20.05.03

20.5.2003: Unruhe auf dem Körperpflegemarkt - Henkel interessiert an Beiersdorf

Die Henkel KGaA ist an einem Einstieg bei dem Hamburger Kosmetik- und Pflasterkonzern Beiersdorf interessiert. Das berichtet der Berliner Tagesspiegel in einem Beitrag, der auf eine entsprechende Meldung des Handelsblattes Bezug nimmt. Die Düsseldorfer Wirtschaftszeitung hatte aus Kreisen der beteiligten Firmen erfahren, dass es zwischen Henkel und den beiden Beiersdorf- Großaktionären Tchibo und Allianz informelle Gespräche gab. Henkel-Chef Ulrich Lehner habe demnach mit Paul Achleitner, Finanzvorstand der Allianz, über den Erwerb des Allianz-Anteils an Beiersdorf gesprochen. Weder Henkel noch die Allianz äußerten sich allerdings zu den Ergebnissen der Gespräche.

Hintergrund der Gespräche zwischen Henkel und den Beiersdorf- Großaktionären sei die Neuordnung des deutschen Körperpflegemarktes, so der Tagesspiegel. Nachdem der US-Konsumgüterriese Procter & Gamble den Darmstädter Haarpflegespezialisten Wella gekauft habe, verfüge Henkel über eine besonders gut gefüllte "Kriegskasse". Allein aus dem Verkauf seiner strategischen Minderheitsbeteiligung seien dem Düsseldorfer Konsumgüterhersteller mehr als 100 Millionen Euro zugeflossen. Insgesamt könne Henkel nach eigenen Angaben bis zu sieben Milliarden Euro für Akquisitionen einsetzen.

Börsenexperten hielten allerdings eine Übernahme von Beiersdorf durch Henkel für unwahrscheinlich, hieß es weiter. Zwar mache ein Zusammenschluss der beiden Konzerne strategisch Sinn, der Tesahersteller sei aber zu teuer. Bei einem Erwerb der Allianz-Anteile müsse Henkel den restlichen Streubesitz-Inhabern ein Abfindungsangebot unterbreiten.


Beiersdorf AG: ISIN DE0005200000 / WKN 520000
Henkel KGaA: ISIN DE0006048432 / WKN 604843
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