19.08.04 Nachhaltige Aktien , Meldungen

19.8.2004: DuPont verschweigt Chemikalienaustritte bei Teflonpfannen-Werken - bis zu 300 Millionen Dollar Strafe möglich

Die US-Umweltschutzbehörde EPA bezichtigt den Chemieriesen DuPont, die mögliche Toxizität von PFOA (perfluorooctanoic acid), ein Bestandteil des Teflons zur Beschichtung von Pfannen, ignoriert zu haben. DuPont habe Austritte dieser Chemikalien in die Umwelt verschwiegen, die sich zwischen 1981 und 2001 rund um ein DuPont-Werk in West Virginia ereigneten. Spuren des Stoffes seien bei Tests im Grundwasser und im Blut von Menschen entdeckt worden, unter anderem bei einer schwangeren Mitarbeiterin eines Werkes. Die EPA könnte nun eine Strafe von bis zu 300 Millionen Dollar verhängen, heißt es in einem Bericht des Ethical Corporation Magazine, London.

DuPont widerspricht der Darstellung: Man habe die Warnungen vor den möglichen toxischen Wirkungen des PFOA ernst genommen und die Regeln der Berichterstattung über Gesundheits- und Umweltgefahren in Bezug auf das PFOA eingehalten.

Der US-amerikanischen Umweltbehörde zufolge ist noch unbekannt, wie der Stoff in den Körper gelangt und ob er tatsächlich gesundheitsgefährdend ist. Einmal dort angelangt, bleibe er aber mindestens vier Jahre lang nachweisbar. Die EPA will den Fall nun genauer bewerten. Der entsprechende Vorwurf lautet: DuPont habe gegen den Resource Conservation Recovery Act von 1976 und den Toxic Substances Control Act von 1977 verstoßen, demzufolge Unternehmen Informationen über Chemikalien herausgeben müssen, die Gesundheitsrisiken bergen.

Bei Trinkwassertests von DuPont in Ohio und West Virginia seien PFOA-Werte herausgekommen, die die Grenzen zur internen Meldpflicht bei DuPont überschritten hätten. Solche Ergebnisse hätte man an die Behörde weiterreichen müssen. DuPont kontert, die Berichte hätten gar nicht den Status von toxikologischen Untersuchungen gehabt und die Daten auch kein "substantzielles Risiko" angezeigt. Das wäre aber die Voraussetzung dafür gewesen, dass eine Pflicht zur Meldung an die Umweltbehörde vorläge.

Begleitet wird der Streit zwischen dem Chemie-Konzern und der EPA von einem Verfahren, mit dem Anwohner der DuPont-Werke in beiden Bundesstaaten erreichen wollen, dass untersucht wird, welche Gesundheitsgefahren sich aus dem PFOA im Trinkwasser ergeben. Der Beginn dieses Verfahrens sei von September auf Oktober verschoben worden, heißt es.

Du Pont De Nemours & Co.: ISIN US2635341090 / WKN 852046

Bild: Mit DuPont-Teflon beschichtete Töpfe / Quelle: DuPont
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