21.05.03

21.5.2003: Bank Sarasin: Kirchen wichtig für Nachhaltiges Investment

Auf der 6. Vollversammlung des Ökumenischen Rates der Kirchen 1983 in Vancouver kamen die Delegierten aus aller Welt zu dem Schluss, "die Kirchen zu einem konziliaren Prozess gegenseitiger Verpflichtung für Gerechtigkeit, Frieden und die Bewahrung der Schöpfung einzuladen". "Wir können mit unseren Werten eine Wirtschaftskraft sein, die dem Leben dient", sagt Schwester Mirjam Zahn, Leiterin der Finanzverwaltung bei der Communität Christusbruderschaft, Selbitz. "Wenn nicht wir, wer sonst sollte diese Botschaft in unsere Welt setzen? Und die Frage nach dem, was mit unserem Geld passiert, sobald es auf der Bank ist, muss nicht ‚vor der Kirchentür" bleiben", so Schwester Mirjam weiter.

Das Vermögen kirchlicher Institutionen in Deutschland beträgt rund eine halbe Billion Euro. Es zu erhalten und zu verbessern ist die Hauptaufgabe der kirchlichen Vermögensverwaltung. Die Kirchen haben den größten Einfluss auf nachhaltige Kapitalanlagen. Zu diesem Ergebnis kommen zwei Studien, die von der Universität Stuttgart im Jahr 2002 vorgelegt wurden. "Von den befragten Institutionen zählen jene mit einem kirchlichen Hintergrund derzeit zu den bedeutendsten Anlegern im Bereich ethischer und nachhaltiger Investments. Als Impulsgeber haben die Kirchen einen maßgeblichen Anteil für die Verbreitung nachhaltiger Anlageformen", resümiert Prof. Dr. Henry Schäfer, Inhaber des Lehrstuhls für Finanzwirtschaft an der Universität Stuttgart und wissenschaftlicher Leiter des Forschungsprojekts "Sustainability and Finance".

"Das Interesse an nachhaltigen Kapitalanlagen ist in den letzten Jahren stetig gewachsen", erklärt Sonja Gebhard, Leiterin Kirchliche Institutionelle Kunden Deutschland bei der auf nachhaltige Kapitalanlagen spezialisierten Bank Sarasin & Cie AG, Basel. "Kirchliche Institutionen berücksichtigen bei der Anlage ihrer Vermögen neben ökonomischen Zielen verstärkt soziale und umweltbezogene Kriterien", weiß Gebhard und erwartet eine zunehmende Entwicklung in diese Richtung.

"Nachhaltige Investments spielen bei der kirchlichen Vermögensanlage schon vom kirchlichen Auftrag her eine wichtige Rolle", so Peter Wilkening, Referent für Finanzen und Vermögen bei der Evangelischen Kirche in Berlin-Brandenburg. "Doch noch immer steht der Verdacht im Raum, dass nachhaltige Anlagen Renditeabschläge zur Folge haben", hält Wilkening fest. "Diesem Vorurteil sollte entgegengewirkt werden. Dann werden die Kirchen nachhaltige Anlageformen noch stärker aufgreifen".

"Es ist eine beständige Zunahme in dem Segment nachhaltiger Kapitalanlagen zu verzeichnen", bestätigt Dr. Beatus Fischer von der Beratungsgesellschaft Risk-Management-Consulting GmbH, Frankfurt. Den Grund für die jedoch nicht ganz so stürmische Entwicklung auf dem deutschen Markt sieht Fischer in der mangelnden Transparenz und im Fehlen augenfälliger Differenzierungskriterien der Anbieter und ihrer Produkte.

"Um dem hohen Beratungsanspruch der Investoren gerecht zu werden, kommt der persönlichen und individuellen Beratung entscheidende Bedeutung zu", erklärt Sonja Gebhard von Sarasin. Sarasin verfügt über langjährige Erfahrungen im Bereich nachhaltige Kapitalanlagen. Das ethische und umweltbewusste Grundverständnis der Bank traf bereits in den achtziger Jahren frühzeitig auf eine zunehmende Sensibilisierung für Umweltthemen unter den Anlegern. 1989 starteten die Schweizer als erste in der Branche mit der ökologischen Finanzanalyse. Heute zählt Sarasin zu den Marktführern nachhaltiger Kapitalanlagen in Kontinentaleuropa.


ECOreporter.de veröffentlicht diesen Beitrag mit freundlicher Erlaubnis der Bank Sarasin, Schweiz
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