20.08.04 Nachhaltige Aktien , Meldungen

20.8.2004: Vestas schluckt an NEG Micon - Dänischer Windkraft-Spezialist mit höherem Halbjahresverlust

Der dänische Windkraftanlagen-Hersteller Vestas Wind Systems weist für das erste Halbjahr 2004 einen Verlust von 39 Millionen Euro aus. Das sind 30 Millionen Verlust mehr als im Vorjahreszeitraum. Besonders die Übernahme des Konkurrenten NEG Micon habe die Ertragslage negativ beeinflusst, berichtet das Unternehmen. Die hohen Restrukturierungskosten sowie zyklische Effekte auf dem Windkraftanlagenmarkt werden als Ursachen genannt. In diesem Jahr werde ein größerer Teil der Aufträge erst im zweiten Halbjahr realisiert, mehr als sonst üblich, kommentiert und hofft das Unternehmen zugleich.

Der Konzern entlässt in diesem Jahr 475 Mitarbeiter - nach kurzem Anwachsen der Gesamtmitarbeiterzahl beider Unternehmen um rund 260 Beschäftigte - vornehmlich in Dänemark und Deutschland. Zeitlich erstrecken sich Abgänge auf die Zeit von Mai bis September 2004.
Ein Großteil der Kosten aber sei in der Bilanz für das erste Halbjahr eingerechnet, heißt es in den Erläuterungen zur Bilanz.

Bei einer Reihe von Projekten hätten sich außerdem höhere Kosten als erwartet ergeben, berichtet Vestas.

Nun wartet Vestas auf die positiven Synergieeffekte durch die Fusion mit NEG Micon. Sie sollen sich schon in diesem Jahr bemerkbar machen und 14 Millionen Euro ausmachen, sich bis 2006 insgesamt auf 67 Millionen Euro belaufen.

Beim Verkauf gab es - parallel zur NEG Micon-Integration - einen Zuwachs von etwas mehr als 25 Prozent der Kapazität (974 MW). Einbußen im Vergleich zum Vorjahr hat der Kopenhagener Konzern vor allem auf den Märkten USA und Canada sowie in Deutschland hinnehmen müssen, wo man mit nur 25 Anlagen Minus angesichts der Gesamtlage jedoch noch glimpflich davon kam. Aus dem amerikanischen Markt sei man bislang nicht wie erwartet zum Zug gekommen, da hier erwartete positive Veränderungen in den steuerlichen Rahmenbedingungen aufgeschoben worden seien, so Vestas.

Enormes Wachstum dagagen meldet Vestas (im Vergleich zum ersten Halbjahr 2003) für den Commonwealth und Italien: Jeweils hundert Anlagen mehr wurden Großbritannien und Australien/Neuseeland bestellt, 75 Anlagen betrug der Verkaufszuwachs in Indien, 69 in Italien.
Die Korrektur seiner Ergebniserwartungen - 2,6 Milliarden Umsatzerwartung (gegenüber anfänglichen 2,7 bis 2,8 Milliarden) sowie ein EBIT von sechs, statt zuvor erwarteter sieben - begründet das Unternehmen mit der Ungewissheit der Entwicklung auf dem nordamerikanischen Markt.

Vestas Wind Systems A.S.: ISIN DK0010268606 / WKN 913769

Bild: Hoffnungsträger für Vestas: V90 mit 3 MW / Quelle: Unternehmen
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