21.01.08 Nachhaltige Aktien , Meldungen

21.1.2008: Wochenrückblick: Rekordauftragsbestände für Gamesa SA und Christ Water Technology – Solar-Fabrik AG sichert sich Versorgung mit Solarzellen – Calpine zurück an der New Yorker Börse

Die nationalen und internationalen Börsen mussten in der letzten Woche deutliche Verluste hinnehmen: Der deutschen Leitindex DAX sank um 5,23 Prozent auf 7413,53 Punkte. Der US-amerikanische Dow-Jones büsste 5,40 Prozent ein auf 12.159,21 Punkte. 4,20 Prozent verlor der japanische Nikkei-Index, er stand zum Wochenschluss bei 13.783,45 Punkten. Öl hat sich weiter verbilligt, ein Barrel kostete zuletzt 89,85 US-Dollar (minus 2,82 Prozent; Sorte "Brent Crude Oil"). Auch der Kupferpreis hat leicht nachgegeben, von 7.120,25 Dollar je Tonne auf 7.061,75 Dollar (Copper Grade A; minus 0,82 Prozent). Der Euro verlor 1,67 Cent auf den Dollar, er kostete zuletzt 1,4622 Dollar.

Erst allmählich reagiert die Banken-Branche auf den Klimawandel. Das legt eine Studie über die Klimastrategien von 40 internationalen Banken nahe, die von der Initiative für Verantwortliches Wirtschaften (Coalition for Environmentally Responsible Economies; "Ceres") aus Boston vorgelegt wurde. Europäische Banken liegen demnach beim Klimaschutz vorne. So habe die britische Großbank HSBC von allen untersuchten Finanzinstituten am besten abgeschnitten, gefolgt von ABN Amro, Barclays, HBOS und der Deutschen Bank auf Rang fünf. Zu den Schlusslichtern zählten etwa Bear Stearns, Lehman Brothers, die Bank of China, Banco Santander und die Bank of Nova Scotia.
Laut der Initiative erreichte nicht einmal die Hälfte der untersuchten Banken in der Studie die Hälfte der möglichen 100 Punkte, selbst der Primus HSBC komme lediglich auf 70 Punkte. Die untersuchten Unternehmen berücksichtigten bei ihren Geschäftsstrategien noch zu wenig den umfassenden Wandel, den das Klimaproblem bei der Weltwirtschaft in den kommenden Jahren auslösen werde.

Die deutsche Entwicklungsgesellschaft Vortex Energy hat 16 Windkraftanlagen vom Typ V90-2.0 MW bei der dänischen Vestas Wind Systems A/S bestellt. Laut Unternehmensangaben sind sie für den Windpark ‚Sniatowo’ im Nordosten Polens bestimmt. Finanzielle Details wurden nicht genannt.
Aloys Wobben, Gründer und Chef des Windkraftanlagenhersteller Enercon, ist auch in den Niederlanden vor Gericht mit seiner Patentklage gegen Vestas gescheitert. Wie Vestas meldete, hat ein Gericht in Den Haag die Klage zurückgewiesen. Ob Enercon Berufung gegen das Urteil einreichen werde, sei noch offen. Nun sei noch über Klagen von Enercon in Irland und Kanada zu entscheiden.

Die australische Babcock & Brown Wind Partners hat laut einem US-Medienbericht sieben Windparks mit einer Gesamtkapazität von 750 Megawatt (MW) von der spanischen Gamesa SA erworben. Die Projekte befinden sich den Angaben zufolge im mittleren Westen der USA, in den Bundesstaaten Illinois, Wisconsin, South-Dakota, Iowa und Ohio. Insgesamt verfügten die Australier damit in den USA über 20 Windparks mit einer Gesamtleistung on 1.500 MW. Über den Kaufpreis wurde nichts bekannt.
Gamesa hat eigenen Angaben zufolge 2007 einen Rekordauftragsbestand verzeichnet. Die Bestellungen beliefen sich demnach auf Anlagen mit insgesamt 8.000 MW Leistung. Installiert habe man in 2007 weltweit 3.000 MW Windenergieleistung, davon 1.000 MW in China und den USA sowie 1.350 MW in Spanien.

Die I-SOL Ventures GmbH Berlin hat außerbörslich 327.000 Aktien der Berliner Solon AG für Solartechnik verkauft, der Erlös betrug knapp 20 Millionen Euro. Einer von zwei Geschäftsführern der I-SOL Ventures ist Alexander Voigt, amtierender Aufsichtsrat und ehemaliger Vorstand der Solon. Das erklärte Therese Raatz, Sprecherin der Solon AG, auf Nachfrage von ECOreporter.de. Laut der Sprecherin stammen die Aktien aus Sachkapitalerhöhungen, die Solon für den Erwerb von Aktien des österreichischen Solarzellenherstellers Blue Chip Energy GmbH durchgeführt hatte

Der Bonner Solarstromkonzern SolarWorld AG hat 65 Prozent der Anteile seiner schwedischen Tochter Gällivare PhotoVoltaic AB (GPV) verkauft. Wie das TecDAX-Unternehmen mitteilte, wurden die Anteile von der börsennotierten schwedischen Borevind AB erworben. Noch im laufenden Jahr solle die GPV an die Börse gebracht werden, heißt es. Die SolarWorld AG bleibe mit 35 Prozent an dem skandinavischen Modulhersteller beteiligt.


Zirka 20 Millionen Euro will die Centrosolar Group AG in den Ausbau ihrer Produktionskapazitäten investieren. Laut dem Münchener Solarunternehmen soll in der Nähe des bereits existierenden Produktionsstandortes in Wismar ein neues Fertigungswerk für kristalline Solarmodule mit einer Jahreskapazität von 150 MWp errichtet werden. Das Projekt werde voraussichtlich zu 30 Prozent vom Land Mecklenburg-Vorpommern gefördert. Die übrige Finanzierung erfolge durch Bankdarlehen und Leasing. Wie es weiter hieß, soll zudem die Produktion am niederländischen Standort Doesburg auf 45 MWp ausgebaut werden. Anfang 2010 will Centrosolar mit mindestens 195 MWp Produktionsleistung ein Umsatzvolumen mit Solarmodulen von über 500 Millionen Euro erreichen.

Der im chinesischen Baoding ansässige Solarmodulhersteller Yingli Green Energy Holding Co. hat einen Großauftrag von der französischen EDF Energies Nouvelles erhalten. Demnach soll das Unternehmen in 2008 Systeme mit einer Gesamtkapazität von 7 MW an das Grünstromunternehmen liefern; weitere 6 MW seien als Option vereinbart. Finanzielle Details der Bestellung wurden nicht mitgeteilt.

Bis zum Frühjahr 2009 will die Singulus Technologies AG die Fertigungskapazitäten für Solaranlagen bei ihrer Tochtergesellschaft Stangl Semiconductor Equipment AG verdoppeln. Stangl produziert Maschinen für die Waferbearbeitung in den Bereichen Halbleiter und Photovoltaik. Stangl plane, die erweiterte Produktionskapazität bereits in den kommenden 18 Monaten für die Abwicklung des anhaltenden Auftragsbooms aus der Solarindustrie zu nutzen, so Singulus. Man rechne für die kommenden Jahre mit zweistelligen Steigerungsraten.

Ein Kunde aus Asien hat Band- und Drahtsägen für seine neue multikristalline Waferfabrik bei der schweizerischen Meyer Burger Technology AG bestellt. Wie Meyer Burger meldete, hat der Auftrag ein Volumen von 27 Millionen Schweizer Franken (CHF). Der Versand der ersten Anlagen sei für das 2. Quartal 2008 geplant. Zusätzlich sei eine Option für weitere Sägen im Umfang von über 13 Millionen CHF mit Auslieferung ab 2009 vereinbart worden.

Aus noch zu errichtenden Produktionsanlagen in Saudi Arabien soll die im kalifornischen San Jose ansässige SunPower Corporation ab 2010 mit dem Rohstoff Silizium versorgt werden. Das geht aus einer Unternehmensmeldung hervor. Demnach werden die Anlagen von NorSun AS errichtet und sollen die US-Amerikaner bis 2019 mit Silizium für eine Produktion von 2.500 Megawatt ausstatten.

Der chinesische Waferhersteller LDK Solar hat einen Zehnjahresvertrag über die Lieferung von Solarwafern mit der Neo Solar Power Corp., Taiwan, abgeschlossen. Die Auslieferung solle im kommenden Jahr beginnen und sich auf rund 500 Megawatt belaufen, so LDK. Über die genauen Preise wolle man sich im Laufe der Vertragszeit verständigen.

458 Tonnen Silizium soll die japanische M.Setek in 2008 an die chinesische JA Solar Holdings Co. liefern. Wie JA Solar berichtete, wurde eine entsprechende Erweiterung der bisherigen Liefervereinbarung abgesprochen. Laut Samuel Yang, CEO von JA Solar, reagiert sein Unternehmen damit auf die steigende Kundennachfrage für seine Produkte.

Die ersol-Tochter ersol Thin Film GmbH hat ihren ersten Silizium-Dünnschicht-Module verkauft. Wie das Erfurter Mutterunternehmen ersol Solar Energy AG mitteilte, wurde mit der K+C Schmidt GbR aus Grevenbroich ein Vertrag über die Lieferung von rund 500 Kilowatt peak (kWp) Modulen unterzeichnet. Die Dünnschicht-Panels sollen demnach im Januar und Februar 2008 ausgeliefert werden und sind für eine Freiflächenanlage in Grevenbroich bestimmt.

Trotz stark rückläufiger Marktentwicklung in Deutschland hat der Wertinger Tondachziegelhersteller Creaton AG Umsatz und Ergebnis in 2007 deutlich verbessert. Vorläufigen Berechnungen zufolge verbuchte der Bauzulieferer im abgelaufenen Geschäftsjahr demnach konzernweit ein deutliches Umsatzplus auf rund 200 Millionen Euro (Vorjahr: 162,6 Millionen). Das operative Ergebnis werde voraussichtlich über dem guten Vorjahresniveau von 18,9 Millionen Euro liegen, so Creaton. Wie Creaton weiter mitteilte, wird das auszuweisende EBIT im Konzern durch erhaltene Versicherungsleistungen deutlich ansteigen (Vorjahr: 18,9 Millionen Euro).

Die BGI Ecotech AG, Kassel, hat den Umsatz 2007 um 75 Prozent auf rund 4,9 Millionen Euro gesteigert. Laut dem Dienstleistungsunternehmen war der Bereich regenerative Energien mit der Marke Easy Natur dabei der Hauptumsatzträger. Für 2008 geht das Unternehmen von einem weiteren Umsatzanstieg auf eine Bandbreite von 9 bis 11 Millionen Euro aus. Zur Gewinnentwicklung wurde nichts mitgeteilt. Aus einer Kapitalerhöhung erzielte BGI Ecotech den Angaben zufolge einen Bruttoemissionserlös von rund 0,8 Millionen Euro.

Die Aktie des US-amerikanischen Kraftwerksbetreibers Calpine Corp. wird wieder an der New York Stock Exchange gehandelt. Damit hat das Unternehmen einen großen Schritt auf dem Weg aus dem Gläubigerschutz-Status gemacht. Bis spätestens zum 7. Februar soll dies laut seiner Darstellung vollständig gelingen.

Vierzehn neue Aufträge mit einem Gesamtwert von 7,3 Millionen Dollar hat die US-amerikanische Luftreinigungsspezialistin Ceco Environmental Corp. erhalten. Laut dem Unternehmen aus New York stammen die Bestellungen von Unternehmen aus den Branchen Automobile, Energie, Ethanol und Metall. Der Auftragsstand der Gesellschaft lag demnach Ende 2007 mit 195 Millionen Dollar um fünf Millionen Dollar unter dem des Vorjahres.

Ein Drittel mehr Aufträge als im Vorjahr verbuchte die Spezialistin für Wasserreinigungstechnologien Christ Water Technology Group (CWT) in 2007. Das Unternehmen mit Sitz in Mondsee, Österreich, meldete Auftragseingänge von mehr als 327 Millionen Euro. Es handele sich um den höchsten Auftragseingang in der Geschichte, so CWT. Wie es weiter hieß, wurde zu Jahresbeginn ein Großauftrag über einen zweistelligen US-Dollar-Millionen-Betrag aus der Halbleiterindustrie in Süd Ost Asien gewonnen.

Informationen zur aktuellen Kursentwicklung der Umweltaktien finden Sie auf unserer Informationsseite Kurse.

Bilder: Hauptsitz der Bank HSBC; Windräder der Gamesa SA; Solarmodul der Solar-Fabrik AG; "Kera"-Pfanne aus dem Sortiment der Creaton AG / Quelle jeweils: Unternehmen

Dieser Umweltaktien-Wochenrückblick erscheint mit freundlicher Unterstützung der UmweltBank.
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