21.04.04 Nachhaltige Aktien , Meldungen

21.4.2004: "Wir rechnen ab 2008 mit Umsatzerlösen von 51 Millionen Kanadischen Dollar" - ECOreporter.de-Interview mit Western GeoPower

Die kanadische Energiegesellschaft Western GeoPower führt derzeit eine Kapitalerhöhung für die letzte Phase ihres Geothermie-Projektes "South Meager" durch. Fünfzehn Millionen Euro werden benötigt, um die sogenannte Machbarkeitsstudie durchzuführen. ECOreporter.de sprach mit Ken MacLeod, dem Vorstand des Unternehmens, und John Darch, dem Aufsichtsratsvorsitzenden.

ECOreporter.de: Herr MacLeod, Herr Darch, welche Anleger wollen Sie mit ihrem Investment ansprechen?

John Darch: Unser Angebot richtet sich hauptsächlich an institutionelle Investoren wie Energie- und Umweltfonds. Bei unserer letzten Finanzierung Ende 2003 haben wir 6,6 Millionen Kanadische Dollar von Anlegern in Kanada, Deutschland, der Schweiz und England erhalten. Wir sind an der TSX Venture Exchange in Kanada und an der Frankfurter Börse notiert.

ECOreporter.de: Worüber soll die Machbarkeitstudie entscheiden, die durch das neu aufgenommene Kapital finanziert werden soll? Würden negative Ergebnisse der Studie das Projekt South Meager stoppen?

Kenneth MacLeod: Wir werden weitere Testbohrungen für die Produktion vornehmen. Nach unserer Auffassung kann das Projekt nicht mehr gefährdet werden. Die Bedingungen am Standort South Meager sind wirklich sehr gut und vergleichbar mit den Bedingungen in Coso Field in Kalifornien, wo die Caithness LLC bereits sehr erfolgreich Kraftwerke betreibt. GeothermEx hat die Berechnungen für unser Projekt durchgeführt und ist zu dem Schluss gekommen, dass keine weiteren Explorationsbohrungen notwendig sind, um das Projekt abzusichern. Wir sind sicher, dass South Meager das Potential hat, das für den wirtschaftlichen Betrieb eines Geothermiekraftwerks notwendig ist. GeothermEx ist Marktführer, was den Geothermiebereich angeht. Die Gesellschaft hat fast alle Projekte in den USA realisiert. Die USA erzeugen derzeit 2800 Megawatt Leistung aus Geothermie. Weltweit sind es 8600 Megawatt, die meisten am "Ring of Fire" gelegen. Am "Ring of Fire" ist das geothermische Potential am größten, denn hier liegen die aktivsten Vulkanzonen. Der "Ring of fire" erstreckt sich an der gesamten Pazifikküste des amerikanischen Kontinents, wo auch South Meager ist, und reicht an der gegenüberliegenden Pazifikküste von Indonesien bis nach China. Auch im Mittelmeerraum gibt es einige sehr aktive Stellen.

ECOreporter.de: Warum ist Ihr Projekt das erste dieser Art in Kanada?

John Darch: South Meager hat schon eine lange Geschichte, mit der Ken und ich bestens vertraut sind. Der öffentliche Energieversorger British Columbias, BC Hydro, war seit 1974 Eigentümer des Projekts. Mitte der achtziger hat BC Hydro die Rechte an Crew Development verkauft. Schon seit dieser Zeit sind Ken und ich mit South Meager betraut, da Western Geo Power früher eine Tochtergesellschaft von Crew Development war. Da sich Crew nun auf das Geschäft mit Gold konzentrieren will, hat die Gesellschaft im Mai 2003 alle Rechte an South Meager an uns veräußert. Das Geothermiekraftwerk konnte bis jetzt aus zwei Gründen nicht realisiert werden: Zum Einen hatte BC Hydro bis vor kurzem eine Monopolstellung auf dem Strommarkt in British Columbia. Seit April 2003 können aber auch unabhängige Anbieter an diesem Markt teilhaben. Zum Anderen hatte BC Hydro kein großes Interesse an der Realisierung des Projekts, da Energie aus Wasserkraft in British Columbia günstig verfügbar ist. Wir denken aber, dass jetzt der richtige Zeitpunkt gekommen ist, um South Meager fertig zu stellen. Denn die Regierung des kanadischen Bundesstaats will mehr Strom als bisher aus Alternativen Energiequellen erzeugen. Zudem kann British Columbia seinen Strombedarf nicht mehr aus eigenen Kraftwerken decken, sondern muss Energie importieren. Insofern gibt es einen großen Markt für die Energie, die wir in South Meager gewinnen werden. Strom aus Geothermie ist außerdem vergleichsweise günstig: Zahlen des US-amerikanischen Energieministeriums zufolge wird der Strom zwischen 4,3 und 5 Kanadische Cents pro Kilowattstunde kosten. BC Hydro rechnet bei Wasserkraftwerken mit 5,5 Kanadischen Cents pro Kilowattstunde.

ECOreporter.de: Was unterscheidet Geothermie von anderen Erneuerbaren Energien?

Kenneth MacLeod: Geothermie ist eine der wenigen Erneuerbaren Energien, mit der sich Grundlast erzeugen lässt. Wir können 24 Stunden täglich immer die gleiche, vorhersehbare Menge an Strom ins Netz einspeisen und sind nicht abhängig von Sonne oder Wind. Das leistet keine andere Erneuerbare Energie.

ECOreporter.de: Wieviel Megawatt wird das Kraftwerk erzeugen?

John Darch: Nach den Berechnungen von Geotherm Ex können wir in South Meager ohne weiteres 200 Megawatt Leistung erzeugen. Wir rechnen aber bei unseren Prognosen vorsichtiger und gehen nur von einer Leistung von 100 Megawatt aus.

ECOreporter.de: Ist South Meager zur Zeit das einzige Projekt von Western Geo Power?

Kenneth MacLeod: Ja, im Moment ist das unser einziges Projekt. Wir prüfen aber derzeit andere Vorhaben, alle im Bereich Geothermie.

ECOreporter.de: Auf Ihrer Internetseite ist zu lesen, dass Sie South Meager mit oder ohne einen Joint Venture Partner fertigstellen wollen. Brauchen Sie einen Partner, um das Projekt zu finanzieren?

Kenneth MacLeod: Nein. wir können South Meager ohne weiteres auch allein beenden.

ECOreporter.de: Haben Sie denn einen speziellen Partner im Auge?

Kenneth MacLeod: Nein, es gibt niemand spezielles. Es gibt einige nordamerikanische, aber auch europäische Firmen, die in Frage kämen.

ECOreporter.de: Welche Gewinne prognostizieren Sie für das Projekt?

John Darch: Bei einer Leistung von 100 Megawatt wollen wir schon 2008 Umsatzerlöse von 51 Millionen Kanadischen Dollar erzielen. Bei einer Laufzeit von dreißig Jahren, die wir für die Berechnungen veranschlagt haben, liegt die interne Rendite bei einem 200-Megawatt-Szenario bei 35,4 Prozent.

ECOreporter.de: Vielen Dank für das Gespräch.

Bildnachweis: Kenneth MacLeod, Vorstand Western GeoPower / Quelle: Unternehmen
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