18.06.03

18.6.2003: Meldung: BP will führende Stellung in Deutschland ausbauen

Deutsche BP nun Flaggschiff der BP in Europa / Größtes Öl-Unternehmen Deutschlands / Marktführer im Tankstellen-, Schmierstoff- und Solargeschäft / Führend im Raffineriegeschäft und als Grundstofflieferant der Chemieindustrie / Technologie für biogenen Diesel kurzfristig einsatzbereit

Bochum, 17. Juni 2003 - Die Deutsche BP AG hat 2002 durch die Integration von Veba Oel und Aral die Voraussetzungen dafür geschaffen, ihre führende Position in Deutschland nicht nur im traditionellen Öl- und Chemiebereich, sondern auch in den Zukunftsmärkten Strom, Gas, Solar und alternative Kraftstoffe auszubauen. "Wir sind stolz auf das Erreichte," sagte der Vorstandsvorsitzende Wilhelm Bonse-Geuking auf der heutigen Jahrespressekonferenz in Bochum. "Die mit 200 Mio. Dollar angekündigten Synergien durch die Integration werden wir massiv überschreiten."

Der Umsatz der Deutschen BP Gruppe stieg durch den stark ausgeweiteten Geschäfts-umfang von rund 14,6 Mrd. Euro im Jahr 2001 auf 40,3 Mrd. Euro mit Mineralölsteuer (ohne Mineralölsteuer 8,8 Mrd. bzw. 24 Mrd. Euro). BP ist jetzt Deutschlands größtes Öl-Unternehmen und gehört zu den 20 umsatzstärksten in Deutschland. Der Jahresüberschuss 2002 betrug 1,9 Mrd. Euro gegenüber einem Jahresfehlbetrag von 223 Mio. Euro im Jahr 2001. Der Überschuss entstand aufgrund besonderer Erlöse aus Verkäufen von Unternehmensteilen bzw. Verkäufen aus Erfüllung der Kartellamtsauflagen.

Die Investitionen in Sachanlagen und immaterielle Vermögensgegenstände erreichten 347 Mio. Euro (2001: 142 Mio. Euro). Mit ca. 150 Mio. Euro entfiel der größte Teil davon auf das Tankstellengeschäft. Im Verarbeitungsbereich wurden rund 80 Mio. Euro in Raffinerien investiert. Weitere 80 Millionen Euro flossen in die BP Köln und die Chemieproduktion in Marl.

BP setzte im letzten Jahr in dem insgesamt betriebenen Verarbeitungssystem 31,4 Mio. Tonnen Rohöl durch; dies bedeutete für die Destillationskapazität von 34,0 Mio. Tonnen eine Auslastung von mehr als 90 %. Kernstück der Mineralölverarbeitung ist die Tochtergesellschaft Veba Oil Refining & Petrochemicals (VORP), die eine Kapazität von 27,4 Mio. Tonnen hat, das zweitgrößte Raffineriesystem in Deutschland. Darüber hinaus nutzte BP direkt ihren Anteil von 55 % an Bayernoil mit einer anteiligen Kapazität von 6,6 Mio. Tonnen.

"Wir sind die Nummer Eins auf dem Tankstellen- und Schmierstoffmarkt", sagte Bonse, "mit zwei überaus starken und erfolgreichen Marken - Aral und Castrol." Die neue Deutsche BP sei Betreiber des zweitgrößten Raffineriesystems in Deutschland, sie bilde das Zentrum der europäischen Petrochemie-Aktivitäten der BP und sei führender Grundstoff-Lieferant der europäischen Chemie- Industrie. Insgesamt wurden im letzten Jahr 8,6 Mio. Tonnen chemische Produkte verkauft. Mit über 11.000 Beschäftigten in 2002 ist die Deutsche BP Arbeitgeber für rund 10% aller BP Mitarbeiter weltweit. Das macht sie zur drittgrößten Landesorganisation innerhalb des weltweiten Konzerns.

"Alles in allem eine exzellente Ausgangsposition, um unsere Ziele zu erreichen", sagte Bonse. "Wir wollen, dass BP auf den deutschen und europäischen Öl-, Gas- und Energiemärkten das höchste Ansehen genießt."

Tankstellenmarktführer mit 22 % Marktanteil
Mit dem Erwerb des Aral Tankstellennetzes hat die Deutsche BP in 2002 die Marktführerschaft im deutschen Tankstellengeschäft übernommen. Das gemeinsame Tankstellennetz umfasste Ende letzten Jahres 3.476 Stationen, davon entfielen 2.562 (2001: 2.554) auf die Marke Aral und 914 (2001: 933) auf BP.

Mit dem Verkauf von rund 500 Tankstellen an den polnischen Mineralölkonzern PKN Orlen im Dezember 2002 sowie weiterer 250 an die österreichische OMV zum Juni 2003 wurden
4 Prozentpunkte Marktanteil abgegeben und somit die Auflagen des Kartellamtes erfüllt.

Vor wenigen Wochen ist die Umflaggung der BP Tankstellen auf Aral angelaufen: Rund 650 BP Tankstellen werden bis Ende 2003 für rund 50 Mio. Euro auf die blau-weiße Marke umgerüstet. Mit 2.646 Straßentankstellen und weiteren 91 an den Autobahnen bleibt BP - unter der Marke Aral - mit 22 % Marktanteil eindeutig die Nummer Eins des deutschen Tankstellengeschäftes.

Die bundesweit rückläufige Nachfrage nach Ottokraftstoffen schlug sich auch an Aral und BP Tankstellen nieder. Der Rückgang fiel sogar höher aus als das Minus im Gesamtmarkt. Dagegen stieg an Aral Tankstellen die Nachfrage nach Dieselkraftstoff deutlich an. Die Marke Aral konnte also in 2002 ihre Marktführerschaft im Dieselkraftstoff-Tankstellengeschäft weiter ausbauen.

Das Shopgeschäft entwickelte sich wieder erfolgreich und verzeichnete insgesamt ein kräftiges Wachstum von 6 %. Der Umsatz im Shopgeschäft lag im Jahr 2002 bei 2,5 Mrd. Euro. Damit belegte das Shopgeschäft Platz 16 im deutschen Einzelhandel, unter den Anbietern von Fast Food sogar Platz 4.

Insgesamt erwies sich die BP Integrationsstrategie unter dem Motto "Das Beste aus beiden Welten" als einfach und richtig: So konnten viele Synergien - auch über Deutschland hinaus - geschöpft werden.

Schmierstoffe
Das Schmierstoffgeschäft der Deutschen BP mit den großen Marken Aral, BP und Castrol ist in allen wichtigen Marktsegmenten vertreten. BP ist mit einem Marktanteil von knapp 30 % der bedeutendste Marktteilnehmer.
Der für BP relevante deutsche Schmierstoff-Markt war 2002 um rund 3 % rückläufig. Besonders die verlängerten Ölwechsel-Intervalle von Fahrzeugen, aber auch die insgesamt schwache wirtschaftliche Situation haben für ein schwieriges Marktumfeld gesorgt. Trotz dieser Rahmenbedingungen ist es gelungen, den Marktanteil in allen relevanten Geschäftsbereichen zu steigern. Das Ergebnis ist insgesamt schwarz und zufriedenstellend.

Führende Technologie im Solarmarkt
Mit einem Anteil von 17 % im Weltmarkt und über 20 % in Deutschland gehört BP zu den Marktführern im Solargeschäft. Die neue SATURN-Solarzelle von BP Solar stellte jüngst mit einem Wirkungsgrad von 18,3 % einen neuen Weltrekord auf. Für die Durchsetzung der Solarenergie im deutschen Markt ist die zunehmende Akzeptanz von Photovoltaik-Anlagen als Baumaterial entscheidend. BP ist an dieser Entwicklung z.B. mit dem BP Solar Energiedach - als eleganter und wirtschaftlicher Form einer Sanierung von Flachdächern - in führender Position beteiligt.

Erdgas
Bereits heute entfallen über 40 % der weltweiten BP Förderung und 50 % der Reserven auf Erdgas. Angesichts der Entwicklungen im Mineralölmarkt und im Klimaschutz gehört es zu den strategischen Zielen von BP, auf dem Welt-Erdgasmarkt neue Wachstumspotenziale zu eröffnen.

Die Deutsche BP ist daher bereit, im Zuge der politisch gewünschten Liberalisierung der Märkte als gewichtiger neuer Wettbewerber auf dem deutschen Strom- und Gasmarkt anzutreten. Hierfür sind aber - insbesondere auf dem Gasmarkt - wesentliche gesetzliche Verbesserungen erforderlich. Die Verbändevereinbarung II hat sich als nicht hinreichend wettbewerbsfördernd herausgestellt. BP plädiert für ein börsenfähiges, transaktions-unabhängiges System - vergleichbar dem der anderen europäischen Länder - sowie für eine durchgreifende Deregulierung mit einer wirklichen Trennung des Netzbetriebs von den Vertriebs- und Handelsaktivitäten. Denn nur bei gleichen Bedingungen für alle Marktteilnehmer kann der Wettbewerb funktionieren; dann wird auch BP die Stärke ihres internationalen Gasgeschäftes erfolgreich zur langfristigen, sicheren Versorgung des deutschen Marktes einsetzen können.


Ausblick auf 2003

Technologie für biogene Kraftstoffe kurzfristig einsatzbereit
Bochum wird noch in diesem Jahr zum wichtigsten BP Kraftstoffzentrum in Europa ausgebaut. Neben den traditionellen Bereichen liegt der Fokus auf Neu- und Weiterentwicklung von Kraftstoffen, Additivpaketen und alternativen Kraftstoffen wie Erdgas und biogene Kraftstoffe.

Noch in diesem Jahr werden vom Gesetzgeber in Deutschland die Beimischung von Bio-Komponenten zu Kraftstoffen ermöglicht. BP/Aral werden diese Entwicklung nicht nur mitmachen, sondern auch aktiv fördern. Die Technologie für die Verarbeitung von biogenen "Rohölen" zu "high-end"-Diesel ist in der Raffinerie Lingen erprobt und bei grünem Licht aus Brüssel einsatzbereit.

Tankstellenmarkt
In den ersten vier Monaten in 2003 sank der Tankstellenabsatz bei Ottokraftstoffen bereinigt um die an PKN abgegebenen Tankstellen um 10 % und der Dieselabsatz um 1 %. Das Shop- und Fast-Food- Geschäft ist im ersten Quartal 2003 - bedingt durch den Rückgang im Kraftstoffgeschäft, Einführung des Pfandsystems für Einweggetränke-Verpackungen und Konsumzurückhaltung - ebenfalls schwieriger geworden. Allerdings konnte die im März an den BP und Aral Tankstellen eingeführte Kundenbindungsaktion "Einfacher an den Ball kommen" diesen Trend umkehren und die Marktführerschaft festigen.

Mineralölverarbeitung und Chemie
Die Margen- und Absatzsituation war unter dem Strich recht zufriedenstellend. Insbesondere die Raffineriemargen profitierten von der starken Nachfrage im atlantischen Becken.

Ergebnis
Der Konzern ist finanziell gut gestartet; das betriebliche Vorjahresergebnis wurde deutlich übertroffen. Dies wird auch für das ganze Jahr erwartet - trotz der vielfältigen Unsicherheiten auf dem internationalen Ölmarkt, aber auch bei den politischen und fiskalischen Rahmenbedingungen.
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