21.10.02 Nachhaltige Aktien , Meldungen

21.10.2002: Angekündigter Preisanstieg für Regelenergie alarmiert Bundeskartellamt

Nach einem Bericht des Handelsblattes hat sich der Verband der Industriellen Energie- und Kraftwirtschaft e.V. (VIK) beim Bundeskartellamt über die steigenden Preise für so genannte Regelenergie beschwert. Daraufhin habe die Behörde die Stromnetzbetreiber E.on und RWE zu einer Stellungnahme aufgefordert. Binnen 14 Tagen werde entschieden, ob eine Untersuchung einzuleiten sei.

Mittels Regelenergie werden kurzfristig Lücken im Stromangebot geschlossen, wenn die Entnahme die Einspeisung übersteigt, etwa auf Grund unerwartet starker Nachfrage oder eines Kraftwerkausfalls. Mit dem Hinweis auf einen wachsenden Bedarf an Regelenergie hatte die RWE-Netzgesellschaft RWE Net kürzlich angekündigt, zum 1. Februar 2003 die Entgelte für die Netznutzung durch Stromanbieter um bis zu 7,2 % anzuheben. Diese Preisanhebung nennt der VIK "nicht nachvollziehbar" und wirft den Netzbetreibern vor, ihre marktbeherrschende Stellung auszunutzen. Sie würden mit Regelenergie vier Mal so viel erlösen wie mit regulärem Strom.

Jürgen Kroneberg, Vorstandsmitglied der RWE Net AG und Präsident des Verbandes der Netzbetreiber (VDN), begründet dagegen die Preiserhöhung mit dem Anstieg der Kosten für die Anbieter. Als eine Ursache dafür nennt er den wachsenden Einsatz der Windenergie. Deren Einspeisung weise witterungsbedingt starke Schwankungen auf, die ausgeglichen werden müssten. Bereits heute fielen durch die Windkraft Regelenergiekosten von 391 Mill. Euro im Jahr an, bis 2010 würden sie sich fast verdoppeln. Das Handelsblatt verweist auf Äußerungen von Stephan Kohler, Geschäftsführer der Deutschen Energie-Agentur. Der spreche ebenfalls von einem steigenden Bedarf an Regelenergie und fordere, bei der anstehenden Erneuerung des Kraftwerkparks vor allem gut regelbare Mittel- und Spitzenlastkraftwerke zu bauen.
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