20.02.03

20.2.2003: Spielzeuganbieter am Pranger - Macht ihr Preisdruck Arbeitern in China das Leben schwer?

Für Zehntausende chinesischer Fabrikarbeiter sind Spielzeuge eine bitterernste Angelegenheit. Denn sie stellen diese unter unerträglichen Arbeitsbedingungen her. Das hat das Hong Kong Christian Industrial Committee festgestellt und schwere Vorwürfe gegen die Spielzeuganbieter McDonald"s Corp., Toys "R" Us, Inc. sowie Walt Disney Co. erhoben. Im Wettbewerb um Aufträge von diesen Konzernen müssten sich die Hersteller in China durch Billigangebote profilieren. Diese seien jedoch nur durch die Ausbeutung der Arbeitnehmer möglich.

Das haben zumindest die Führungskräfte solcher Unternehmen gegenüber der South China Morning Post erklärt. Sie berichtet von 38 Fabriken, in denen die Beschäftigten an jedem Tag im Monat 16 Stunden arbeiten müssen, bei einem Tageslohn von etwa einem Dollar. In China werden 72 Prozent des weltweiten Spielzeug-Angebots hergestellt.

Die genannten Unternehmen reagierten auf die Vorwürfe unterschiedlich. Walt Disney kündigte an, sofort Kontrolleure zu entsenden, um die Fabriken ihrer Lieferanten zu überprüfen. Das Unternehmen ist sowohl im Index FTSE4GOOD World gelistet als auch im Portfolio von Nachhaltigkeitsfonds enthalten wie Credit Suisse Equity Fund (Lux) Global Sustainability, KD Fonds Öko Invest und Gamax Funds Junior.

Toys "R" Us verlangt dagegen detailliertere Information, bevor man etwas unternehmen will. Der Konzern notiert ebenfalls im Index FTSE4GOOD World.

Und McDonalds gibt an, man bemühe sich bereits gemeinsam mit seinen Partnern in China um eine Verbesserung der Arbeitsbedingungen. Die Nachhaltigkeitsfonds LIGA-PAX-Balance-Union, ethosfund und Storebrand Principle Global führen Aktien dieses Unternehmens.
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