20.08.07 Nachhaltige Aktien , Meldungen

20.8.2007: Wochenrückblick: Umweltaktien können sich dem Abwärtssog der Weltbörsen nicht entziehen: zweistellige Kursverluste – kräftige Umsatzzuwächse bei Neue-Energie-Werten im ersten Halbjahr

In der vergangenen Börsenwoche verlor der DAX 2,10 Prozent auf 7270,07 Punkte. Der Dow-Jones-Index sank um 3,20 Prozent auf 12.845,78 Punkte. Der japanische Nikkei-Index büßte 3,25 Prozent ein und schloss mit 16.148,49 Punkten. Erdöl wurde mit 70,11 US-Dollar pro Barrel erheblich billiger verkauft als in der Vorwoche (76,03 Dollar; minus 7,78 Prozent; Sorte "Brent Crude Oil"). Kupfer (Copper Grade A) kostete mit 7.150,00 Dollar pro Tonne 9,55 Prozent weniger als in der Vorwoche (7.905,50 Dollar). Ein Euro kostete 1,3487 Dollar, 0,015 Dollar weniger als zum Ende der Vorwoche.

Die Unsicherheit an den Weltbörsen schlug in der letzten Woche auch auf die Umwelttitel durch. Firmen aus dem Bereich der Erneuerbaren Energie mussten teilweise drastische Kursverluste hinnehmen. Der Norderstedter Windanlagenbauer Nordex AG büßte mehr als 15 Prozent ein (Stand Freitag 16:00 Uhr). Seine Hamburger Konkurrentin REpower Systems AG verlor gut zwölf Prozent. Die Aktien der ebenfalls in Hamburg ansässigen Biokraftstoffproduzentin Verbio Vereinigte BioEnergie AG stürzten fast 25 Prozent ab. 11,7 Prozent verlor die EnviTec Biogas AG, der Biogasanlagenbauer notiert erst seit Mitte Juli an der Börse. Um mehr als 20 Prozent brach die Notierung der Branchenkonkurrentin Schmack Biogas AG ein. Die Oldenburger Solarmodulproduzentin aleo solar AG verlor knapp 15 Prozent. Der Bonner Solarstromkonzern SolarWorld AG musste einen Rückgang um gut zehn Prozentpunkte verkraften.
Nach den kräftigen Kurseinbrüchen empfahlen Analysten einzelne Titel bereits wieder zum Kauf, darunter die TecDAX-Unternehmen Q-Cells AG und ersol solar energy AG.

Die Plambeck Neue Energien AG hat im ersten Halbjahr 21,7 Millionen Euro Umsatz erwirtschaftet, nach 44,4 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum. Das Betriebsergebnis (EBIT) sank mit 0,3 Millionen Euro auf ein Zehntel des Vorjahreswertes. Im Gesamtjahr hofft Plambeck auf eine kräftige Umsatzsteigerung.

Die REpower Systems AG hat im ersten Halbjahr 200,2 Millionen Euro umgesetzt, gut zwölf Prozent mehr als 2006. Das Betriebsergebnis fiel von 2,4 auf 0,3 Millionen Euro. Das Nettoergebnis lag bei 0,04 Millionen Euro, nach 0,94 im Vorjahr. Der Auftragsbestand stieg von 821,5 Megawatt (MW) im Vorjahr auf 1.028,0 MW. Im Gesamtjahr sollen die Erlöse den Angaben zufolge auf 650 Millionen Euro klettern, bei einer EBIT-Marge von 3,0 bis 4,5 Prozent.

Die Nordex AG hat den Auftrag zur Lieferung von 20 Windrädern für zwei 25-Megawatt-Windparks in Nordirland erhalten. Auftraggeber sei die Renewable Energy Systems (RES), hieß es. Über den Kaufpreis sei Stillschweigen vereinbart worden.

Die Phoenix Solar AG hat den Umsatz im ersten Halbjahr um 60 Prozent gegenüber dem Vorjahr auf 58,81 Millionen Euro gesteigert. Das EBIT lag bei minus 0,56 Millionen Euro nach plus 0,28 Millionen Euro in 2006. Im zweiten Quartal betrug das EBIT 0,94 Millionen Euro (Vorjahr: 0,16 Millionen Euro). Phoenix Solar will den Auslandsumsatz 2007 von 40 auf 60 Millionen Euro steigern. Der Auftragsbestand liege bei 110,8 Millionen Euro, nach 40,9 Millionen Euro zum 30. Juni 2006, hieß es.

Von 0,37 Euro auf 0,43 Euro steigerte die Bonner SolarWorld AG das Ergebnis je Aktie im ersten Halbjahr, der Gewinn lag bei 48,2 Millionen Euro. Das EBIT stieg um 31,6 Prozent auf 84,8 Millionen Euro. Die EBIT-Marge fiel von 34,9 auf 27,1 Prozent. Der Konzernumsatz wuchs von 184,6 auf 313,6 Millionen Euro.

Die Sunways AG hat im zweiten Quartal 2007 mit 61 Millionen Euro rund 59 Prozent mehr Umsatz gemacht als im gleichen Zeitraum 2006. Das Unternehmen aus Konstanz verbesserte sein EBIT um 33 Prozent auf 0,58 Millionen Euro. Der Konzernüberschuss stieg von 0,1 auf 0,3 Millionen Euro.

Umsatzerlöse in Höhe von 90,1 Millionen Euro verzeichnete die aleo solar AG im ersten Halbjahr 2007 (Vorjahr: 55,7 Millionen Euro). Das EBIT blieb mit 6,0 Millionen Euro unter dem Vorjahresniveau (6,1 Millionen Euro). Das Unternehmen will den Umsatz bis Jahresende statt der bisher geplanten 185 Millionen Euro nun auf 200 Millionen Euro steigern.

Die Solar Millenium AG hat in den ersten acht Monaten des laufenden Geschäftsjahres (Stichtag 30. Juni) den Umsatz um 33,5 Prozent auf 11,01 Millionen Euro gesteigert. Das Ergebnis nach Steuern sank von 4,58 auf 1,71 Millionen Euro. Anders als im Vorjahr würden alle Erlöse aus Anteilsverkäufen von Kraftwerksgesellschaften 2007 erst im vierten Quartal erzielt, hieß es. Im Gesamtjahr will Solar Millenium rund zwölf Millionen Euro Überschuss erwirtschaften.

Einen Umsatzsprung von 44 Prozent auf 350,4 Millionen Euro meldete die Thalheimer Q-Cells AG für das erste Halbjahr (Vorjahr: 243,1 Millionen Euro). Das EBIT stieg um 45 Prozent auf 80,9 Millionen Euro, die EBIT-Marge lag bei 22 Prozent. Der Gewinn hat sich mit 77,3 Millionen Euro mehr als verdoppelt. Das Unternehmen erwartet für 2007 nun 800 Millionen Euro Umsatz , ein EBIT von 170 Millionen Euro und 163 Millionen Euro Gewinn.

Das EBIT der Erfurter ersol Solar Energy AG sank im ersten Halbjahr auf 9,6 Millionen Euro (2006: 10,6 Millionen). Der Nettogewinn lag bei 5,1 Millionen Euro (2006: 6,5 Millionen). Das Ergebnis pro Aktie betrug 0,52 Euro, nach 0,66 Euro im Vorjahr. Die Umsatzerlöse wuchsen demgegenüber von 61,4 auf 69,8 Millionen Euro.

Um 70,6 Prozent auf 418 Millionen Euro steigerte die Hamburger Conergy AG ihre Umsatzerlöse (Vorjahr: 245 Millionen Euro). Der Gewinn betrug 1,5 Millionen Euro, nach 0,55 Millionen Euro im Vorjahr. Der Auftragsbestand erreichte im ersten Halbjahr mit 1,238 Milliarden Euro einen neuen Höchstwert.
Von einer Bankengruppe hat Conergy einen Konsortialkredit in Höhe von 600 Millionen Euro erhalten. Die Bremer Landesbank finanziert zudem einen Kreditrahmen über 105 Millionen Euro für das Tochterunternehmen Epuron. Unternehmenssprecher Vespermann sagte gegenüber ECOreporter.de: „Mit der Kreditlinie haben wir die Basis geschaffen, unser Wachstum in den nächsten Jahren zu finanzieren.“

Die Automatisierungsspezialistin Manz Automation AG aus Reutlingen hat einen Folgeauftrag im Wert von 45 Millionen Euro von der Applied Materials erhalten. Der Gesamtauftragsbestand des Unternehmens beträgt laut Manz nun 120 Millionen Euro.

Mehr als vervierfacht hat die Roth & Rau AG aus Hohenstein-Ernstthal ihren Umsatz im ersten Halbjahr 2007. Nach 15,6 Millionen in 2006 wurden 65,2 Millionen Euro umgesetzt. Das EBIT wuchs von 4,8 auf 6,9 Millionen Euro, die EBIT-Marge lag bei 10,5 Prozent. Der Gewinn kletterte von 1,2 auf 4,9 Millionen Euro.

Die Payom Solar AG hat in den ersten sechs Monaten einen Umsatz von 3,6 Millionen Euro und ein EBIT von 265.000 Euro erzielt. Das Nachsteuer-Ergebnis lag bei knapp 228.000 Euro, das Ergebnis pro Aktie bei 0,33 Euro. Für das zweite Halbjahr rechnet Payom mit Erlösen von 10 Millionen Euro und 0,6 Millionen Euro EBIT.

Um 37 Prozent auf 91,8 Millionen Euro hat die Münchener Centrosolar AG den Umsatz im ersten Halbjahr 2007 gesteigert. Das EBIT fiel um 2 auf 1,1 Millionen Euro.

Multikristalline Solarwafer im Wert von rund 516 Millionen US-Dollar soll die chinesische LDK Solar Co. Ltd. nach Taiwan liefern. Auftraggeberin sei die Chuan-Yi Investment Corporation. Der Vertrag sei auf drei Jahre ausgelegt, hieß es.

Mit einer Überkreuzvereinbarung mit einer Laufzeit bis 2019 will sich die kalifornische SunPower Corp. Ingot- und Waferlieferungen langfristig sichern. Die norwegische NorSun AS liefert demnach Ingots und Wafer für die Produktion von Solarzellen mit einer Gesamtkapazität von bis zu zwei Gigawatt an SunPower. Im Gegenzug liefert SunPower gegen Vorauszahlung Polysilizium zur Produktion von Wafern und Ingots an NorSun.

Die First Solar Inc. aus Phoenix, Arizona will ihren Aktionären rund 6,5 Millionen Aktien anbieten. Die Papiere sollen 95 Dollar kosten, teilte das Unternehmen mit. Im zweiten Quartal 2007 erzielte First Solar einen Umsatz von 77,2 Millionen Dollar, der Nettogewinn lag bei 44,4 Millionen Dollar. Im Vorjahreszeitraum hatte das Unternehmen noch 2,5 Millionen Dollar Verlust verbucht.

Die kanadische Carmanah Technologies Corp. hat im ersten Halbjahr mit minus 4,3 Millionen Dollar ein negatives Ergebnis vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen (EBITA) erwirtschaftet. Der Umsatz stieg von 28,4 Millionen auf 30,6 Millionen Dollar.

Die Verbio Vereinigte BioEnergie AG hat im ersten Halbjahr weniger umgesetzt und verdient als im Vorjahreszeitraum. Der Umsatz sank von 240,8 Millionen Euro auf 203,8 Millionen Euro. Das EBIT ging von 16,3 auf 1,1 Millionen Euro zurück. Das Nettoergebnis rutschte von 7,3 Millionen auf minus 3,3 Millionen Euro. Erst für 2008 rechnet Verbio mit einer Verbesserung der wirtschaftlichen Lage in der Biokraftstoffbranche.

Die Biostrom Energy Group AG, eine Tochter der BKN BioKraftstoff Nord AG, hat die Genehmigung zum Bau von fünf Biogasanlagen erhalten. Das Gesamtvolumen der Projekte betrage rund zehn Millionen Euro, hieß es. Die Anlagen sollen nach Fertigstellung 2,5 MW leisten.

Eine Biogasanlage mit 2,8 MW Leistung soll Biogas Nord AG in der Nähe der rumänischen Stadt Oradea bauen. Laut dem Unternehmen aus Bielefeld beläuft sich der Auftragswert auf rund 3,5 Millionen Euro.

Die BDI Biodiesel AG, Graz, hat im ersten Halbjahr einen Umsatzrückgang von 30,1 Prozent verbucht. Die Erlöse sanken demnach von 38,7 auf 27,0 Millionen Euro. Das EBIT fiel von 4,1 auf 0,4 Millionen Euro. Für das Gesamtjahr korrigierte BDI die Prognose: Erwartet werden nun 75 Millionen Euro Umsatz und eine EBIT-Marge von über 5 Prozent.

Die CCR Logistics Systems AG hat mit 29,4 Millionen Euro im ersten Halbjahr 2007 36 Prozent mehr Umsatz gemacht als im gleichen Zeitraum 2006. Das EBIT reduzierte sich von 1,2 auf 0,97 Millionen Euro.

Mit einem Umsatzplus von 15,6 Prozent gegenüber dem gleichen Vorjahreszeitraum hat die Gelsenkirchener Masterflex AG ihr erstes Halbjahr 2007 abgeschlossen. Der Umsatz stieg auf 63,7 Millionen Euro, das EBIT auf 6,3 Millionen Euro (plus 8,2 Prozent). Masterflex will im Gesamtjahr beim Umsatz 10 bis 20 Prozent wachsen, beim EBIT 50 bis 60 Prozent.

Die Centrotec Sustainable AG hat im ersten Halbjahr mit 182 Millionen Euro knapp acht Prozent mehr Umsatz erzielt als im Vorjahreszeitraum. Das EBIT stieg auf 5,9 Millionen Euro. Im Gesamtjahr will das Unternehmen den Umsatz auf 400 bis 410 Millionen Euro steigern, das EBIT auf mindestens 29 Millionen Euro.

Ein Umsatzplus von 21 Prozent auf 132,5 Millionen Euro verbuchte die österreichische Christ Water Technology AG (CWT) im ersten Halbjahr. Das EBIT stieg um 34 Prozent auf 4,1 Millionen Euro. Der Nettogewinn belief sich auf 2,7 Millionen Euro oder 0,15 Euro pro Aktie, nach 1,6 Millionen Euro oder 0,09 Euro pro Aktie im Vorjahr.

Die kalifornische Transmeta Corporation hat einen Kapitalschnitt im Verhältnis 20:1 durchgeführt. Die Zahl der Aktien reduzierte sich damit von rund 200 auf 10 Millionen Aktien.

Informationen zur aktuellen Kursentwicklung der Umweltaktien finden Sie auf unserer Informationsseite Kurse.


Bilder: Solarkraftwerk der Phoenix Solar AG an einem Gebäude der Stadtwerke Ulm / Quelle: Unternehmen

Dieser Umweltaktien-Wochenrückblick erscheint mit freundlicher Unterstützung der UmweltBank.
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