19.04.06 Erneuerbare Energie

19.4.2006: Biodiesel-Boom erregt Kritik von Umwelt- und Menschenrechtsorganisationen - Strenge Kriterien für den Einsatz tropischer Produkte gefordert

Ein Bündnis aus 35 Umwelt- und Menschenrechtsorganisationen hat in Berlin vor den negativen Folgen des Biodiesel-Booms gewarnt. Denn die hierzulande fortschreitende Industrie sei auf den Import von Palmöl angewiesen. Der platzintensive Anbau von Palmölpflanzen etwa in Indonesien schädige dort die Umwelt und Gesellschaft: Es gehe um massive Vernichtung von Regenwald, Enteignung von Landbesitzern und schlechte Arbeitsbedingungen der Plantagenarbeiter. Die Vertreter von Bündnissen wie "Watch Indonesia!" oder "Sawit watch" fordern deshalb, beim Einsatz tropischer Produkte strenge Kriterien einzuhalten.

Die Bundesregierung kann unterdessen die Forderungen der EU, bis 2010 rund 5,75 Prozent des gesamten Treibstoffs in Deutschland aus heimischer Produktion zu stellen, erfüllen. Das gab sie als Antwort auf eine Kleine Anfrage der FDP-Fraktion im Bundestag bekannt. Hierzu müssten zusätzlich 2,5 Millionen Hektar Fläche, also rund ein Fünftel der Ackerflächen, mit Ölpflanzen und Getreide bepflanzt werden. Die Ernte werde dann zur Herstellung von Biodiesel und Bioethanol verwendet. Als Vorteile sieht die Bundesregierung eine verringerte Abhängigkeit von Erdöl, weniger Kohlendioxidausstoß und verminderte Emissionen von Treibhausgas und Feinstaub.
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