19.05.04 Nachhaltige Aktien , Meldungen

19.5.2004: Sarasin-Studie: Ausgewählte Bio-Tech-Firmen auch für Nachhaltigkeitsanleger interessant

Von Andrew DeBoo. Ethisches Minenfeld oder Zukunftstechnologie? Kaum ein Thema wird so kontrovers diskutiert wie die medizinische Biotechnologie. Während die Branche für langfristige Anleger wieder Einstiegskurse bietet, haben Nachhaltigkeits-Investoren zu beantworten, ob Bio-Tech-Firmen im Depot überhaupt ethisch verantwortbar sind.

Bio-Tech-Unternehmen rücken bei langfristig orientierten Kapitalanlegern heute wieder in den Fokus. Durch neue und effizientere medizinische Verfahren haben sie große Wachstumschancen. Angeheizt durch die öffentliche Diskussion über ethisch umstrittene Verfahren, wie das therapeutische und reproduktive Klonen oder die Stammzellenforschung, haben viele Nachhaltigkeitsanleger diesen Sektor bislang komplett gemieden. Zu Unrecht, wie die aktuell veröffentlichte Bio-Tech-Studie der Bank Sarasin belegt.

So schneidet die medizinische Biotechnologie trotz bedeutender ethischer Kontroversen im Nachhaltigkeits-Branchen-Rating besser als die Pharmaindustrie ab. Konkret sind die Produktionsverfahren weniger umweltbelastend, Sicherheitsrisiken begrenzt und die Arbeitsbedingungen überdurchschnittlich. Darüber hinaus stehen den ethischen Bedenken bei den neuen Verfahren auch erhebliche Potenziale zur Behandlung bisher unheilbarer Krankheiten wie Krebs, Alzheimer oder Diabetes gegenüber.

Ethisch kontroverse Verfahren sind kommerziell noch irrelevant, bergen allerdings finanzielle Risiken

Die Mehrzahl der börsengehandelten Bio-Tech-Unternehmen stellt Medikamente mit biotechnischen Verfahren her, die aus ethischer Sicht weitgehend akzeptiert sind. Ethisch kontroverse Techniken spielen demgegenüber heute kommerziell kaum eine Rolle. Da die Forschung jedoch rasch voranschreitet, raten die Sarasin-Analysten auch aus Nachhaltigkeitssicht von Investments in Unternehmen ab, die in die menschliche Reproduktion eingreifen. Denn unabhängig davon, wie einzelne ethische Fragen letztlich eingeschätzt werden, bergen diese Unternehmen finanzielle Risiken als Folge des öffentlichen Widerstands oder einer Verschärfung gesetzlicher Rahmenbedingungen.

Ein deutsches und zwei Schweizer Bio-Tech-Unternehmen mit Top-Ratings

Welche Unternehmen sind in punkto Nachhaltigkeit führend und bergen daher geringere Risiken? Um diese für Investoren wichtige Frage zu beantworten, haben die Sarasin-Analysten 14 Unternehmen, die im Bereich der medizinischen Biotechnologie tätig sind, untersucht. Das Ergebnis: die deutsche Qiagen platziert sich zusammen mit den beiden Schweizer Firmen Berna Biotech und Serono sowie Cambrex aus den USA in der Gruppe der Branchen-Leader.

Diesen Beitrag publizieren wir mit freundlicher Genehmigung der Bank Sarasin.

Bild: Tests für Zellkultur-Träger bei Cambrex / Quelle: Unternehmen
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