Nachhaltige Aktien, Meldungen

19.2.2008: Aktien-News: Siliziumproduzentin erhöht Grundkapital – Aktie legt weiter zu, ECOreporter.de befragte Unternehmenssprecher

Gegenwärtig wird die Aktie der Berliner Solarvalue AG nur in geringen Umfang an der Börse gehandelt. Wie die Produzentin von Solarsilizium aus metallurgischem Silizium heute mitteilte, schlagen Vorstand und Aufsichtsrat der am 28. März 2008 stattfindenden Ordentlichen Hauptversammlung vorschlagen, das Grundkapital aus Gesellschaftsmitteln zu erhöhen. Man wolle die im Jahresabschluss ausgewiesenen Kapitalrücklagen in Grundkapital umwandeln, um diese Rücklagen im Unternehmen zu binden und gleichzeitig die Liquidität der Aktie erhöhen.

Wie Unternehmenssprecher Maximilian Fischer gegenüber ECOreporter.de erläuterte, soll die Aktie dadurch für Investoren attraktiver werden. Gegenwärtig halten Großinvestoren 38 Prozent der Anteile an dem Unternehmen, 24 Prozent befinden sich im Streubesitz. Bei Zustimmung durch die Aktionäre würden für jede nennwertlose Stückaktie jeweils sieben neue Aktien ausgegeben, So Fischer. Dadurch würden sich das bisherige Grundkapital der Solarvalue AG und auch die Anzahl der ausgegebenen Aktien von aktuell 1.050.000 Euro um 7.350.000 Euro auf 8.400.000 Euro bzw. Aktien erhöhen. Die neuen Stückaktien seien vom Beginn des Geschäftsjahres 2008 an gewinnbezugsberechtigt. Nach Eintragung der Kapitalerhöhung aus Gesellschaftsmitteln sollen die neuen Aktien ebenfalls zum Handel an der Börse zugelassen werden.

Die 2005 gegründete Solarvalue will am Produktionsstandort Ruse in Slowenien Solarsilizium mit einem neuen technologischen Verfahren besonders kostengünstig herstellen. Dieses ist allerdings bislang noch nie für Produktionsmengen in dieser Größenordnung eingesetzt worden (Näheres dazu erfahren Sie im ECOreporter.de-Beitrag vom 11. April 2007). An der slowenischen Tochtergesellschaft ist auf Moses Baer beteiligt. Wie Fischer im Gespräch mit ECOreporter.de einräumte, verzögert sich der Produktionsbeginn am nahe der Grenze zu Österreich gelegenen Standort Ruse weiter. Im Oktober war dieser für das 1. Halbjahr angekündigt worden (ECOreporter.de berichtete). Man wolle nun im 2. Halbjahr mit der Großproduktion beginnen und bis zum jahresende auf 2.000 Tonnen kommen. Laut Fischer kam es zu den Verzögerungen insbesondere dadurch dass man die Anlage in Slowenien zunächst habe mieten wollen, sich dann aber die Gelegenheit zum Kauf ergab. Durch den Erwerb hab man die Anlage ganz anders aufstellen können, mit der Aussicht auf deutlich geringere Produktionskosten. Die möglich gewordenen Veränderungen umzusetzen habe eben Zeit gekostet.

Diese Verzögerungen könnten für Solarvalue problematisch werden, weil viele Experten davon ausgehen, dass sich schon bald die Versorgungssituation der auf Solarsilizium angewiesenen Hersteller von Solarzellen und -modulen entspannen wird. Denn bauen die Hersteller von Silizium ihre Produktionskapazitäten aus und drängen weitere Anbieter auf den Markt (etwa die russische Nitol Solar, die wir im ECOreporter.de-Beitrag vom 7. Februar vorgestellt haben). Fischer rechnet ebenfalls mit einer Entspannung der Versorgungslage. Diese werde nach Einschätzung von Solarvalue aber deutlich später einsetzen als von vielen prognostiziert. Wie er gegenüber ECOreporter.de ausführte, haben selbst große Siliziumproduzenten wie Wacker Chemie AG Schwierigkeiten, ihre Kapazitäten bis 2009 im erwarteten Ausmaß zu steigern. Dies dauere deutlich länger als es für deren Kunde in der Solarbranche dauere, um die Produktion von Solarzellen und –modulen zu steigern. Hier entstehe eine Zeitlücke von rund zwei Jahren. Somit könne Solarvalue noch auf Jahre hinaus mit einer weiter hohen Nachfrage für ihr kostengünstig hergestelltes Solarsilzium rechnen.

ECOreporter.de befragte Fischer auch zu den Auswirkungen, den die stark wachsende Produktion von Dünnschichtmodulen auf die Anbieter von Silizium habe. Der Unternehmenssprecher bezweifelte jedoch, dass auf absehbare Zeit aus diesem alternativen Ansatz zur Modulproduktion auf Siliziumbasis eine Gefahr für die Siliziumhersteller erwachsen kann. Im stark zulegenden „Riesenmarkt“ der Photovoltaik könne diese Technologie trotz ihrer zunehmenden Bedeutung lediglich einen kleinen Teilmarkt erobern.

Bei weiter sehr geringen Umsäten verteuerte sich die Aktie der Solarvalue AG heute bis zum Mittag im XETRA um knapp fünf Prozent auf 62,99 Euro. Auf Jahressicht hat sich ihr Wert damit mehr als vervierfacht. Allerdings erzielt das Unternehmen weiter keine Umsätze. Vor allem aufgrund der getätigten Investitionen in Slowenien stieg der Jahresfehlbetrag zum 31. Dezember 2007 von 1,444 Millionen Euro auf fast vier Millionen Euro an. Das operative Ergebnis (EBIT) belief sich auf minus 4,11 Millionen Euro.

Solarvalue AG: ISIN DE000A0B58B4 / WKN A0B58B

Bildhinweis: Silizium dient der boomenden Solarbranche als wichtigster Rohstoff. / Quelle: Wacker Chemie AG
Aktuell, seriös und kostenlos: Der ECOreporter-Newsletter. Seit 1999.
Nach oben scrollen
ECOreporter Journalistenpreise
Anmelden
x