Nachhaltige Aktien, Meldungen

20.2.2007: Fahrradaktie hebt ab - Was treibt die Papiere der Mifa AG alten Höchstständen entgegen? ECOreporter.de hat nachgefragt

Seit Anfang Februar ist der Kurs der Aktien des Fahrradherstellers Mifa Mitteldeutsche Fahrradwerke AG von 4,00 Euro auf zuletzt 6,60 Euro gestiegen. Ein Plus von mehr als 50 Prozent innerhalb weniger Tage, gibt es wichtige Veränderungen bei dem Unternehmen mit Sitz in Sangerhausen, Sachsen-Anhalt? ECOreporter.de sprach mit Unternehmenssprecher Henryk Deter über die aktuelle Lage.

"Die wesentliche Nachricht der letzten Wochen war der Kauf von Vorräten und Lagerbeständen sowie Kundenverträgen der Biria-Gruppe Anfang Dezember 2006. Anschließend war schon im letzten Jahr ein kräftiger Kurssprung von 3,98 Euro auf über 5,00 Euro zu beobachten. Allerdings kam die Aktie bis Anfang Februar wieder auf 4,00 Euro zurück", sagt der Sprecher.

Die Übernahme sei von weitreichender Bedeutung, führt Deter aus, Mifa und Biria behörten beide zu den größten deutschen Fahrradherstellern. Durch die Übernahme der Kundenverträge der Biria sei zum einen ein wesentlicher Wettbewerber der Mifa nicht mehr am Markt, die beiden Unternehmen hätten zuvor in direktem Wettbewerb miteinander gestanden. Zum anderen werde die Mifa einen Teil der Verträge fortführen; Absatz und Umsatz sollten dadurch deutlich wachsen.

Deter weiter: "Für den Kapitalmarkt ist das derzeit vermutlich schwer einzuschätzen, beim Unternehmen verspricht man sich aber eine Menge davon. Der Kauf wurde liquiditätsneutral über eine Sachkapitalerhöhung finanziert, die komplett von der US-amerikanischen Lone Star Funds gezeichnet wurde."

Nach Abschluss der Kapitalerhöhung wird Lone Star den Angaben zufolge 2 Millionen Mifa-Aktien halten, das entspricht 25 Prozent des Grundkapitals. Die bisherigen Grossaktionäre, Vorstand Peter Wicht und Mitbegründer Michael Lehmann, werden zusammen 4,5 Millionen Aktien halten; damit sind sie weiterhin Mehrheitsaktionäre der Gesellschaft. Der Streubesitz liegt bei 1,5 Millionen Aktien.

Zum steilen Kursanstieg der Mifa-Aktie dürfte auch eine Kaufempfehlung des Anlegermagazins "Euro am Sonntag" (EuramS) beigetragen haben. Die Journalisten rieten ihren Lesern am 11. Februar, die Aktie zu kaufen. Durch das Geschäft mit Biria sei Mifa mit einem Absatz von rund einer Million Fahrrädern zum klaren Marktführer in Deutschland geworden, so das Blatt. Als Folge der "strategisch sinnvollen" Übernahme würden die Gewinnmargen voraussichtlich deutlich steigen. Die Experten gaben als Kursziel für die Aktie des Fahrradherstellers 9,00 Euro aus.

Mifa Mitteldeutsche Fahrradwerke AG: ISIN DE000A0B95Y8

Bild: Fließbandarbeit bei der Mifa AG / Quelle: Unternehmen
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