikokapital bereitgestellt, so der Bericht. Das Eigenkapital werde von Investoren auf 100 Millionen Euro aufgestockt, ein Viertel des gesamten Investitionsvolumens.

Die 80 Turbinen des Parks sollen in Fünferreihen aufgestellt werden. Die Distanz zwischen den einzelnen Anlagen soll 500 Meter betragen, von einer Reihe zur nächsten soll ein Kilometer Abstand sein. "Butendiek" würde so eine Fläche von 37 Quadratkilometern abdecken.
Nach oben scrollen
ECOreporter Journalistenpreise
Anmelden
x