19.05.04 Nachhaltige Aktien , Meldungen

19.5.2004: EU hinkt bei Erneuerbaren den Vorgaben hinterher - Palacio rüffelt EU-Mitgliedsländer - Mehr Tempo bei Biokraftstoffen

Die EU-Kommission will einen Aktionsplan für Energiegewinnung aus Biomasse verabschieden . Ziel ist es, den Anteil erneuerbarer Energien an der Gesamtenergieproduktion zu erhöhen. Das geht aus einem Strategiepapier der EU-Energiekommissarin Loyola de Palacio hervor, das sie heute in brüssel vorstellt. Der Entwurf geht Nachrichtenagenturen zufolge davon aus, dass die EU-Staaten die gemeinsam vereinbarten Ziele zur Förderung regenerativer Energieträger ohne zusätzliche Maßnahmen kaum erreichen können.

Bis 2010 werde der Anteil regenerativer Energien am Gesamtverbrauch nur acht bis zehn Prozent erreichen. Das EU-Ziel liegt bei zwölf Prozent. Die Kommission konstatiert eine "schwache Marktentwicklung der Heiz- und Kühlenergie aus erneuerbaren Quellen". Auch der Einsatz von Biokraftstoffen sei in den meisten EU-Ländern noch nicht weit vorangeschritten.

Auch bei der Stromgewinnung erwartet die Kommission nicht, dass die Union ihre selbst gesteckten Ziele erreicht. Bis 2010 sollen höchstens 19 Prozent aus erneuerbaren Energiequellen stammen - statt anvisierter 22 Prozent.

Palacio fordert deshalb von den Mitgliedsstaaten, dass sie mehr Geld in die Erforschung, Entwicklung und Vermarktung von umweltschonenden Energieträgern stecken. Als Beispiel nennt das Papier eine beschleunigte Förderung von Biomasse, insbesondere von Biokraftstoffen im Verkehr.

Umweltverbände wie WWF und Greenpeace bemängelten, dass der Kommissionsentwurf keine langfristigen Ziele vorgebe. Sie möchten den Anteil regenerativer Energien am Primärverbrauch in der EU bis 2020 auf 25 Prozent erhöhen.

Bild: Loyola de Palacio / Quelle: Geothermie.de
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