02.12.03 Nachhaltige Aktien , Meldungen

2.12.2003: Natura 2000 - BMU will Meeresschutzgebiete jenseits der 12-Meilenzone ausweisen - Naturschützer: Pläne unzureichend

Gestern haben im Bremer Überseemuseum das Bundesumweltministerium und Vertreter von Industrie und Naturschutzverbänden die Natura 2000-Gebietsvorschläge des Ministeriums für die deutsche Nord- und Ostsee erörtert. Nach der Vorstellung der Pläne äußerten sich vor allem die Vertreter der Öl- und Erdgasindustrie kritisch: Sie wiesen auf bestehende Konzessionen hin und zweifelten die rechtlichen Grundlagen der geplanten Ausweisungen an. "Weitere Vertreter der Wirtschaft, besonders die Planer von Windkraftindustrie haben sich gar nicht geäußert", zeigte sich einer der Teilnehmer, Uwe Johannsen, Referent für Naturschutz und Raumplanung beim World Wildlife Fund (WWF), überrascht.

Der WWF-Sprecher äußerte sich generell positiv über die Pläne des BMU, Meeresschutzgebiete jenseits der 12 Seemeilenzone in der Ausschließlichen Wirtschaftszone auszuweisen. Die Gebietsvorschläge seien bislang jedoch nicht ausreichend, um die wertvollen und faszinierenden Lebensgemeinschaften auf Riffen und Sandbänken sowie die wichtigsten Verbreitungsgebiete von seltenen Seevögeln und Schweinswalen wirkungsvoll zu schützen, so Johannsen. "Die Gebietsabgrenzung zielt in manchen Bereichen eher darauf ab, Konflikten mit geplanten Windparks und anderen Nutzungen aus dem Wege zu gehen." Einige wichtige schützenswerte Bereiche seien zudem ausgelassen worden. "Für einen naturverträglichen Ausbau der Offshore-Windenergie bleibt auch außerhalb der schützenswerten Seegebiete genügend Raum."

Der WWF hat die vom Bundesamt für Naturschutz veröffentlichten Grundlagendaten ausgewertet und eigene Schutzgebietsvorschläge entwickelt. Die FFH-Gebiete "Sylter Außengrund" und "Borkum Riffgrund" sollen demnach vergrößert werden, um die schützenswerten Sandbänke und Riffbereiche sowie wichtige Schweinswalvorkommen in die Schutzgebiete einzubeziehen. Das Vogelschutzgebiet "Östliche Deutsche Bucht" müsse auch die Seetaucherbestände nordwestlich und südlich der bisher vorgeschlagenen Abgrenzung einbeziehen, hieß es. Alle Schutzgebiete seien auch in der 12 Seemeilenzone fortzusetzen. Außerdem müsse untersucht werden, ob nördlich von Borkum-Riffgrund besonders bedrohte Schweinswale vorkommen. Sollte sich dies bestätigen, wäre dort ein Schutzgebiet besonders dringend erforderlich. In dem Gebiet Riffgrund plant die Plambeck Neue Energien AG zusammen mit dem dänischen Energieversorger Energi E2 einen Offshore-Windpark.

Die Windkraftbranche hat noch zwei weitere Gelegenheiten, ihre Positionen zu den Natura 2000-Gebietsvorschlägen des Berliner Umweltministeriums vorzutragen: Am 10. Dezember werden die Pläne in Stralsund (Mecklenburg Vorpommern) und am 11. Dezember in Rendsburg (Schleswig-Holstein) vorgestellt und erörtert.

Plambeck Neue Energien AG (ISIN DE0006910326 / WKN 691032)
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