21.03.06 Anleihen / AIF

21.3.2006: Anlagecheck: Biogasfonds Cash Cow II will sechs Projekte in vier Bundesländern realisieren

An sechs Standorten in Deutschland will die Schwandorfer Aufwind Schmack Betriebs GmbH Biogaskraftwerke mit einer Gesamtleistung von 2,93 Megawatt elektrisch errichten. Anleger können sich an den Vorhaben in den Bundesländern Bayern, Niedersachsen, Sachsen-Anhalt und Brandenburg beteiligen, indem Sie Kommanditisten der Aufwind Schmack Betriebsgesellschaft mbH & Co. Zweite Cash Cow KG (Cash Cow II) werden. Der Einsatz beträgt mindestens 10.000 Euro zuzüglich 5 Prozent Agio. Nach dem internen Zinsfuss soll das Investment eine Rendite von 8,17 Prozent bringen. ECOreporter.de hat das Angebot der Aufwind Schmack für Sie geprüft.


Vorteil durch "NawaRo"s"

Drei Standardtypen von Biogasanlagen des Anlagenherstellers Schmack Biogas sollen laut dem Emissionsprospekt für den Biogasfonds an den sechs Standorten errichtet werden. Allen gemeinsam ist die Eignung für den Einsatz von nachwachsenden Rohstoffen, sogenannter "NawaRo"s". Die Biogasanlagen des Cash Cow II können zusätzlich zur Grundvergütung von einer Bonus-Vergütung in Höhe von bis zu sechs Cent je Kilowattstunde profitieren, wenn ausschließlich Einsatzstoffe aus der Landwirtschaft verarbeitet werden. Rund 60.000 Jahrestonnen an landwirtschaftlichen Stoffen sollen in den Anlagen verarbeitet werden.

Mindestens vier Millionen Euro Eigenkapital wollen die Initiatoren für den Fonds einsammeln, das Gesamtinvestitionsvolumen beläuft sich auf 14,225 Millionen Euro. Auf die Biogasanlagen entfallen laut dem Investitionsplan für das Projekt 8,74 Millionen Euro, die Anlagen sollen schlüsselfertig und zum Festpreis von der Schmack Biogas AG geliefert werden. Die einzelnen Projekte befinden sich auf sehr unterschiedlichem Entwicklungsstand. Gerald Marunde, Sprecher der Aufwind Schmack, erklärt: "Aktuell liegen die Genehmigungen für vier Standorte vor. Bei drei Vorhaben beginnen die Bauarbeiten noch im März. In Bayreuth soll im April der Betrieb aufgenommen werden." In Bearbeitung sind laut dem Sprecher die Genehmigungen für die beiden weiteren Standorte. Parallel dazu stehe ein baubereiter Ersatzstandort bereit, um einen "prospektgetreuen Bauverlauf" abzusichern.


Kräftig zugelangt: über 40 Prozent Weichkosten

Die Weichkosten, also die Aufwendungen, die nicht unmittelbar dem Investitionsvorhaben zugerechnet werden können, belaufen sich inklusive des 5-prozentigen Agios auf 1,686 Millionen Euro. Bezogen auf das voraussichtliche Eigenkapital von 4 Millionen Euro errechnet sich daraus eine Quote von 42,15 Prozent. Die Aufwendungen für die Eigenkapitalbeschaffung des Fonds erreichen mit geplanten 374.000 Euro einen Anteil von 9,35 Prozent am Eigenkapital der Cash Cow II KG. Zuzüglich dem Agio errechnet sich eine Provision von 14,35 Prozent. Die Weichkosten ohne Projektentwicklungskosten belaufen sich auf 20,55 Prozent des Eigenkapitals.


Sicherheitsabschläge auf drei Stufen

Die Sicherheit der prognostizierten Erträge versuchen die Initiatoren des Cash Cow II durch Sicherheitsabschläge auf drei verschiedenen Ebenen zu erreichen. In die Gasertragsprognose wurde den Angaben zufolge ein Sicherheitspuffer von cirka 5 Prozent eingerechnet. Ein 10-prozentiger Abschlag wurde bei der Verfügbarkeit der Anlagen zugrunde gelegt. Die Anlagen unterlägen Wartungszyklen, Überprüfungen und Reparaturen, deshalb sei konservativ eine durchschnittliche Maschinenverfügbarkeit von 90 Prozent angenommen worden, so Aufwind Schmack. Als dritte Sicherheitsreserve berücksichtigt der Emissionsprospekt für den Cash Cow II einen "allgemeinen Sicherheitsabschlag" in Höhe von 5 Prozent.


Interner Zinsfuss 8,17 Prozent

Der Interne Zinsfuß vor Steuern für den Cash Cow II liegt laut dem Emissionsprospekt trotz der hohen Kosten bei beachtlichen 8,17 Prozent. Die kumulierte Ausschüttung beläuft sich auf insgesamt 302 Prozent, daraus errechnet sich eine durchschnittliche jährliche Ausschüttung von 15,1 Prozent.


Fazit

Die Aufwind Schmack -Gruppe verfügt über langjährige Erfahrung im Bau und der Betriebsführung von Biogasanlagen und zählt zu den führenden Unternehmen Deutschlands im Bereich Biogas. Leider haben die Schwandorfer keine aussagekräftige Leistungsbilanz veröffentlicht, aus der man sich einen Eindruck verschaffen könnte, wie die bisher errichteten Biogasanlagen tatsächlich arbeiten. Das dürfte sich in naher Zukunft ändern, wenn der Hersteller von Biogaskraftwerken an die Börse geht (wir berichteten über heute bekannt gewordenen Pläne für ein Going Public in 2006, per Mausklick gelangen Sie zu dem Artikel). Bisher gehört zum Beispiel die Wagniskapitalgesellschaft SAM Private Equity zu den Finanziers der Schmack Biogas AG.
Im Biogasbereich fehlt es insgesamt an langfristigen und belastbaren Erfahrungswerte für die Technologie und biologischen Prozesse. Ähnlich wie im Bereich der Windenergie vor zehn Jahren, sind die Aufwendungen für Wartung und Reparaturen der Anlagen nur sehr schwer einzuschätzen. Weitere Risken für den Anleger liegen in der Kalkulation von Versicherungskosten sowie der Ertragsprognose.

Die geringe Eigenkapitalquote des Cash Cow II von voraussichtlich nur 28 Prozent steigert die mögliche Rendite. Bei durchgängig positivem Geschäftsverlauf kann es sogar zu höheren Erträgen als prospektiert kommen. Anleger sollten sich jedoch bewusst sein, dass sie dieses Potential mit einem höheren Risiko erkaufen. Die umfangreichere Finanzierung über Fremdkapital führt zudem zu einer hohen Abhängigkeit von der finanzierenden Bank. Positiv ist die Erfahrung der Initiatorin zu verbuchen. Dies spricht dafür, dass eine gute Chance besteht, die prospektierten Erträge auch tatsächlich einzuhalten. Risikofreudige Anleger können ein Investment in den Biogasfonds Cash Cow II in Erwägung ziehen. Vorsichtigere Naturen sollten auf ein konservativer konstruiertes Angebot mit geringeren Weichkosten und einer höheren Eigenfinanzierung warten.



Das Angebot im Überblick

Anbieter des Fonds: Aufwind Schmack Betriebs GmbH
Name des Fonds: Biogasfonds Cash Cow II
Gesamtinvestition: 14,225 Millionen Euro
Eigenkapital: 4,390 Millionen Euro
Mindestbeteiligung der Anleger: 10.000 Euro
Gesellschaftsform: GmbH & Co. KG
Agio: 5 Prozent
Laufzeit: 20 Jahre
Unabhängige Mittelverwendungskontrolle? Ja
Platzierungsgarantie? Anteilig
Standard IDWE S 4 eingehalten? Ja
Erfahrung des Anbieters im Biogasbereich: Ja
Wie viele Biogasfonds hat der Anbieter bisher angeboten? 4
Haben Gesellschafter eigene Auskunfts-, Einsichts- und Kontrollrechte nach HGB? Ja


Bitte sorgfältig beachten:

Geldanlagen sind mit Risiken verbunden, die sich im Extremfall in einem Totalverlust der eingesetzten Mittel niederschlagen können. Die von uns bereit gestellten Informationen sind keine Kaufaufforderungen oder Anlageempfehlungen - denn wir kennen z.B. Ihre persönlichen Vermögensverhältnisse und Ihr Anlegerprofil nicht. Zwischen Lesern und dem Verlag entsteht kein Beratungsvertrag, auch nicht stillschweigend. Die Redaktion recherchiert sorgfältig. Eine Garantie für die Richtigkeit und für richtige Schlussfolgerungen wird dennoch ausgeschlossen - auch uns kann einmal ein Fehler unterlaufen. Finanzdienstleister können sich also nicht allein auf unsere Informationen stützen. Jegliche Haftung wird ausgeschlossen, auch für Folgeschäden, etwa Vermögensschäden. Unsere Texte machen in keinem Falle eine individuelle Beratung und Beschäftigung mit den Angeboten entbehrlich. Bitte beachten Sie, dass sich zwischen unserer Recherche und Ihrer Lektüre Änderungen ergeben können. Weder die Veröffentlichung noch ihr Inhalt, Auszüge des Inhalts noch eine Kopie darf ohne unsere vorherige Erlaubnis auf irgendeine Art verändert oder an Dritte verteilt oder übermittelt werden - andernfalls liegt ein strafrechtlich bewehrter Urheberrechtsverstoß vor.

Ihre ECOreporter: für Sie da unter
redaktion@ecoreporter.de

Bildhinweis:
Biogasanlagen der Schmack Biogas AG / Quelle: Unternehmen;
Gianni Operto, Mitglied im Management von SAM Private Equity / Quelle: Unternehmen
Nach oben scrollen
ECOreporter Journalistenpreise
Anmelden
x