19.06.07 Nachhaltige Aktien , Meldungen

19.6.2007: Aktien-News: Aktie von Naturkosthersteller steigt bei wachsenden Umsätzen – Unternehmen will Rückkauf ausweiten

Wachsende Nachfrage herrscht derzeit nach den Aktien des Naturkostherstellers Rapunzel AG aus Legau. Wie ECOreporter.de auf Anfrage bei Thomas Schnaible, Wertpapierhändler bei der Ettlinger Valora AG, erfuhr, zogen Umsatz und Bewertung der Aktie des Unternehmens im laufenden Jahr an. „Die Kurse haben deutlich zugenommen, bei steigenden Umsätzen“, so Schnaible. Auf der Käuferseite (Geldkurs) habe er aktuell Angebote von vier Kunden über einige tausend Stücke vorliegen, beichtet der Händler: „Es gibt derzeit viele Kauforders im Volumen von 1000 Stücken.“

Der Briefkurs (Anbieterseite) für die Rapunzelaktie hat derweil ein historisches Hoch erreicht, für 18,48 Euro werden bei Valora 1500 Anteilscheine angeboten. Der letzte Handel fand am 15. Juni bei 14,75 Euro statt (1444 Stück ).

Das Unternehmen selbst will auf der Hauptversammlung am 10. Juli ein neues und erweitertes Aktienrückkaufprogramm beschließen. Die entsprechende Passage der Einladung zur Hauptversammlung lautet wie folgt:


(............)

6. Beschlussfassung über die Ermächtigung zum Erwerb eigener Aktien
Das Aktienrecht erlaubt es, die Gesellschaft zum Erwerb eigener Aktien besonders zu ermächtigen. Hierfür ist die Hauptversammlung zuständig. Da die von der Hauptversammlung der Gesellschaft am 21. Juli 2006 beschlossene entsprechende Ermächtigung Anfang 2008 und damit vor der nächsten ordentlichen Hauptversammlung ausläuft, soll der Hauptversammlung vorgeschlagen werden, die Gesellschaft erneut zum Erwerb eigener Aktien zu ermächtigen.
Vorstand und Aufsichtsrat schlagen vor, folgenden Beschluss zu fassen:
a) Erwerbsermächtigung:
Die RAPUNZEL Naturkost Aktiengesellschaft(im folgenden auch: „Gesellschaft“) wird gemäß § 71 Absatz 1 Nr. 8 AktG ermächtigt, in dem Zeitraum bis zum Ablauf des 9. Januar 2009 mit Zustimmung des Aufsichtsrats eigene Aktien der Gesellschaft mit einem rechnerischen Anteil von bis zu insgesamt 10 % des zum Zeitpunkt der Beschlussfassung bestehenden Grundkapitals der Gesellschaft zu anderen Zwecken als zu dem des Handels in eigenen Aktien zu erwerben; dabei gilt, dass auf die aufgrund dieser Ermächtigung erworbenen Aktien zusammen mit anderen Aktien der Gesellschaft, welche die Gesellschaft bereits erworben hat und noch besitzt oder welche der Gesellschaft nach Maßgabe der §§ 71d und/oder 71e AktG zuzurechnen sind, zu keinem Zeitpunkt mehr als 10 % des jeweiligen Grundkapitals der Gesellschaft entfallen dürfen. Diese Ermächtigung kann ganz oder in Teilbeträgen, einmal oder mehrmals, für einen oder mehrere Zwecke und entweder durch die Gesellschaft selbst oder durch von ihr im Sinne der Regelung in § 17 AktG abhängige Konzernunternehmen oder für ihre oder deren Rechnung durch Dritte ausgenutzt werden.
Die von der Hauptversammlung der Gesellschaft am 21. Juli 2006 beschlossene Ermächtigung zum Erwerb eigener Aktien wird für die Zeit ab Wirksamwerden dieser neuen Ermächtigung aufgehoben.
b) Arten des Erwerbs:
Der Erwerb der Aktien der RAPUNZEL Naturkost Aktiengesellschaft(im folgenden auch: „Rapunzel-Aktien“) erfolgt unter Wahrung des Gleichbehandlungsgrundsatzes aus § 53a AktG nach Wahl des Vorstandes mit Zustimmung des Aufsichtsrats entweder (1) als Kauf über eine börsenähnliche Einrichtung oder Handelsplattform, namentlich insbesondere derjenigen der VALORA EFFEKTEN HANDEL AG oder eines Rechtsnachfolgers (im folgenden kurz: „VALORA-System“) oder (2) mittels einer an alle Aktionäre gerichteten öffentlichen Kaufofferte oder (3) mittels einer an alle Aktionäre gerichteten Aufforderung, Verkaufsangebote abzugeben, wobei jeder dieser Erwerbswege selbständig und rechtlich unabhängig von den anderen ist.
(1) Erfolgt der Erwerb der Rapunzel-Aktien als Kauf über das VALORA-System, darf der von der Gesellschaft gezahlte Gegenwert je Rapunzel-Aktie (ohne Erwerbsnebenkosten) den zu Beginn des Handelstages maßgeblichen Marktpreis dieses Systems um nicht mehr als 10 % überschreiten und um nicht mehr als 10% unterschreiten.
(2) Erfolgt der Erwerb der Rapunzel-Aktien über eine an alle Aktionäre gerichteten öffentlichen Kaufofferte (im folgenden: „Kaufangebot“), dann dürfen der gebotene Kaufpreis oder die Grenzwerte der gebotenen Kaufpreisspanne je Rapunzel-Aktie (jeweils ohne Erwerbsnebenkosten) den durchschnittlichen Marktpreis dieser Aktie während der letzten zehn Handelstage vor dem Tag der Veröffentlichung des Kaufangebots (im folgenden: „maßgeblicher Wert“), ermittelt anhand des arithmetischen Mittels der Marktpreise der Rapunzel-Aktie jeweils zum Ende des Handelstages des VALORA-Systems (im folgenden: „Schlusspreise“), um nicht mehr als 25% über- oder unterschreiten. Ergeben sich nach der Veröffentlichung eines Kaufangebots nicht nur unerhebliche Abweichungen der Schlusspreise vom maßgeblichen Wert, so kann das Angebot angepasst werden. In diesem Fall wird für die Preisermittlung abgestellt auf das arithmetische Mittel der Schlusspreise für Rapunzel-Aktien gleicher Ausstattung während der letzten zwei Wochen vor der öffentlichen Ankündigung einer Anpassung, wobei der so ermittelte Betrag die Bezugsgröße für die 25%-Grenze bildet.Das Volumen des Angebots kann begrenzt werden, auch im Falle einer Anpassung. Sofern die gesamte Zeichnung des Angebots dieses Volumen überschreitet, muss die Annahme nach Quoten erfolgen. Eine bevorrechtigte Annahme geringerer Stückzahlen kann bis zu 100 Stück angedienter Aktien je Aktionär vorgesehen werden. Wenn und soweit die Vorschriften des Wertpapiererwerbs- und Übernahmegesetzes (WpÜG) Anwendung finden, sind diese zu beachten. Das Kaufangebot kann weitere Bedingungen vorsehen.
(3) Fordert die Gesellschaft alle Aktionäre öffentlich zur Abgabe von Angeboten auf, Rapunzel-Aktien zu verkaufen (im folgenden auch: „Verkaufsaufforderung“), so kann die Gesellschaft bei der Verkaufsaufforderung eine Kaufpreisspanne festlegen, innerhalb derer Angebote abgegeben werden können. Die Verkaufsaufforderung kann eine Angebotsfrist, Bedingungen sowie die Möglichkeit vorsehen, die Kaufpreisspanne während der Angebotsfrist anzupassen, wenn sich nach der Veröffentlichung der Verkaufsaufforderung während der Angebotsfrist erhebliche Abweichungen der Schlusspreise der Rapunzel-Aktien vom gebotenen Kaufpreis oder von den Grenzwerten der festgelegten Kaufpreisspanne ergeben. Bei der Annahme wird aus den vorliegenden Verkaufsangeboten der endgültige Kaufpreis ermittelt. Der Kaufpreis (ohne Erwerbsnebenkosten) für jede Rapunzel-Aktie darf den durchschnittlichen Schlusspreis der Rapunzel-Aktie an den letzten fünf Handelstagen vor dem Stichtag um nicht mehr als 25% über- oder unterschreiten; Stichtag ist dabei der Tag, an dem die Gesellschaft die Angebote annimmt. Das Volumen der Verkaufsaufforderung kann begrenzt werden. Wenn die Anzahl der zum Kauf angebotenen Rapunzel-Aktien dieses Volumen übersteigt, namentlich die Aktienzahl, welche die Gesellschaft zum Erwerb bestimmt hat, richtet sich die Annahme nach Quoten; das bedeutet, dass der Erwerb im Verhältnis der jeweils angebotenen Rapunzel-Aktien erfolgt. Für diesen Fall kann ein bevorrechtigter Erwerb bzw. eine bevorrechtigte Annahme geringerer Stückzahlen vorgesehen werden, und zwar bis zu 100 Stück angebotener Rapunzel-Aktien je Aktionär. Wenn und soweit die Vorschriften des Wertpapiererwerbs- und Übernahmegesetzes (WpÜG) Anwendung finden, sind diese zu beachten.
c) Verwendung der erworbenen Aktien:
Der Vorstand wird ermächtigt, Rapunzel-Aktien, die aufgrund der vorstehenden oder einer früher erteilten Ermächtigung oder gemäß § 71d Satz 5 AktG erworben werden, mit Zustimmung des Aufsichtsrats zu allen gesetzlich zulässigen Zwecken zu verwenden, insbesondere zu folgenden:
(1) Die Aktien können bei Unternehmenszusammenschlüssen oder beim Erwerb von Unternehmen, Unternehmensteilen oder Beteiligungen an Unternehmen oder anderen Wirtschaftsgütern direkt oder indirekt veräußert werden. Veräußern in diesem Sinne bedeutet auch, Wandel- oder Bezugsrechte sowie Erwerbsoptionen einzuräumen.
(2) Die Aktien können als Belegschaftsaktien Arbeitnehmern der Gesellschaft angeboten werden.
(3) Die Aktien können eingezogen werden, ohne dass die Einziehung oder ihre Durchführung eines weiteren Hauptversammlungsbeschlusses bedarf. Die Einziehung kann auf einen Teil der erworbenen Aktien beschränkt werden; von der Ermächtigung zur Einziehung kann mehrfach Gebrauch gemacht werden. Die Einziehung führt zur Kapitalherabsetzung; abweichend davon kann der Vorstand mit Zustimmung des Aufsichtsrats bestimmen, dass das Grundkapital nicht herabgesetzt wird, sondern sich durch die Einziehung der Anteil der übrigen Aktien am Grundkapital gemäß § 8 Abs. 3 AktG erhöht. Für diesen Fall ist der Vorstand ermächtigt, die Angabe der Zahl der Aktien in der Satzung anzupassen.
Die Ermächtigungen gemäß diesem Buchstaben c) können einmal oder mehrmals, ganz oder in Teilen oder einzeln oder gemeinsam ausgeübt werden.
d) Bezugsrechtsausschluss:
Das Bezugsrecht der Aktionäre auf diese eigenen Aktien der Gesellschaft wird insoweit ausgeschlossen, wie diese Aktien gemäß den vorstehenden Ermächtigungen unter Buchstabe c) zu Ziffern (1) und (2) verwendet werden.

7. Beschlussfassung über die Ermächtigung zum Erwerb eigener Aktien auch im Wege des individuell ausgehandelten Rückerwerbs
Unter Tagesordnungspunkt 6 schlagen Vorstand und Aufsichtsrat der Hauptversammlung eine Ermächtigung der Gesellschaft zum Erwerb eigener Aktien vor. Dort sind als Erwerbswege der Erwerb über eine börsenähnliche Einrichtung oder Handelsplattform, der Erwerb durch ein Kaufangebot und der Erwerb mittels einer Verkaufsaufforderung genannt. Diese Erwerbswege sollen um einen weiteren Erwerbsweg ergänzt werden, der rechtlich unabhängig sein soll von den anderen.
Vorstand und Aufsichtsrat schlagen daher vor, folgenden Beschluss zu fassen:
a) Erweiterung der zugelassenen Arten des Erwerbs
Innerhalb des Rahmens, der vorgegeben wird von der unter Tagesordnungspunkt 6 zu Buchstabe a) vorgeschlagenen Ermächtigung der Gesellschaft zum Erwerb eigener Aktien, kann dieser Erwerb mit Zustimmung des Aufsichtsrats auch außerhalb der unter Tagesordnungspunkt 6 zu Buchstabe b) vorgeschlagenen Erwerbsarten unter Ausschluss eines Andienungsrechts der Aktionäre unmittelbar von individuell abgabewilligen oder abgabepflichtigen Aktionären der Gesellschaft (im folgenden: „individuelle Aktionäre“) erfolgen.

(1) Ein Erwerb unmittelbar von individuellen Aktionären ist nur dann zulässig, wenn der Erwerb auf diesem Wege Zwecken dient, die im vorrangigen Interesse der Gesellschaft liegen, und geeignet und erforderlich ist, diese Zwecke zu erreichen. Das gilt insbesondere, wenn ein Erwerb über eine börsenähnliche Einrichtung oder Handelsplattform, ein Kaufangebot oder eine Verkaufsaufforderung zu aufwendig, zu langwierig oder sonst ungeeignet wäre.
(2) Erfolgt der Erwerb unmittelbar von individuellen Aktionären, darf der von der Gesellschaft gezahlte Gegenwert je Rapunzel-Aktie (ohne Erwerbsnebenkosten) weder (a) den zu Beginn des Handelstages maßgeblichen Marktpreis des VALORA-Systems überschreiten noch (b) den durchschnittlichen Marktpreis dieser Aktie während der letzten zehn Handelstage vor dem Tag des Erwerbs (im folgenden: „maßgeblicher Wert“), ermittelt anhand des arithmetischen Mittels der Marktpreise der Rapunzel-Aktie jeweils zum Ende des Handelstages (im folgenden: „Schlusspreise“). Außerdem darf der von der Gesellschaft gezahlte Gegenwert den maßgeblichen Wert um nicht mehr als 30 % unterschreiten.
(3) Soweit eigene Aktien auf diesem Erwerbswege von individuellen Aktionären erworben werden, sind diese Erwerbe anzurechnen bei der Berechnung der Begrenzung der erworbenen eigenen Aktien auf 10 % des zum Zeitpunkt der Beschlussfassung bestehenden Grundkapitals der Gesellschaft nach Maßgabe der Regelung von Buchstabe a) Satz 1 Halbsatz 2 der unter Tagesordnungspunkt 6 vorgeschlagenen Ermächtigung.
b) Verweis auf die Hauptermächtigung
Soweit vorstehend nichts Abweichendes bestimmt ist, gelten im Übrigen alle anderen Vorgaben der unter Tagesordnungspunkt 6 vorgeschlagenen Ermächtigung, insbesondere und uneingeschränkt auch hinsichtlich der Verwendung der erworbenen Aktien.

8. Beschlussfassung über Satzungsänderungen zu deren Anpassung an das Gesetz zur Unternehmensintegrität und Modernisierung des Anfechtungsrechts (UMAG)
Das Gesetz zur Unternehmensintegrität und Modernisierung des Anfechtungsrechts (UMAG) ist am 1. November 2005 in Kraft getreten. Es enthält unter anderem Rechtsänderungen betreffend den Ablauf von Hauptversammlungen. Deshalb soll die Satzung der Gesellschaft an die geänderten rechtlichen Rahmenbedingungen angepasst werden.
Vorstand und Aufsichtsrat schlagen daher vor, wie folgt zu beschließen:
a) § 16 Ziffer 2 der Satzung der Gesellschaft wird wie folgt neu gefasst:

"2. Die Hauptversammlung wird durch den Vorstand oder in den gesetzlich vorgeschriebenen Fällen durch den Aufsichtsrat einberufen. Die Einberufung ist mindestens 30 Tage vor dem Tage, bis zu dessen Ablauf sich die Aktionäre zur Teilnahme an der Versammlung gemäß § 17 Satz 1 der Satzung anzumelden haben, unter Angabe der Tagesordnung im elektronischen Bundesanzeiger bekannt zu machen.“
b) § 18 der Satzung der Gesellschaft wird um folgende Ziffer 3 ergänzt:

"3. Der Vorsitzende der Hauptversammlung kann das Frage- und Rederecht der Aktionäre zeitlich angemessen beschränken; er kann insbesondere bereits zu Beginn oder erst während der Hauptversammlung den zeitlichen Rahmen für den ganzen Verlauf der Hauptversammlung, für die Aussprache zu den einzelnen Tagesordnungspunkten sowie für den einzelnen Redebeitrag angemessen festsetzen.“

II.
Berichte an die Hauptversammlung
1. Bericht des Vorstands an die Hauptversammlung gemäß § 186 Abs. 4 Satz 2 in Verbindung mit § 71 Abs. 1 Nr. 8 Satz 7 AktG zu den unter Punkt 6 der Tagesordnung genannten Bezugsrechtsausschlüssen
Punkt 6 der Tagesordnung enthält den Vorschlag, die Gesellschaft dazu zu ermächtigen, unter bestimmten Voraussetzungen Rapunzel-Aktien zurückzukaufen und diese Aktien anschließend zu verwenden. Hierzu hat der Vorstand gemäß § 186 Abs. 4 Satz 2 in Verbindung mit § 71 Abs. 1 Nr. 8 Satz 7 AktG einen schriftlichen Bericht erstattet über die Gründe für diese Ermächtigung und die mit dieser Ermächtigung verbundenen Ausschlüsse des Bezugsrechts.
Dieser Bericht wird wie folgt bekannt gemacht:
Die RAPUNZEL Naturkost Aktiengesellschaft soll erneut die Möglichkeit erhalten, eigene Aktien bis zur Grenze von 10% des Grundkapitals der Gesellschaft zu erwerben. Schon die Hauptversammlung der Gesellschaft vom 21. Juli 2006 hatte beschlossen, die Gesellschaft zum Aktienrückkauf zu ermächtigen. Da diese Ermächtigung vor der nächsten ordentlichen Hauptversammlung ausläuft, soll dieser Hauptversammlung vorgeschlagen werden, die Gesellschaft erneut zum Erwerb eigener Aktien zu ermächtigen.
Dabei soll die Gesellschaft neben einem Erwerb über eine börsenähnliche Einrichtung oder Handelsplattform eigene Aktien auch durch ein an alle Aktionäre gerichtetes öffentliches Kaufangebot erwerben können oder durch eine ebenfalls an alle Aktionäre gerichtete öffentliche Aufforderung, Angebote zum Verkauf von Rapunzel-Aktien abzugeben.
Beim Erwerb der Aktien ist die Gesellschaft bereits nach aktienrechtlichen Vorschriften verpflichtet, das Gleichbehandlungsgebot zu wahren. Das ist nach dem Wortlaut des Gesetzes der Fall beim Erwerb über die Börse und nach dem Zweck der gesetzlichen Regelung gleichermaßen beim Erwerb über eine börsenähnliche Einrichtung oder Handelsplattform. Das Gleichbehandlungsgebot wird auch gewahrt im Falle eines Erwerbs mittels eines an alle Aktionäre gerichteten öffentlichen Kaufangebots. Gleiches gilt darüber hinaus grundsätzlich auch für die an alle Aktionäre gerichtete öffentliche Verkaufsaufforderung. Eine zulässige Ausnahme zugunsten einer teilweisen Ungleichbehandlung ist für den Fall vorgesehen, dass die Anzahl der auf eine öffentliche Verkaufsaufforderung angebotenen Aktien die zum Erwerb vorgesehene Aktienanzahl übersteigt. Für diesen Fall soll sich die Annahme nach Quoten richten und eine bevorrechtigte Annahme geringer Stückzahlen erfolgen, namentlich bis zu 100 Stück angedienter Aktien je Aktionär.
Verwenden können soll die Gesellschaft die erworbenen Aktien zu mehreren Zwecken:
Verwendung ohne Bezugsrechtsausschluss:
Die Gesellschaft soll die aufgrund eines Ermächtigungsbeschlusses erworbenen eigenen Aktien auch ohne erneuten Beschluss der Hauptversammlung einziehen können. Die vorgeschlagene Ermächtigung sieht dazu die Einziehung sowohl mit als auch ohne Kapitalherabsetzung vor. Durch Einziehung eigener Aktien ohne Kapitalherabsetzung erhöht sich automatisch der rechnerische Anteil der verbleibenden Stückaktien am Grundkapital, das in diesem Falle unverändert bleibt. Deshalb soll der Vorstand auch ermächtigt werden, die Anzahl der Stückaktien, die sich durch die Einziehung verringert, in der Satzung anzupassen.
Verwendung mit Bezugsrechtsausschluss:
Darüber hinaus soll die Gesellschaft eigene Aktien aber auch zu weiteren Zwecken verwenden können, die rechtlich einen Ausschluss des Bezugsrechts notwendig machen, da diese Verwendungszwecke jeweils nur ohne Gleichbehandlung aller Aktionäre erreicht werden können.
Zu den einzelnen Bezugsrechtsausschlüssen:
Das Bezugsrecht der Aktionäre soll ausgeschlossen sein, soweit der Vorstand die zurückerworbenen Aktien mit Zustimmung des Aufsichtsrats bei Unternehmenszusammenschlüssen oder beim Erwerb von Unternehmen, Unternehmensteilen oder Beteiligungen an Unternehmen oder anderen Wirtschaftsgütern direkt oder indirekt veräußert.
Die Praxis zeigt, dass als Gegenleistung für attraktive Akquisitionsobjekte häufig die Verschaffung von Aktien der erwerbenden Gesellschaft verlangt wird. Dieser Weg ist als anerkannte Akquisitionsfinanzierung zu bezeichnen. Aus diesem Grunde muss der Gesellschaft die Möglichkeit eröffnet werden, eigene Aktien zur Verfügung zu haben, um diese in solchen Fällen als Gegenleistung anbieten zu können. Die vorgeschlagene Ermächtigung soll der Gesellschaft den notwendigen Handlungsspielraum geben, um sich bietende Gelegenheiten zu Akquisitionen und Unternehmenszusammenschlüssen schnell und flexibel ausnutzen zu können, ohne zuvor durch Einberufung einer Hauptversammlung eine Kapitalerhöhung durchführen zu müssen. Zu diesem Zweck ist es erforderlich, dass der Vorstand mit Zustimmung des Aufsichtsrats zur Gewährung eigener Aktien unter Ausschluss des Bezugsrechts der Aktionäre ermächtigt wird.
Der Vorstand wird jeweils im Einzelfall prüfen, ob er von der erbetenen Ermächtigung zur Verwendung eigener Aktien unter Bezugsrechtsausschluss Gebrauch machen soll, wenn sich Möglichkeiten zu Unternehmenszusammenschlüssen oder Akquisitionen konkretisieren. Er wird die Ermächtigung nur dann ausnutzen, wenn er zu der Überzeugung gelangt, dass der Erwerb gegen Übertragung von Aktien der Gesellschaft in deren wohlverstandenem Interesse liegt. Der Aufsichtsrat wird die erforderliche Zustimmung zur Ausnutzung dieser Ermächtigung zur Verwendung eigener Aktien unter Bezugsrechtsausschluss nur erteilen, wenn er ebenfalls zu dieser Überzeugung gelangt. Im Übrigen wird der Vorstand in der auf die Ausnutzung der Ermächtigung folgenden Hauptversammlung über die Einzelheiten seines Vorgehens berichten.
Das Bezugsrecht der Aktionäre soll darüber hinaus auch ausgeschlossen sein, soweit der Vorstand die zurückerworbenen Aktien mit Zustimmung des Aufsichtsrats als Belegschaftsaktien Arbeitnehmern der Gesellschaft anbietet. Damit soll die Gesellschaft in die Lage versetzt werden, Belegschaftsaktien auszugeben und ein innovatives Beteiligungsmodell anzubieten.

2. Bericht des Vorstands an die Hauptversammlung entsprechend § 186 Abs. 4 Satz 2 in Verbindung mit § 71 Abs. 1 Nr. 8 Satz 7 AktG zu dem unter Punkt 7 der Tagesordnung genannten Ausschluss eines Andienungsrechts
Punkt 7 der Tagesordnung enthält den Vorschlag, die unter Punkt 6 der Tagesordnung vorgeschlagenen Erwerbswege für den Erwerb eigener Aktien der RAPUNZEL Naturkost Aktiengesellschaft um einen weiteren Erwerbsweg zu ergänzen. Hierzu hat der Vorstand entsprechend der Regelung in § 186 Abs. 4 Satz 2 in Verbindung mit § 71 Abs. 1 Nr. 8 Satz 7 AktG einen schriftlichen Bericht erstattet über die Gründe für diese zusätzliche Erwerbsermächtigung und einen in dieser zusätzlichen Erwerbsermächtigung vielleicht zu sehenden Ausschluss eines Andienungsrechts der Aktionäre.
Dieser Bericht wird wie folgt bekannt gemacht:
Bei dem weiteren Erwerbsweg handelt sich um einen Sonderfall des Erwerbs, nämlich den so genannten freihändigen Erwerb, der auch Direkterwerb genannt wird. Durch eine Ermächtigung auch zum freihändigen Erwerb wird die Gesellschaft in die Lage versetzt, ihre Akquisitionsfinanzierung flexibel zu gestalten und beispielsweise als Sachgegenleistung ausgegebene Aktien der Gesellschaft bei etwa erforderlich werdenden Kaufpreisanpassungen zurückzuerwerben. Darüber hinaus erweitert der freihändige Erwerb den Spielraum der Gesellschaft, am Markt angebotene Aktienpakete von Rapunzel-Aktien flexibel, schnell und kostengünstig zu erwerben. Dies gilt um so mehr, wenn im VALORA-System zeitweilig nur eine eher geringe Zahl von Rapunzel-Aktien gehandelt werden sollte und der Erwerb oder die Veräußerung von Aktienpaketen zu erheblichen Kursbeeinflussungen führen würde.
Zu diesem Zweck ist es erforderlich, dass der Vorstand mit Zustimmung des Aufsichtsrats zum Erwerb eigener Aktien der Gesellschaft unter Ausschluss eines Andienungsrechts der Aktionäre unmittelbar von individuell abgabewilligen oder abgabepflichtigen Aktionären der Gesellschaft ermächtigt wird. Das soll aber nur dann zulässig sein, wenn der Direkterwerb Zwecken dient, die im vorrangigen Interesse der Gesellschaft liegen, und geeignet und erforderlich ist, diese Zwecke zu erreichen. So liegt es insbesondere dann, wenn der Erwerb über eine der anderen unter TOP 6 vorgeschlagenen Erwerbsmöglichkeiten zu aufwendig, zu langwierig oder sonst ungeeignet wäre. Selbstverständlich würden wir alle Aktionäre über eine solche Maßnahme in engem zeitlichem Zusammenhang umfassend unterrichten.
Als Gegenstück zum Bezugsrecht der Aktionäre, das grundsätzlich für alle Fälle der Gewährung von Aktien gilt, kann es im Falle eines freihändigen Erwerbs von Aktien ein Andienungsrecht der Aktionäre geben, das mit der vorgeschlagenen Ermächtigung ausgeschlossen werden soll. Dies ist erforderlich, um den freihändigen Erwerb unter den dafür vorgesehenen und vorstehend beschriebenen Voraussetzungen statthaft zu machen.
Da ein solcher Direkterwerb ein Sonderfall ist, wollen wir ihn unseren Aktionären auch gesondert zur Beschlussfassung vorlegen.
Hinsichtlich der zum Tagesordnungspunkt 6 vorgeschlagenen Ermächtigung, die mit diesem Beschlussvorschlag erweitert werden soll, wird verwiesen auf den gesonderten Bericht des Vorstands zu Punkt 6 der Tagesordnung.

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