21.02.03

21.2.2003: BP verlangt Chancengleichheit für Ölkonzerne - nach dem Sturz Saddams

BP-Chef Lord Edmund John Philipp Browne of Madingley hat sich den Nachrichtenagenturen zufolge bei der Vorstellung der Quartalszahlen seines Unternehmens auch zum drohenden Angriff auf den Irak geäußert: "Wir haben klargestellt, dass wir gewährleisten wollen, dass nach einem Regimewechsel im Irak bei der Auswahl von Ölfirmen, die ins Land gehen, die gleichen Spielregeln für alle gelten sollten."

Der Irak darf im Moment offiziell etwa zwei Millionen Barrel Öl am Tag exportieren - das entsprechende UN-Programm heißt "food for oil". Die Förderanlagen des Landes müssen angeblich dringend nachgerüstet werden, was aber durch die UN-Sanktionen behindert oder zumindest erschwert wird. Die Ölkonzerne hoffen auf Aufhebung der Sanktionen nach einem Sturz Saddams. Sie haben ein starkes Interesse an der Ausbeutung der Quellen, nicht zuletzt weil das Öl im Irak leicht und schwefelarm ist und nah an der Erdoberfläche liegt.

BP hat im Irak nicht viel zu verlieren. Russen, Italiener (ENI) und die französische TotalFinaElf haben bereits Vorverträge mit dem Hussein-Regime geschlossen. Angeblich verhandeln Emissäre amerikanischer Multis wie ExxonMobil schon mit Exil-Irakern, die nach einem Machtwechsel in dem Land ihre Interessen vertreten könnten. BP kann zur Zeit aus politischer Rücksichtnahme weder mit den Irakern verhandeln, noch in dem Maße wie die US-Konkurrenz auf Protektion durch die Amerikaner nach einem Regimewechsel hoffen.

BP wird in Sachen Nachhaltigkeit zu den führenden Unternehmen seiner Branche gezählt. Die Aktie des Erdölkonzerns wird beispielsweise im SAM Index Fonds (WKN 926178) geführt. Henderson Global Investors hatten Anfang Februar den Rauswurf der Aktie aus ihren Nachhaltigkeitsfonds angekündigt, weil in den USA gegen BP Alaska ermittelt wurde - wegen des Verstoßes gegen Umwelt-, Gesundheits- und Arbeitsschutzbestimmungen.
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