17.08.04 Finanzdienstleister

18.8.2004: "Die Bedeutung privater Altersvorsorge nimmt laufend zu" - ECOreporter.de-Interview mit Andreas Grohmann, oeco capital Lebensversicherung AG

Die oeco capital Lebensversicherung AG (oeco capital) verzeichnet im Geschäftsjahr 2003 kräftiges Wachstum. Das Tochterunternehmen der Concordia Versicherung AG mit Sitz in Hannover steigerte eigenen Angaben zufolge die Versicherungssumme um knapp 15 Prozent auf 354 Millionen Euro. Der Bestand an Versicherungsverträgen stieg auf 9888, nach 7603 im Vorjahr. Die Kapitalanlagen erhöhten sich um knapp 25 Prozent auf 125,5 Millionen Euro. ECOreporter.de sprach mit Andreas Grohmann, Pressesprecher der oeco capital, über den Geschäftserfolg, die Rendite für die Versicherten und die weiteren Pläne des Unternehmens.


ECOreporter.de: Wie lief das Geschäft mit den so genannten Riester-Renten in 2004 im Vergleich zum Vorjahr?
Andreas Grohmann: Nach dem herausragenden Jahr 2002 - dem Jahr der Einführung der Riester-Rente - verlief das Geschäft 2003 erwartungsgemäß verhaltener, aber wiederum auf einem sehr gutem Niveau. In diesem Jahr setzt sich das fort. Was für uns dabei sehr wichtig ist, ist die Tatsache, dass unsere Kunden die Bedeutung der Riester-Rente als zusätzlichen Baustein der Altersvorsorge erkannt haben. So haben über 90 Prozent die erste Stufe der Riester-Treppe zur Beitragserhöhung genutzt und auch mehr als 90 Prozent haben bereits ihren Zulagenantrag eingereicht.

ECOreporter.de: Die oeco capital Lebensversicherung AG und die GLS Gemeinschaftsbank eG kooperieren im Bereich der privaten und betrieblichen Altersvorsorge. Wie funktioniert diese Zusammenarbeit? Sind Sie mit den Ergebnissen zufrieden?
Grohmann: Wir sind nicht nur über die Ergebnisse, sondern auch über die ausgesprochen positive Art der Zusammenarbeit mehr als erfreut. Mit unserer Form der Kapitalanlage sehen wir uns für die GLS Gemeinschaftsbank - wie übrigens auch für die Nürnberger Umweltbank - als "natürlichen Partner". Beide Bankhäuser vertreiben unsere Produkte eigenständig an ihre Kunden, können aber bei Bedarf natürlich jederzeit auf unsere Unterstützung zurückgreifen.

ECOreporter.de: Worauf führen Sie den deutlichen Rückgang der Stornoquote zurück?
Grohmann: Neben der privaten Altersvorsorge hat die oeco capital auch ein starkes Standbein im Bereich der betrieblichen Altersversorgung. 2002 waren hier einige unserer Kunden von Insolvenzen betroffen. Da es hier immer gleich um eine ganze Anzahl von Verträgen geht, wirken sich bei einer noch - relativ -kleinen Gesellschaft solche Sondereffekte natürlich gleich viel stärker auf die Stornoquote aus.

ECOreporter.de: Wie kam es zur Erhöhung der Kapitalanlagen um fast 25 Prozent?
Grohmann: Dahinter steckt keine Zauberei. Neben einem deutlich positiven Kapitalanlageergebnis 2003 ist es uns in den letzten Jahren gelungen, unseren Kundenstamm stetig zu vergrößern, was zu einer höheren Beitragseinnahme und damit zu steigenden Kapitalanlagen führt.

ECOreporter.de: Welche Rendite erzielten in 2003 diejenigen, die in den vergangenen Jahren eine Lebensversicherung bei der oeco capital abgeschlossen haben?
Grohmann: Neben dem vertraglich zugesicherten Garantiezins - er beträgt seit diesem Jahr 2,75 Prozent und gilt für die gesamte Vertragsdauer - erhalten alle Kunden noch eine variable Überschussbeteiligung. Im Jahr 2003 haben wir unseren Kunden eine Gesamtverzinsung von 5,0 Prozent gutgeschrieben, für 2004 beträgt sie 4,3 Prozent. Das entspricht den marktüblichen Werten.

ECOreporter.de: Im aktuellen Jahresbericht spricht der Ökologische Beirat von Diskussionen über Kapitalanlagen im Bereich Biotechnologie und Stammzellenforschung. Können Sie uns Näheres über diese Diskussion mitteilen?
Grohmann: Der Verbraucher beschäftigt sich häufig nur mit den Auswirkungen der Gentechnologie, die ihn direkt betreffen können, also z. B. im Bereich der Lebensmitteltechnologie durch veränderte Nahrungsmittel. Für unsere Kapitalanleger wären aber vereinzelt unter Renditegesichtspunkten z. B. auch Unternehmen aus dem Bereich der Stammzellenforschung von Interesse. Vor diesem Hintergrund hatten die Mitglieder des Beirats den Auftrag zu prüfen, ob Werte aus diesem Segment für die Kapitalanlage in Frage kommen. Da die langfristigen Risiken, die sich in diesem Zweig der Forschung ergeben können, derzeit überhaupt nicht abschätzbar sind, hat sich der Beirat grundsätzlich gegen ein Engagement ausgesprochen. Dieser Empfehlung sind wir gefolgt.

ECOreporter.de: Wie schätzen Sie die Zukunft der Altervorsorge nach ethisch-ökologischen Gesichtspunkten ein?
Grohmann: Dass die Bedeutung privater Altersvorsorge laufend zunimmt, steht außer Frage. Die gesetzliche Rentenversicherung kann nicht mehr viel mehr als eine Grundsicherung bieten. Die Situation für einen Anbieter wie die oeco capital sehen wir dabei sehr positiv.
Als wir 1996 das Versicherungsgeschäft aufnahmen, waren wir die einzige Gesellschaft, die sich ausschließlich auf Angebote mit einer umweltorientierten Kapitalanlage spezialisiert hatte. Die vergangenen Jahre haben uns zweierlei gezeigt: Zum einen wollen immer mehr Versicherungskunden wissen, was mit ihrem Geld passiert - als Folge davon finden Sie heute bei vielen Anbietern zumindest ein (teil-) ökologisches Angebot. Zum anderen haben wir seit Beginn den Beweis angetreten, dass sich unsere Leistungen nicht hinter denen der anderen Gesellschaften verstecken müssen. So hat die Zeitschrift Öko-Test im letzten Jahr unseren Riester-Tarif als "fünftbestes Angebot im Markt nach garantierter Rente eingestuft".

ECOreporter.de: Herr Grohmann, wir danken Ihnen für das Gespräch.

Bild: Andreas Grohmann
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