18.04.07 Nachhaltige Aktien , Meldungen

18.4.2007: Drastischer Ertragseinbruch beim Fahrradhersteller Mifa Mitteldeutsche Fahrradwerke AG - ECOreporter.de sprach mit Unternehmenssprecher Henryk Deter über die Hintergründe

Einen drastischen Gewinneinbruch meldete der Fahrradhersteller Mifa Mitteldeutsche Fahrradwerke AG für das Geschäftsjahr 2006. Bei gut zehn Prozent geringeren Umsätzen fiel das Ergebnis vor Steuern und Zinsen (EBIT) um mehr als 50 Prozent, der Gewinn vor Steuern (EBT) verringerte sich sogar im über 70 Prozent (ECOreporter.de berichtete). Was sind die Ursachen für den massiven Ertragsrückgang bei dem Unternehmen mit Sitz in Sangerhausen, Sachsen-Anhalt? ECOreporter.de sprach darüber mit Unternehmenssprecher Henryk Deter.

Als Ursachen für den geringeren Absatz führte Mifa "ungünstige Witterungsverhältnissen im ersten Halbjahr" und die Fußball-Weltmeisterschaft in Deutschland an. Deter erklärt dazu: "Diese Negativfaktoren betreffen nicht nur die Mifa sondern die gesamte Branche, sie wurden auch vom Zweiradindustrieverband so gemeldet. Schlechtes Wetter schlägt sich von jeher in den Absatzzahlen der Fahrradhersteller nieder. Einen Sonderfaktor wie die Fußball-WM hat es so aber noch nicht gegeben. Die Leute haben keine Räder gekauft, sondern die WM geschaut."

Weshalb hatte der zehnprozentige Umsatzverlust ungleich höhere Rückgänge auf der Gewinnseite zur Folge? Deter verweist auf Verwaltungskosten, zudem seien außerordentliche Aufwendungen im Zusammenhang mit der Übernahme der Kundenverträge und Vermögenswerte der Biria angefallen. Deter weiter: "Ein anderer Faktor hängt mit dem Geschäftsmodell der Mifa zusammen. Es gibt zwangsläufig einen verhältnismäßig hohen Fixkostenblock in der Produktion. Dort ist es kaum möglich, schnell auf Umsatzrückgänge zu reagieren. Eine wirkungsvolle Möglichkeit wären wohl Entlassungen; das ist aber nicht sinnvoll, weil die Mitarbeiter wenig später wieder gebraucht werden. Die Folge: Wenn der Umsatz um 10-15 Prozent sinkt, können die internen Kosten nicht immer in gleichem Umfang verringert werden."

Als weitere Ursache nennt der Sprecher hohe Vertriebs- und Lagerkosten der Mifa. Bei anhaltend hohem Produktionsumfang sei es nötig geworden, externe Spediteure mit der Zwischenlagerung fertiger Fahrräder zu beauftragen. Deter: "Es fallen hohe Kosten für die Lagerung und für den Transport an. Die Mifa baut aber derzeit ein eigenes Hochregallager. Ein hochmodernes und vollautomatisches System wurde günstig aus der Insolvenzmasse eines Mitbewerbers übernommen. Mit der Inbetriebnahme soll der Kostenblock Vertriebskosten deutlich sinken."

Mifa Mitteldeutsche Fahrradwerke AG: ISIN DE000A0B95Y8

Bild: Fließbandarbeit bei der Mifa / Quelle: Unternehmen
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