19.02.04 Nachhaltige Aktien , Meldungen

19.2.2004: Sechs Milliarden Dollar Schadenersatz? IBM verliert Pensionsstreit

Dem amerikanischen IT-Riesen IBM droht eine milliardenschwere Verpflichtung zur Nachzahlung in die Pensionskasse. Medienberichten zufolge bestätigte nun ein Bezirksrichter in Illinois sein Urteil vom Juli 2003 (ECOreporter berichtete). Nach Auffassung des Gerichts hat IBM die Rechte seiner älteren Mitarbeiter mit der Einführung sogenannter cash-balance-accounts für die Pensionsvorsorge verletzt. Der Konzern müsse nun die Leistungen für 140.000 ehemalige Mitarbeiter neu kalkulieren. Die Klägerseite rechne mit Schadenersatzansprüchen von bis zu sechs Milliarden Dollar. Diese Summe sei allerdings noch nicht bestätigt worden.

Das Berechnungssystem cash-balance-accounts, zu dem IBM in den neunziger Jahren wechselte, setzt nach Angaben der Münchener Zeitschrift Computerwoche mehr auf private Vorsorge als auf eine geregelte Betriebsrente. Das vorher verwendete System habe eine drastische Erhöhung der Zahlungen des Arbeitgebers in den letzten Jahren vor der Rente vorgesehen. Nach dem neuen Plan stiegen die Einzahlungen von Jahr zu Jahr allmählich an, so die Meldung. Den älteren Mitarbeitern bleibe nicht mehr genug Zeit, andere Sicherheiten anzulegen. Deshalb stufte der Richter das System als illegal ein, so die Computerwoche. Da die cash-balance-accounts seit etwa zehn Jahren von 400 weiteren US-Firmen verwendet werden, habe das Urteil nicht nur Auswirkungen auf IBM. Die Entscheidung des Bezirksrichter könne zu einem Präzedenzfall werden.

IBM kündigte bereits an, gegen das Urteil erneut in Berufung zu gehen. Eine Unternehmenssprecherin schloss rückwirkende Zahlungen aus. Die IBM-Aktie ist in zahlreichen Nachhaltigkeitsfonds vertreten.

IBM Corp.: ISIN US4592001014 / WKN 851399
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