19.03.04

19.3.2004: Meldung: MVV Energie AG: Aufsichtsrat bestätigt Restrukturierungskurs des Vorstands

MVV Energie stellt Weichen für die Restrukturierung des Konzerns

Abschreibung auf Aktivitäten in der Windenergie, bei Auslandsengagements sowie beim Kläranlagenbau in Höhe von 21 Millionen Euro - Vorstandsvorsitzender Dr. Rudolf Schulten: "Wir bündeln unsere Kräfte für weiteres Wachstum"

Das Energieverteilungs- und Dienstleistungsunternehmen MVV Energie hat seine strategische Neuausrichtung abgeschlossen und wird sich künftig auf sein Geschäft der Verteilung von Strom, Gas, Wärme und Wasser, die thermische, umweltfreundliche Abfallverwertung, die Biomasse-Nutzung sowie auf die kerngeschäftsnahen Energiedienstleistungen und die Fernwärme in Polen und Tschechien konzentrieren. Nachdem der Aufsichtsrat des Konzerns bereits in der vergangenen Woche in einem ersten Schritt die Ausgliederung der Powerline-Aktivitäten beschlossen hat, stimmte er nun planmäßig am Freitag auch dem zweiten Paket der vom Vorstand vorgeschlagenen Maßnahmen zu.

Wie der Vorstandsvorsitzende des fünftgrößten deutschen Stromversorgers, Dr. Rudolf Schulten, im Anschluss an die Aufsichtsratssitzung in Mannheim mitteilte, trennt sich der Konzern von seinen Tochtergesellschaften in Spanien, Portugal und Kroatien sowie seinem im Kläranlagenbau tätigen Beteiligungsunternehmen Awatech. Darüber hinaus wird die MVV Energie den Bereich der Windenergie nicht weiter ausbauen und künftig keine weiteren Projekte über ihre Tochtergesellschaft eternegy entwickeln. Gleichzeitig werden die Anlaufverluste von eternegy in Höhe von rund 14 Millionen Euro abgeschrieben.

Insgesamt bezifferte Dr. Schulten die bilanziellen Auswirkungen dieser zweiten Stufe der Portfoliobereinigung auf knapp 21 Millionen Euro. Dr. Rudolf Schulten: "Zusammen mit der Ausgliederung des Powerline-Geschäfts werden wir in diesem Jahr durch Wertberichtigungen im Anlagevermögen, durch Abschreibungen auf Beteiligungsbuchwerte sowie durch die erforderliche Entschuldung der betroffenen Tochtergesellschaften einmalig bis zu 52 Millionen Euro aufwenden. Diese Einmalbelastungen werden durch den Gewinnvortrag des Vorjahres aus dem Verkauf der Anteile an der Gasversorgung Süddeutschland (GVS) gedeckt.
Mit einem solchen klaren Schnitt wird der Konzern auf Profitabilität, Wachstum und finanzielle Solidität ausgerichtet, weil in den betroffenen Bereichen zukünftig keine weiteren laufenden Verluste mehr anfallen werden. Natürlich werden wir begonnene, vertraglich vereinbarte Projekte fortführen, aber außerhalb des Kerngeschäfts keine neuen Investitionen tätigen."

Mit den nun beschlossenen und bereits eingeleiteten Maßnahmen, die noch in diesem Jahr weitestgehend abgeschlossen werden sollen, will die MVV Energie nun ihre starke Position im deutschen und europäischen Energiemarkt weiter ausbauen. Dr. Rudolf Schulten: "Wir haben nun unsere Kräfte gebündelt und können jetzt wieder offensiv am Markt agieren." Auf der Grundlage eines organisch wachsenden regionalen Energie- und Dienstleistungsgeschäftes des Stammhauses in Mannheim strebt MVV Energie dazu den weiteren Ausbau seiner Beteiligungen an deutschen Stadtwerken sowie an Fernwärmeunternehmen in Polen und Tschechien. Über neue Beteiligungen soll im Rahmen der Plattformstrategie auch der Vertrieb von Energiedienstleistungen ausgebaut werden. Die dezentralen Kraftwerksprojekte in den Bereichen Biomasse und Abfallverwertung werden in einem eigenen Geschäftsfeld `MVV Umwelt‘ zusammengeführt. Dr. Rudolf Schulten: "Die ökologische Energieerzeugung bleibt damit ein Markenzeichen der MVV Energie."

Nach den Worten des Vorstandsvorsitzenden ist es gelungen, das Unternehmen innerhalb von sechs Monaten auf die veränderten Anforderungen des Marktes und des zunehmenden Wettbewerbs einzustellen: "Vorstand und Aufsichtsrat haben damit die Weichen für eine erfolgreiche Weiterentwicklung des Konzerns gestellt. Nach den jetzt notwendig gewordenen Korrekturen an unserem Portfolio setzen wir unseren Wachstumskurs fort." Zugestimmt hat der Aufsichtsrat am Freitag auch der vom Vorstand vorgeschlagenen Weiterentwicklung der Konzernorganisation. Dr. Rudolf Schulten: "Unsere Struktur konnte in vielen Bereichen dem rasanten Wachstum der letzten Jahre nicht folgen. Mit der nun geschaffenen Organisation erreichen wir eine reibungslose Zusammenarbeit unserer Konzerngesellschaften, eine Verbesserung der Kundenorientierung sowie eine Optimierung der internen betriebswirtschaftlichen Steuerung."

Mannheim, 19. März 2004
Nach oben scrollen
ECOreporter Journalistenpreise
Anmelden
x