18.08.04 Nachhaltige Aktien , Meldungen

18.8.2004: Transparenz in Afrika - Shell Nigeria legt Steuern und Lizenzgebühren an den Staat offen

Die nigerianische Shell-Tochter Shell Petroleum Development Company hat offengelegt, wie viel Steuern und Lizengebühren sie 2003 an den nigerianischen Staat abgeführt hat. Insgesamt seien es 1,8 Milliarden Dollar gewesen, so die Erklärung des Konzerns in der Broschüre "People and Environment Report 2003". Bei den Steuern in Nigeria habe es mit 1,2 Milliarden Dollar eine Verdreifachung gegenüber 2002 gegeben, auch die Ausgaben für Lizengebühren seien gewachsen.

Der Zuwachs reflektiere die gestiegenen Rohstoffpreise sowie höhere Fördermengen, berichtet Shell. Er rühre aber auch aus höheren Lohnsteuern für lokale Mitarbeiter sowie - gegenüber 2002 - verdreifachten Steuern für das Bildungswesen.

Nigeria zählt zu den ersten Staaten der Dritten Welt, die von den großen Ölkonzernen Geld erhalten - und diese Unternehmen zur Offenlegung ihrer Einnahmesituation verpflichten. Öl- und andere Rohstoffkonzerne sind von Nichtregierungs-Organisationen immer wieder dafür kritisiert worden, dass sie verdeckt Riesensummen an Regierungen zahlen, denen es an Vertrauenswürdigkeit mangelt und die unter Korruptionsverdacht stehen.

Eine Gruppe von 40 Nichtregierungs-Organisationen - sie nennt sich "Koalition für die Verbesserung der Transparenz der Rohstoffindustrie" (Coalition for the Improvement of Extractive Industry Transparency) - begibt sich derzeit an ein Monitoring der aserbaidjanischen Ölindustrie, als Teil einer Initiative der britischen Regierung zur Transparenz der Rohstoffindustrie. Die Koalition hoffe im Kaukasusstaat auf das gleiche Transparenzlevel, wie es sich in Nigeria abzeichne, heißt es im Online-Auftritt des Ethical Corporation Magazine, London.
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