02.10.07 Fonds / ETF

2.10.2007: Zertifikate und Abgeltungssteuer – Was verändert sich für die Anleger?

Die Reform sollte das Geldanlegen vereinfachen. Statt in der Steuererklärung zu erscheinen, führen die Banken die neue Abgeltungssteuer direkt ab. Die zahlreichen Übergangsfristen machen den Umgang mit Zertifikaten allerdings schwer durchschaubar. ECOreporter.de erleichtert den Überblick:

14. März 2007:
Für Zertifikate, die bis zu diesem Datum gekauft wurden, gilt Bestandsschutz. Die möglichen Gewinne aus Verkäufen sind steuerfrei, wenn der Anleger die Zertifikate länger als 12 Monate gehalten hat.

27. Juni 2008:
Bis zu diesem Tag können Zertifikate erworben werden, die nach zwölfmonatigem Halten noch bis zum Ende der Übergangsfrist (30. Juni 2009) steuerfrei verkauft werden können.

1. Januar 2009:
Die Abgeltungssteuer tritt in Kraft, ab diesem Tag gilt der einheitliche Steuersatz von 25 Prozent für alle neu erworbenen Zertifikate.

30. Juni 2009:
Zertifikate, die Anleger mindestens ein Jahr gehalten haben und die damit innerhalb der Übergangsfrist liegen, können bis zu diesem Datum steuerfrei verkauft werden.

1. Juli 2009:
Die Übergangsfristen sind abgelaufen, alle neu erworbenen Anlageformen sind steuerlich gleichgestellt. Der neue Steuersatz von 25 Prozent gilt auch für Zertifikate, die zwischen dem 15. März 2007 und dem 30. Juni 2008 erworben und jetzt verkauft werden.

Hält man vor 2009 gekaufte Zertifikate weniger als 12 Monate, so gilt der Kursgewinn als Spekulationsgewinn nach §23 EStG, für die der persönliche Einkommensteuersatz maßgebend ist.

Die Banken sollen die Steuern aus Kapitaleinkünften künftig direkt an das Finanzamt überweisen. Ist der persönliche Steuersatz niedriger als 25 Prozent, können sich Anleger die Differenz stets über die Steuererklärung zurückholen.

Ein Vorteil gegenüber Investmentfonds bleibt den Zertifikaten nach 2008 erhalten: Während bei den Fonds nicht ausgeschüttete Gewinne jedes Jahr zu versteuern sind, ist bei Zertifikaten allein der Verkaufsgewinn steuerpflichtig.
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