Nachhaltige Aktien, Meldungen

18.9.2007: Aktien-News: Steico AG erweitert Produktionskapazität – Finanzvorstand Frei gegenüber ECOreporter.de: „Wir rechnen mit einer Kurserholung“

Der Hersteller von ökologischen Bauprodukten aus nachwachsenden Rohstoffen, Steico AG, hat seine Produktionsleistung bei Dämmplatten mehr als verdoppelt. Wie das börsennotierte Unternehmen mit Sitz in Feldkirchen bei München meldet, wurde eine 2003 im Werk Czarnków in Polen errichtete Produktionslinie so umgebaut, dass sich ihre neue Tagesleistung von durchschnittlich 77.000 kg auf 200.000 kg Dämmplatten erhöht. In den ersten sechs Monaten 2007 habe die Tagesleistung aller in Europa produzierenden 18 Anlagen dieser Art bei zirka 1000 Tonnen gelegen, so Steico. Die erweiterte Anlage von Steico produziere damit aktuell zirka 20 Prozent der gesamten europäischen Tagesmenge.

Thomas Frei, Finanzvorstand (CFO) der Steico, erklärt im Gespräch mit ECOreporter.de, die Bedeutung des Kapazitätsausbaus. Die Maßnahme sei eine der ersten Investitionen, die im Anschluss an den Börsengang geplant gewesen seien, so Frei. „Die Maschine produziert jetzt weit mehr als das Doppelte. Damit haben wir mehr Volumen, die Platten laufen wesentlich schneller vom Band. Wir betreiben jetzt die größte Dämmstoffproduktionsanlage aus Nachwachsenden Rohstoffen in Europa. Unser Hauptziel war es, schneller liefern zu können. Die bisherigen Lieferengpässe werden durch den Ausbau deutlich reduziert“, sagt der Vorstand. Auch die Kostensenkungen, die mit der größeren Menge erzielt werden könnten, seien attraktiv für sein Unternehmen.

Die Dämmstoffe der Steico werden aus Rohfasern hergestellt. Gibt es einen Zusammenhang zu den steigenden Preisen für Biomasse? Frei: „Wir arbeiten mit Hanf und Holz. Den Hanf beziehen wir von Bauern in Polen, mit denen wir feste Kontrakte geschlossen haben. Das Holz kommt zu 60 Prozent vom polnischen Staatsforst, mit dem haben wir Verträge jeweils über ein Jahr vereinbart. Die restlichen 40 Prozent beziehen wir von polnischen Sägewerksbetrieben. Dabei profitieren wir aktuell von einem Rückgang der Holzpreise. Von kurzfristigen Preisschwankungen bei unseren Rohstoffen waren wir bisher nicht betroffen.“

Die Absatzentwicklung der Steico verläuft nach Angaben von Frei bisher vollständig nach Plan. Zwar sei der Markt für Neubauten stark eingebrochen, Steico profitiere aber von wachsender Nachfrage bei Altbausanierungen. „Der Bereich Sanierung ist ein Schwerpunkt für uns. Da hilft uns der Energiepass für Gebäude, der 2008 kommen soll. Allein in Deutschland müssen in den nächsten Jahren 28 Millionen Wohneinheiten saniert werden“, sagt der Finanzvorstand. In Italien, wo es den Energiepass bereits gebe, habe man die Erfahrung gemacht, dass er zu erheblichen Umsatzsteigerungen geführt habe.

Hinsichtlich der Kursentwicklung der Steico gibt Frei sich optimistisch: „Momentan sind auch wir von der Immobilienkrise betroffen. Wir haben aber zu 97 Prozent Institutionelle Anleger. Das wissen wir aus der Bookbuilding Phase. Wir kennen die Investoren namentlich und wir wissen, dass viele sogar noch nachgekauft haben. Zudem kommen unsere Aktionäre aus verschiedenen Ländern: 30 Prozent aus Großbritannien, 18 Prozent aus Frankreich, 18 Prozent aus der Schweiz und der Rest aus Deutschland. Unsere Zahlen sind nach wie vor sehr gut, wir liegen innerhalb der Prognosen. Von unserem Geschäft her rechnen wir deshalb mit einer Kurserholung.“

Steico AG: WKN A0LR93 / ISIN DE000A0LR936

Bild: Dämmplatte der Steico AG / Quelle: Unternehmen
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