02.01.06 Erneuerbare Energie

2.1.2006: Sie lief und lief und lief - jetzt beendet Michelin das erfolgreiche Brennstoffzellen-Pilotprojekt

Nach rund 24.000 Betriebsstunden ist die Brennstoffzellenanlage beim Reifenhersteller Michelin vom Netz gegangen. Sie ist damit nach Angaben des Projektpartners EnBW Energie Baden-Württemberg AG eines der erfolgreichsten Pilotprojekte zur Förderung dieser innovativen Technologie. Knapp drei Jahre lang hat die Schmelzkarbonat-Brennstoffzelle im Michelin Reifenwerk Karlsruhe mehr als 4 Millionen Kilowattstunden Strom und Dampf für die Reifenproduktion produziert. "Das ist die bislang größte Energiemenge, die weltweit von einer Anlage dieses Typs erzeugt wurde", so Prof. Dr.-Ing. Thomas Hartkopf, Technikvorstand bei dem Versorgungsunternehmen aus Karlsruhe.

Damit habe die Brennstoffzelle bei Michelin die Zuverlässigkeit dieser Zukunftstechnologie demonstriert, so EnBW. Nun zeige das Material des Brennstoffzellenstapels jedoch Abnutzungserscheinungen. Ziel des Brennstoffzellenprojekts bei Michelin sei es gewesen, vertiefte Erkenntnisse über die Praxistauglichkeit von Brennstoffzellen für industrielle Prozesse zu gewinnen. Die bei Michelin eingesetzte Brennstoffzelle "Hot Module" ist mit einer elektrischen Leistung von bis zu 250 kW und der thermischen Leistung von maximal 180 kW ausgelegt. Damit zähle sie zur größten heute produzierten Leistungsklasse, so EnBW.

Die Brennstoffzelle wurde von Dezember 2002 bis November 2005 von einem Konsortium der Unternehmen EnBW Energie Baden-Württemberg AG, Michelin Reifenwerke Karlsruhe, Stadtwerke Karlsruhe sowie der DaimlerChrysler-Tochtergesellschaft MTU CFC Solutions GmbH betrieben. Das Bundesministerium für Wirtschaft und Arbeit unterstützte das 3,6-Millionen-Euro-Projekt zu 50 Prozent aus Mitteln des Zukunfts-Investitionsprogramms der Bundesregierung (ZIP).

Die EnBW testet nach eigenen Angaben seit Jahren verschiedene Einsatzmöglichkeiten von Brennstoffzellenanlagen im privaten, kommunalen und industriellen Bereich. Neben der Anlage bei Michelin seien derzeit 16 weitere Brennstoffzellen-Anlagen für die Hausenergieversorgung installiert. Wie EnBW weiter meldete, ist sie außerdem an Deutschlands erster großer Biogas-Brennstoffzelle beteiligt, die im Frühjahr 2006 in Leonberg bei Stuttgart in Betrieb gehen wird. Betrieben mit Kompostgas, versorgt die Brennstoffzelle die Kompostanlage mit Prozesswärme.

EnBW AG: ISIN DE0005220008 / WKN 522000
Cie Génle éts Michelin Scpa Actions: ISIN FR000012126 / WKN: 850739
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