02.11.05 Nachhaltige Aktien , Meldungen

2.11.2005: M?ntfering-Nachfolger: Erstmals wird ein ausgewiesener Umweltpolitiker in Deutschland Chef einer Volkspartei

Offenbar ist in Deutschland das Amt des Umweltministers zur Schl?sselqualifikation für die F?hrung einer Volkspartei geworden. Mit Matthias Platzeck soll nun ein ausgewiesener Umweltpolitiker Chef der SPD werden. Aller Voraussicht nach d?rften nun 2009 der langj?hrige Umweltminister Brandenburgs und die ehemalige Bundesumweltministerin Angela Merkel um das Amt des Bundeskanzlers kandidieren. Im Gegensatz zu Merkel zieht sich die Umweltpolitik bei Platzeck wie ein roter sprich gr?ner Faden durch die Politikkarriere.

Er begann seine berufliche Laufbahn als Experte für Lufthygiene, gr?ndete Ende der 80er Jahre in Ostdeutschland erst eine B?rgerinitiative für Umweltschutz und dann die Gr?ne Liga mit, die er in der ?bergangsregierung der DDR vertrat. F?r die Listenverbindung B?ndnis "90 zog Platzeck 1990 in den Landtag von Brandenburg und wurde brandenburgischer Umweltminister. In den acht Jahren seiner Amtszeit schuf er gemeinsam mit den Naturschutzverb?nden ein Netz von Gro?schutzgebieten und ein Naturschutzgesetz, die etwa der BUND (Bund für Natur- und Umweltschutz Deutschland) als "beispielhaft für die Bundesrepublik" einstufte. Nachdem er sich der Fusion von B?ndnis "90 mit den westdeutschen "Gr?nen" verweigert hatte, war Platzeck einige Jahre als Parteiloser Minister in der Landesregierung geblieben und erst 1995 in die SPD eingetreten.

Nachdem er als Krisenmanager bei der Bek?mpfung des Oderhochwassers im Sommer 1997 zu gro?er Populari?t gelangt war, gab Platzeck nach acht Jahren das Amt als Umweltminister auf, um für die SPD erst Oberb?rgermeister der Landeshauptstadt Potsdam, brandenburgischer Landesvorsitzender der Partei und 2002 schlie?lich Ministerpr?sident des Landes zu werden. Vom 1. November 2004 bis zum 31. Oktober 2005 war er turnusgem?? für ein Jahr Bundesratspr?sident. In der Umweltpolitik blieb er daneben bis 2003 durch seine Mitgliedschaft im Rat für Nachhaltige Entwicklung aktiv. Als dieser am 4. April 2001 von der Bundesregierung eingerichtet wurde, hatte Platzeck dort den Vorsitz ?bernommen.

Das von ihm regierte Bundesland baute in den vergangenen Jahren die Nutzung der Windkraft stark aus. Im bundesweiten L?ndervergleich hat Brandenburg im Jahr 2004 mit 2.300 Megawatt installierter Leistung den zweiten Platz nach Niedersachsen erreicht. "Umweltpolitische Zielsetzung der Landesregierung ist es, durch effiziente Energieerzeugung und Energienutzung die Ressourcen zu schonen und damit zum Klimaschutz beizutragen", erkl?rte Platzeck unter anderem im vergangenem Jahr. Seine Regierung bezeichnete den Ausbau erneuerbarer Energien noch vor wenigen Wochen als eine "Schwerpunktaufgabe der Klima-und Energiepolitik". Die Windenergie besitze unter den Erneuerbaren in Brandenburg eine T?r?ffnerfunktion. Nach der Windkraft werde nun der Ausbau von Biomasse- und Sonnenenergieanlagen forciert.

Bildhinweis: Er soll in Zukunft bei der SPD den Ton angeben: Matthias Platzeck / Quelle: Deutscher Bundesrat
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