21.01.04 Erneuerbare Energie

21.1.2004: Keine Chance für erneuerbare Energien? - WWF kritisiert Energiepolitik der EU-Beitrittsländer

Laut einem WWF-Bericht ist eine zukunftsweisende Energiepolitik in den EU-Beitrittsländern noch nicht in Sicht. Insbesondere für die Förderung der erneuerbaren Energien werde nicht genug getan, heißt es in dem Report des World Wide Fund For Nature (WWF). Der Bericht kommt zu dem Ergebnis, dass den EU-Kandidaten aufgrund mangelnder Anreize in den nächsten 20 Jahren Investitionsmittel von mindestens 18 Milliarden Euro verloren gehen. Die Beitrittsländer verschenken laut WWF viel Geld, obwohl ein großes Potenzial für erneuerbare Energien vorhanden sei.

Die EU verfolgt das Ziel, den Anteil der erneuerbaren Energien auszubauen. Die EU-Richtlinie zur Förderung der erneuerbaren Energien fordert von den Beitrittsländern, den Anteil von Energie aus Sonne, Wind, Wasser und Biomasse bis 2010 auf mindestens elf Prozent zu steigern. Jedoch liegen die künftigen EU-Staaten noch weit zurück. Das Schlusslicht bildet Slowenien. Dem WWF-Vergleich zufolge sind die Zielsetzung beim Ausbau zu bescheiden und die bürokratischen Hürden bei der Umsetzung von Projekten zu hoch, um bei der Umstellung der Versorgung auf saubere Energien entscheidend voranzukommen. Es mangele vor allem an Perspektiven für die Wirtschaftlichkeit von Investitionen. Besser schneide Litauen ab, das eine feste Vergütung für grünen Strom garantiere.

Bisher fehlt es nach Einschätzung des WWF an klaren Signalen, das vorhandene Potenzial erschließen zu wollen. Deshalb stünden die Chancen schlecht, privates Kapital aus Westeuropa oder Gelder von lokalen Firmen für die Modernisierung des Kraftwerkparks zu mobilisieren. Damit die europäische Energiewende gelingt, müssen die neuen Mitglieder schnellstens ihre nationale Gesetzgebung dem EU-Rahmen anpassen, fordert der WWF in seinem Bericht. Zeitraubende bürokratische Hürden müssten abgebaut und eine ausreichende Einspeisevergütung für sauberen Strom sichergestellt werden. Nur so lasse sich das Klimaschutzziel der EU, den Ausstoß an Treibhausgasen bis 2010 um acht Prozent zu senken, erreichen.

Bild 1: Windenergieanlagen / Quelle: Gamesa Eólica S.A.
Bild 2: Solarstromanlage / Quelle: SolarStrom AG
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