21.01.03

21.1.2003: Heimlicher Putsch bei Eichborn?

In einem Bericht über die Frankfurter Eichborn AG (WKN: 518370) wirft das managermagazin die Frage auf, ob Vorstand Mathias Kierzek den Verlag zum eigenen Vorteil lenkt, um ihn schließlich selbst übernehmen zu können.
Ein seit Jahren schwelender und zuletzt eskalierender Streit von Kierzek mit dem langjährigen Programmchef Wolfgang Ferchl sei Grund für dessen abrupten Wechsel zum Konkurrenten Pieper gewesen. Ferchls Kündigung erhält dadurch Brisanz, dass Bestseller-Autor Walter Moers - so das managaer magazin - dem einstigen Garanten des Eichborn-Erfolges folgen und auch sein Paket von 500.000 Eichborn-Aktien verkaufen will. Da Moers damit zehn Prozent der Eichborn-Anteile besitzt, dürfte deren Veräußerung den ohnehin bereits unter einem Euro liegenden Kurs weiter belasten.

Doch eben davon könnte Kierzek laut dem managermagazin profitieren. So könnte ein derart günstiger Einstandspreis das Interesse von Ludwig Fresenius wecken. Der Aufsichtsrat der Institut Fresenius AG hat im September die Mehrheit an der kleinen Fuldaer Verlagsagentur (FVA) gekauft. Diese wiederum hält bereits 31,4 Prozent an Eichborn. Und möglicherweise sind laut managermagazin nicht nur die Anteile von Moers demnächst mit verhältnismäßig geringem Einsatz zu erwerben., sondern auch die der Kieler Achterbahn AG. Die besitzt 32,9 Prozent der Eichborn-Aktien, hat aber im Oktober 2002 einen Insolvenzantrag gestellt. Sollte der Achterbahn-Insolvenzverwalter die von Achterbahn gehaltenen Wertpapiere zu Geld machen müssen, könnte Fresenius durch den Zukauf eine satte Mehrheit am Frankfurter Verlag erlangen.

Nun vermutet das managermagazin, dass Ludwig Fresenius vielleicht nur als Strohmann für Kierzek agiere. Es stimmt den Autoren des Beitrags nachdenklich, dass die FVA-Anteile vor der Übernahme durch Fresenius mehrheitlich der Familie von Kierzek gehörten. Die Eichborn AG wird seit dem 20. Dezember nicht mehr im Smax-Index notiert, sondern nur noch im Geregelten Markt, wo an die Publizität weit geringere Anforderungen gestellt werden.
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