Nachhaltige Aktien, Meldungen

21.7.2006: Fokus auf Biogaskraftwerke - Österreichische Bio-Energie-Beteiligung AG will bis zu einer Million Euro aus Kapitalerhöhung einnehmen. ECOreporter.de sprach mit BEB-Vorstand Herbert Daberger

Die Bio-Energie-Beteiligung AG aus dem österreichischen Horn führt derzeit eine Kapitalerhöhung durch. Das nicht börsennotierte Neue-Energie-Unternehmen baut und betreibt Biogasanlagen. Ein Kraftwerk läuft laut der Gesellschaft bereits, ein zweites habe man Ende Juni in Betrieb genommen. Es lägen Genehmigungen für vier weitere Standorte vor. Investoren können sich noch bis Ende Juli an der Kapitalmaßnahme beteiligen, eine Aktie kostet 1150 Euro. ECOreporter.de sprach mit Herbert Daberger, Vorstand der BEB Bioenergie AG.


ECOreporter.de: Herr Daberger, bei vollständiger Platzierung soll die aktuelle Kapitalerhöhung der Bio-Energie-Beteiligung AG (BEB) bis zu eine Million Euro erbringen. Welche konkreten Ziele wollen Sie damit umsetzen?
Herbert Daberger: Wir wollen zwei Biogasanlagen realisieren, die bereits vollständig genehmigt sind. Es fehlt nur noch der Abschluss der Finanzierung.

ECOreporter.de: Wie viele Aktionäre hat die BEB Bioenergie AG derzeit?
Daberger: Derzeit hat die BEB AG offiziell 85 Aktionäre. Durch die laufende Kapitalerhöhung wird sich die Anzahl der Aktionäre voraussichtlich auf mindestens rund 140 erhöhen.

ECOreporter.de: Sie projektieren und bauen Biogasanlagen. Auf welche Technik vertrauen Sie?
Daberger: Die eingesetzte Technik basiert immer auf Industriestandards. Die Anlagen sind nach dem Baukastenprinzip auf Containerbasis konzipiert. Sie können ohne wesentliche technische Veränderungen auf jedem Grundstück platziert werden, es müssen nur die Verbindungsleitungen zwischen den Containern angepasst werden.
Wir haben uns für die Nasseinbringung der Rohstoffe entschieden. Dabei sammeln sich Störstoffe in der Mischgrube, sie gelangen nicht in die Fermenter. Die Anlagenkomponenten stammen von den Teilelieferanten wie zum Beispiel Jenbacher, Wolf oder Tecon.

ECOreporter.de: Werden Ihre Anlagen ausschließlich mit nachwachsenden Rohstoffen betrieben?
Daberger: Ja, wir verwenden derzeit ausschließlich Pflanzen ein, das sind beispielsweise Mais, Klee, Roggen oder Sonnenblumen.

ECOreporter.de: In welchen Leistungsklassen liegen Ihre Projekte und wie hoch ist die Förderung nach dem österreichischen Ökostromgesetz?
Daberger: Derzeit planen wir ausschließlich Anlagen mit 500 Kilowatt elektrischer Leistung. Nach dem bereits ausgelaufenen Ökostromgesetz liegt der Tarif für diese Anlagen bei 14,5 Eurocent je Kilowattstunde. In einigen Bundesländern gibt es darüber hinaus auch noch eine Investförderung der jeweiligen Landesregierung.

ECOreporter.de: Was sind aus Ihrer Sicht die wichtigsten Voraussetzungen für das Gelingen eines Bioenergieprojekts?
Daberger: Eine genaue technische und wirtschaftliche Planung und die Nutzung der anfallenden Wärme.

ECOreporter.de: Bei den Projekten Horn und Waidhofen müssen Sie sich mit Klagen auseinander setzen. Woher kommen die Widerstände gegen die Vorhaben?
Daberger: Nach dem inzwischen ausgelaufenen Ökostromgesetz gab es nur eine kurze Zeitspanne, in der die Genehmigungen für Projekte erteilt wurden. Um den Anspruch auf Ökostromförderung zu begründen, musste man das bis spätestens 31. Dezember 2004. Wir ließen sechs Projekte innerhalb von sechs Monaten genehmigen, da fehlte uns die Zeit, die Bevölkerung angemessen zu informieren.
Die letzte juristische Instanz in Österreich, der Verwaltungsgerichtshof, hat aber inzwischen bei beiden Standorten entschieden, dass die Genehmigungsbescheide grundsätzlich rechtlich gültig sind. Die endgültige Entscheidung des Gerichts steht noch aus, wird aber für Ende 2006/Anfang 2007 erwartet.

ECOreporter.de: Die Kapitalerhöhung der BEB Bioenergie AG läuft seit dem 24. April. Bis 30. April kosteten die Aktien 1000 Euro das Stück, bis Ende Mai dann 1050 Euro. Ab Anfang Juni sollen Interessenten schließlich 1150 Euro je Aktie bezahlen. Wie begründen Sie diesen Aufschlag von 15 Prozent innerhalb von 1 1/2 Monaten?
Daberger: Dazu ist wichtig, dass die Aktien nur per Bezugsrecht gezeichnet werden können. Eine "Altaktie" berechtigt zum Kauf von zwei "neue" Aktien. Bezugsrechte werden derzeit entweder über das Forum auf unserer Homepage (www.beb.at) oder aber über die BEB direkt gehandelt. Der Ausgabekurs im April und Mai war einerseits ein "Dankeschön" an die bestehenden Aktionäre, ihnen sollte die Möglichkeit gegeben werden, ihren relativen Anteil an der BEB zu halten.

In den Kurs für Juni und Juli haben wir die Vorleistungen und den Wert der Genehmigungen eingerechnet. Der offizielle Aktienkurs ab August 2006 würde über 1.300 Euro liegen. Wir werden die Kapitalerhöhung aber aufgrund rechtlicher Erfordernisse spätestens am 31. Juli schließen.

ECOreporter.de: Bei den Aktien, die ausgegeben werden, handelt es sich um "Spesenfrei handelbare Namensaktien" schreiben Sie. Wo können die Papiere gehandelt werden und wie liquide ist der Markt?
Daberger: Wir kümmern uns aktuell vor allem darum, die Kraftwerke zu bauen. Die BEB AG ist eine nicht börsennotierte Aktiengesellschaft. Der Handel mit unseren Aktien ist derzeit nur über das Forum möglich. Wir arbeiten gerade intensiv an einem Handelsplatz. Die Möglichkeiten dazu werden ausgelotet (Handelsplatz im Internet, 3. Markt der Wiener Börse, etc.) Ab dem Herbst soll dann ein Handelsplatz zur Verfügung stehen.

ECOreporter.de: Herr Daberger, wir danken Ihnen für das Gespräch.

Bilder: Hubert Daberger; Containersystem der BEB; Bau von Gärbehältern für ein Biogaskraftwerk der BEB / Quelle: Unternehmen
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