20.10.04 Nachhaltige Aktien , Meldungen

20.10.2004: 5 Prozent vom Provisionsbudget für Nachhaltigkeitsanalysen: Institutionelle Investoren wollen für Nachhaltigkeitsresearch in die Tasche greifen

Nach dem Willen führender institutioneller Investoren Europas sollen Banker und Broker ihre Kunden auch über Nachhaltigkeitsaspekte informieren. Der Initiative mit dem Namen Enhanced Analytics Initiative haben sich Unternehmen wie BNP Paribas Asset Management, PGGM und der niederländische Pensionsfonds angeschlossen. Dazu zählt auch die RCM, die der Allianz Dresdner Asset Management (ADAM) angehört, eigenen Angaben zufolge mit über einer Billion Euro Anlagekapital einer der größten Vermögensmanager weltweit. Die Investoren-Gruppe bemängelt einem Bericht der in London erscheinenden Financial Times zufolge, dass bei den Unternehmensanalysen bislang soziale und Umweltaspekte sowie die Corporate Governance zu wenig berücksichtigt würden. Für die Einschätzung der langfristigen Performance von Aktienunternehmen seien diese Aspekte aber Schlüsselfaktoren.

Wie Philippe Lespinard, CIF (chief investment officer) von BNP Paribas Asset Management, gegenüber dem Blatt erklärte, soll schon in wenigen Jahren die Behandlung von Nachhaltigkeitsaspekten in Unternehmensanalysen zum Standard gehören. Die Enhanced Analytics Initiative wolle insbesondere den Brokern mit ihrem Focus auf die kurzfristige Unternehmensperformance vermitteln, dass es eine Nachfrage für entsprechende Informationen gebe. Die Mitglieder der Gruppe halten den Angaben zufolge bis zu 5 Prozent ihres Provisionsbudgets zurück, um dafür Nachhaltigkeitsanalysen einzukaufen. Das sei auch im Sinne ihrer Kunden, betonte Neil Dwane, CIF von RCM Europe, gegenüber der Financial Times. Wie es weiter heißt, will die Initiative eine unabhängige Unternehmensberatung damit beauftragen, alle sechs Monate zu ermitteln, welche Fortschritte erzielt wurden. Für den 2. November habe die Investorengruppe ein Treffen mit Bankern und Brokern vereinbart.

Bildhinweis: Ohne Informationen über soziale und Umweltaspekte tappen Investoren bei der Einschätzung von Aktienunternehmen im Dunkeln / Quelle: DuPont
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