02.10.04 Nachhaltige Aktien , Meldungen

2.10.2004: Großes Besucherinteresse am ThemenPark Grünes Geld - ECOreporter.de-Interview mit Thomas Bauer, Pressesprecher des Öko-Zentrums NRW

Zum zweiten Mal fand der ThemenPark "Grünes Geld" auf der Internationalen Anlegermesse IAM in Düsseldorf statt. Zahlreiche namhafte Anbieter nachhaltiger Finanzprodukte waren vom 23. bis 25. September mit Ausstellungsständen vertreten. Ein Rahmenprogramm mit Vorträgen zu Fachthemen, einem Kongress über Mikrofinanzierung und der Projektbörse "Mikrofinanzierung" bereicherte das Geschehen. Wie ist die Bilanz der Veranstalter, sind sie zufrieden mit der Resonanz auf die Messe? ECOreporter.de sprach mit Thomas Bauer, Pressesprecher des Öko-Zentrums NRW, das den Themenpark gemeinsam mit der Messe Düsseldorf organisiert hat.

ECOreporter.de: Herr Bauer, wie viele Besucher interessierten sich für den ThemenPark "Grünes Geld" zur Internationalen Anlegermesse IAM? Wie gut wurde die Messe insgesamt besucht?
Thomas Bauer: Insgesamt sind rund 7000 Besucher zur IAM gekommen. Das bedeutet einen Rückgang gegenüber der letzten Veranstaltung vor zwei Jahren, was aber angesichts der gedämpften Stimmung im Finanzsektor nicht verwunderlich ist. Wir selbst als Veranstalter des ThemenParks Grünes Geld haben den Rückgang eigentlich gar nicht wahrgenommen. Das Interesse am Nachhaltigen Investment war nämlich eher noch stärker als 2002. Es dürfte kaum einen IAM-Besucher gegeben haben, der den ThemenPark ausgelassen hat.

ECOreporter.de: Klappte die Zusammenarbeit des Öko Zentrums NRW mit den Kollegen aus dem konventionellen Finanzsektor?
Bauer: Bestens. Zwischen den beiden Veranstaltern - Messe Düsseldorf und Öko-Zentrum NRW - stimmte die "Chemie" ohnehin von Anfang an. Und auch bei den jeweiligen Ausstellern sind Berührungsängste kaum noch festzustellen. Schließlich haben immer mehr konventionelle Anbieter "grüne" Produkte im Angebot und andererseits wollen die nachhaltigen Anbieter als normales Segment des Marktes wahrgenommen werden.
Allerdings gibt es innerhalb des nachhaltigen Bereichs unterschiedliche Strategien, wie man auf die Kundschaft zugeht. Einige Anbieter haben nachhaltige Produkte und eine entsprechende Firmenphilosophie, stellen in ihrem werblichen Auftritt aber andere Aspekte nach vorn. Wenn die sich lieber in einem konventionellen Umfeld präsentieren, muss man das akzeptieren. Solche Fälle sind aber selten.

ECOreporter.de: Welche Rückmeldungen haben Sie von den Ausstellern im Bereich Grünes Geld erhalten? Hat sich die Mühe für sie gelohnt?
Bauer: Von Seiten der Aussteller haben wir ein ausschließlich positives Feedback bekommen. Den Grund - das große Besucherinteresse - habe ich schon genannt. Für nachhaltig orientierte Anbieter ist Grünes Geld weiterhin die beste Möglichkeit, direkt mit potenziellen Kunden ins Gespräch zu kommen. Viele IAM-Besucher sind, wie wir aus Befragungen wissen, ja eigens wegen des ThemenParks nach Düsseldorf gekommen.
Für uns als Umwelteinrichtung ist aber nicht nur die Zufriedenheit der Aussteller wichtig, sondern auch, dass der Markt als solcher regelmäßig ein Podium erhält und in der Breite wächst. Wir sind eben kein "normaler" Veranstalter, sondern einer, der ein inhaltliches Anliegen hat.

ECOreporter.de: Neben den vielfältigen direkten Angeboten der Aussteller gab es ein umfangreiches Rahmenprogramm. In Kooperation mit dem Bundesverband Deutscher Stiftungen wurde beispielsweise das Symposium "Nachhaltiges Investment als Strategie für Stiftungen" veranstaltet. Wie war die Resonanz auf dieses Angebot?
Bauer: Das Rahmenprogramm hat unterschiedliche Zielgruppen, dementsprechend ist "Masse" nicht immer der passende Maßstab. Speziell zum Stiftungssymposium: Das hatte rund 50 Teilnehmer, was nicht nach sehr viel klingt. Wenn man aber auf die Teilnehmerliste schaut und sich ausrechnet, dass im Tagungsraum einige Milliarden Euro vertreten sind, relativiert sich die Zahl. Eine solche Veranstaltung kann den Markt unter Umständen mehr anschieben als Tausende neuer "Grün-Anleger".

ECOreporter.de: Mit Unterstützung des NRW-Umweltministeriums haben Sie diesmal ein "Nachhaltigkeitsforum" auf der Messe eingerichtet. Unter dessen Dach gab es während der Messe verschiedene Angebote: die Vortragsreihe "Privatanlegerforum", den Kongress "Kleingeld macht auch Wachstum" und die Projektbörse "Mikrofinanzierung". Sind Sie mit dem Erfolg zufrieden?
Bauer: Ja, sehr. Dank der Unterstützung des Landes konnten wir auf einem großen Messestand im buchstäblichen Sinne be-greifbar machen, worum es beim Nachhaltigen Investment und in der Folge beim Nachhaltigen Wirtschaften eigentlich geht. Beide Begriffe sind ja zunächst sehr abstrakt und müssen anhand von Produkten, Dienstleistungen und Projekten konkretisiert werden. Wenn z.B. eine Schafskäserei zum Probieren ihrer Ware einlädt, zieht das sofort Leute auf den Stand. Mit so etwas rechnen die Besucher einer Anlegermesse nicht. Auch das benachbarte Vortragsforum war fast immer voll.

ECOreporter.de: Wie äußerten sich die Aussteller der Projektbörse, die zum Teil erstmalig an einer Veranstaltung dieser Größenordnung teilgenommen haben?
Bauer: Hierzu möchte ich lieber einen Aussteller zitieren: Der Vertreter einer Solarinitiative meinte, "Grünes Geld" sei die beste Veranstaltung gewesen, an der er je teilgenommen habe. Das freut uns natürlich.

ECOreporter.de: Herr Bauer, wir danken Ihnen für das Gespräch.



Bilder: 1. Thomas Bauer (links) im Gespräch am Checkpoint des ThemenParks Grünes Geld; 2. Eingangsbereich zur IAM an der Messe Düsseldorf; 3. Staatssekretärin Christiane Friedrich, Umweltministerium NRW, im Gespräch mit Jürg Ratkovic, Prime Forestry AG, auf dem Kongress "Kleingeld macht auch Wachstum"; 4. Jörg Weber, ECOreporter.de Chefredakteur bei seinem Vortrag im Privatanlegerforum / Quelle: ECOreporter.de
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