18.06.03

18.6.2003: Gumpp AG: Lage kritisch - Insolvenz "nicht ausgeschlossen"

Die Gumpp AG, ein Öko-Hausbauer aus Binswangen, sieht die Lage des Unternehmens als sehr kritisch an. Eine Insolvenz könne zum aktuellen Zeitpunkt nicht ausgeschlossen werden, heißt es in einem Aktionärsbrief. Zur Sanierung des Unternehmens sei die Mithilfe der Banken erforderlich. Die Verhandlungen mit den Banken liefen auf Hochtouren, aber es sei unsicher, ob die Institute das vorgeschlagene Sanierungskonzept mittrügen. Mitte Mai hatte das Unternehmen zu einer außerordentlichen Hauptversammlung eingeladen. Sie war aufgrund des Verlustes des halben aktienrechtlichen Grundkapitals nach § 92 (1) AktG erforderlich

Der vorläufige Jahresabschluss 2002 beinhaltet für das Geschäftsjahr 2002 eine Gesamtleistung von ca. 5, 5 Millionen Euro. Dabei ergab sich laut Aktionärsbrief ein Verlust von knapp 260.000 Euro. Zusammen mit den Verlustvorträgen der Vorjahre in Höhe von über einer Million Euro entstand ein Bilanzverlust von über 1,3 Millionen Euro.

Die Verluste resultieren unter anderem aus gestiegenen Personalkosten. Im Aktionärsbrief 10/02 wurde den Aktionären noch ein ausgeglichenes bzw. leicht positives Ergebnis angekündigt. Als Begründung dafür, dass die Ziele verfehlt wurden, heißt es, der Winter sei früher eingebrochen als erwartet. Und: Es habe beim Quartalsabschluss III/02 durch einen Buchungsfehler im Bereich der Finanzbuchhaltung eine Fehlbuchung gegeben, die zu überhöhten Erwartungen geführt hätte.

Außerdem basierten die gesamten Planungen auf zu niedrigen personalgebundenen Lohnkosten. Die nicht berücksichtigten Lohnbestandteile seien alle im 4. Quartal zur Auszahlung gekommen. Sie hätten zu einer Kostenüberschreitung in diesem Bereich von ca. 136.000 Euro geführt. Hier sei die Planung "mangelhaft" und das Controlling "stümperhaft" gewesen, so der Aktionärsbrief.

Fazit des Aktionärsbriefs: Die Produktivität des Unternehmens sei vorhanden, die Wertschöpfung liege im oberen Bereich der Branche. Jedoch stecke die Firma mit ihrer momentanen Kostenstruktur im Verhältnis zu ihrem Umsatzvolumen in einem zu großen Anzug. Um dauerhaft überleben zu können, müssten die Kosten extrem reduziert werden. Dazu sollen auch die Vorstands- und Aufsichtsratsvergütungen deutlich reduziert werden.
Momentan betrage der Auftragsbestand ca. 2,4 Millionen Euro. Das entspreche einer Auslastung von ca. vier Monaten.
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