02.12.02 Nachhaltige Aktien , Meldungen

2.12.2002: Aktionärs-Proteste gegen Exxon Mobil zeigt erste Wirkung

ExxonMobil, das größte Erdölunternehmen der Welt, gibt eine 100-Millionen-Dollar-Spende an die Stanford University bekannt, mit der für zehn Jahre die Entwicklung energiesparender Technologien gefördert werden soll. Wie einem Artikel des Pulitzer-Preisträgers Ross Gelbspan zu entnehmen ist, handelt es sich dabei weniger um eine Reaktion auf Boykott-Maßnahmen in Europa als vielmehr auf die Aktionärs-Proteste während der letzten Hauptversammlung. Hier hatte ein Antrag über 20 Prozent der Stimmen erhalten, der forderte, dass der einflussreiche Konzern aufhört, einen aktiven Klimaschutz zu torpedieren und beginnt, erneuerbare Energien zu fördern.

Der Öl-Multi, weltweit das drittgrößte Unternehmen überhaupt, agitiert seit vielen Jahren gegen die Notwendigkeit, den Verbrauch von CO2 zu reduzieren. Laut ExxonMobil-Chef Lee Raymond gibt es keinen Wandel des Weltklimas und wenn, dann existiere dafür keinen Zusammenhang mit dem Ausstoß von Kohlendioxid. Das sei auch die Einschätzung der meisten Wissenschaftler und die des Weißen Hauses. Auf letztere übt ExxonMobil nicht wenig Einfluss aus, war der Konzern doch zweitgrößter Finanzier des Wahlkampfes von US-Präsident Bush. Vor allem auf dessen Betreiben hin wurde Dr. Robert Watson als Vorsitzender des Weltklima-Forums (IPCC) abgelöst. Und zwar nachdem dieses UN-Gremium von Forschern aus aller Welt festgestellt hatte, dass sich das Klima wandelt und eben hierfür die Verbrennung von CO2 die Hauptursache ist.

Relativiert wird die Geste der aktuellen Spende laut Gelbspan jedoch dadurch, dass der Betrag nur 0,1 Prozent der Summe umfasst, die ExxonMobil in den nächsten 10 Jahren für die Erschließung neuer Ölfelder bereit stellt. Sie umfasst zudem allenfalls 40 Prozent dessen, was allein der ExxonMobil-Chef im Jahr verdient.
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