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19.2.2007: Anlagestiftung Ethos will auf Novartis-Hauptversammlung Druck machen - "Lohnpolitik verstößt gegen Best-Practice-Regeln"

Die Schweizer Anlagestiftung Ethos will auf der Hauptversammlung des Pharmariesen Novartis AG am 6. März 2007 für Diskussionen sorgen. Wie die von Schweizer Pensionskassen gegründete Stiftung mitteilte, wird sie sich der Wiederwahl von Hans-Jörg Rudloff, Präsident des Vergütungsausschusses, widersetzen. Dieser halte seit mehreren Jahren eine Lohnpolitik aufrecht, die gegen die Best-Practice-Regeln verstoße, so Ethos. Die Stiftung will sich außerdem bei der Wiederwahl von Daniel Vasella, Verwaltungsratspräsident und Vorsitzender der Geschäftsleitung, der Stimme enthalten. Für Vasellas "Ämterkumulation" liege keine Rechtfertigung vor, hieß es.

Ethos hat eigenen Angaben zufolge bereits mehrmals gewisse Aspekte der Lohnpolitik von Novartis bemängelt sowie seiner Besorgnis über die Ämterkumulation Ausdruck gegeben. Angesichts des fehlenden Willens von Novartis, diese Praxis zu ändern, wolle man mit der Opposition gegen die Wiederwahl von Hans-Jörg Rudloff und der Stimmenthaltung bei Daniel Vasella ein Zeichen setzten, so die Meldung der Stiftung. Mit den Abstimmungsentscheidungen stelle Ethos nicht die Fähigkeiten der beiden betroffenen Personen in Frage, sondern gebe der Meinung zahlreicher institutioneller Anleger Ausdruck, die mit der Lohnpolitik und der Corporate Governance von Novartis nicht einverstanden seien.

Ethos weist ferner auf die verbesserte Transparenz bezüglich der Vergütungen für die Führungsinstanzen im Jahresbericht 2006 hin. Jedoch sei es inakzeptabel, dass Vasella und vier weitere Geschäftsleitungsmitglieder von Abgangsentschädigungen in der Höhe von drei Jahresgehältern profitieren könnten, die bei einem Wechsel der Kontrolle über das Unternehmen auf fünf Jahre erhöht würden. Solche "goldenen Fallschirme" würden den Best-Practice-Regeln der Corporate Governance widersprechen. Die "außerordentlich hohen" Bezüge des Verwaltungsratspräsidenten schienen darüber hinaus unangemessen. Folglich sei die Wiederwahl von Herrn Rudloff, der als Präsident des Vergütungsausschusses für die Lohnpolitik von Novartis die Verantwortung trage, nicht wünschenswert.

Die Zusammenlegung der Funktionen von Verwaltungsratspräsident und Vorsitz der Geschäftsleitung sei nur in Ausnahmesituationen und zeitlich begrenzt akzeptabel, argumentiert die Stiftung. Um das Vertrauen der Aktionäre zu bewahren, sei in einem solchen Fall eine ausführliche Begründung unerlässlich. Der Verwaltungsrat von Novartis habe jedoch keine Erklärung dafür geliefert, wieso er die Ämterkumulation als beste Lösung betrachte.
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